Das Stadion in Fulda im Sportpark Johannisau wird nahezu neu gebaut. 20 Millionen kostet das Projekt mit dem Ziel Regionalliga-Fußball für die SG Barockstadt.
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Das Stadion in Fulda im Sportpark Johannisau wird nahezu neu gebaut. 20 Millionen kostet das Projekt mit dem Ziel Regionalliga-Fußball für die SG Barockstadt.

Baustart im November

Stadion-Sanierung in Fulda wird fast Neubau - 20 Millionen für das Ziel Regionalliga

  • Hanna Wiehe
    VonHanna Wiehe
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Zwei Jahre ist es her, seit die Stadt beschlossen hat, das Stadion zu sanieren. Inzwischen sind die Pläne fortgeschritten. Der Sanierungsbedarf ist aber größer als gedacht: Das Stadion der Stadt Fulda im Sportpark Johannisau wird an gleicher Stelle nahezu neu gebaut.

Fulda - Mindestens 20 Millionen Euro kostet das Projekt neues Stadion der Stadt Fulda im Sportpark Johannisau. Allein in den ersten Bauabschnitt fließen 14,3 Millionen Euro. Beschallung, Flutlicht, Beleuchtung und so weiter: Im neuen Stadion in Fulda wird einiges an Technik verbaut. Die braucht Platz.

Die für diese technischen Anlagen erforderlichen Räume werden unterhalb der Tribünen Nord und Süd als teilweise klimatisierte (Serverräume) beziehungsweise als sogenannte frostfreie Baukörper angeordnet. Die Kosten dafür waren bisher nicht im geplanten Budget enthalten (lesen Sie auch hier: Corona in Fulda: Fußball-Hessenligist SG Barockstadt setzt auf 3G-Regel).

Fulda: Aus Stadion-Sanierung wird Fast-Neubau - 20 Millionen für Ziel Regionalliga

„Die Stadion-Sanierung ist eine der größten Investitionen im Sportbereich in den vergangenen Jahrzehnten“, erklärte Frank Volmer vom Gebäudemanagement der Stadt . Man baue im Prinzip ein völlig neues Stadion. Das hat Folgen: „Drei Viertel der gesamten Fläche werden im ersten Bauabschnitt in die Hand genommen.“ 

Mit den Bauarbeiten wird voraussichtlich im November 2021 begonnen, die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist für März 2023 geplant. Doch genau der wird nun teurer; ursprünglich kalkulierte die Stadt mit 6,9 Millionen Euro. Zum einen, weil der Sanierungsbedarf größer ist als zunächst gemutmaßt. Zum zweiten, weil das Stadion für einen möglichen Aufstieg der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in die Fußball-Regionalliga hergerichtet wird – die für Versammlungsorte für 7500 Menschen konkrete Regeln setzt.

Derzeit liegt die Kapazität bei 4999 Personen. Je mehr Zuschauer vor Ort sind, desto mehr Infrastruktur müssen die Veranstalter aber vorhalten. „Die Budgetverschiebungen ergeben sich insbesondere aus der Errichtung der erforderlichen technischen und sicherheitstechnischen Anlagen für den Stadionbetrieb als Versammlungsstätte“, teilt die Stadt mit. Insbesondere gehören dazu:

1. Flutlichtanlage: Die Modernisierung der Flutlichtanlage mit energiesparender LED-Technik, die außerdem als Sicherheitsbeleuchtung genutzt werden soll, ist ebenfalls Bestandteil der Planung. 

2. Schallschutzwand: Auf der Nordseite – also in Richtung Johannisstraße – soll eine Schallschutzwand errichtet werden, wegen der Nähe zum Wohngebiet.

3. Elektrotechnischen Anlagen: Die Neuerrichtung umfasst diverse technische Anlagen: unter anderem eine Trafoanlage, Beschallungs- und Sprachalarmierungsanlagen, Gefahrenmeldeanlage, Energieversorgungspunkte im Umfeld des Stadions, Blitzschutz- und Erdungsanlagen sowie ein EDV-Netzwerk inklusive der dafür erforderlichen Leitungstrassen. Diese Anlagen sind derzeit größtenteils gar nicht vorhanden oder müssen aufgrund ihres Alters und den aktuellen technischen Anforderungen komplett erneuert werden. Eine Rasenheizung ist nicht Bestandteil der Planungen.

4. Barrierefreiheit. Laut dem Konzept wird ein Leitsystem für Sehbehinderte integriert sowie neue Technik für Hörgeschädigte. Die Stadt plant zwei Hebebühnen, die Rollstuhlfahrer auf vier Balkone bringt – je eine auf Nord- und Südseite. Das hat die Stadt mit dem Beirat der Menschen mit Behinderung abgestimmt.

Mehr Parkplätze sind übrigens nicht geplant:„Wegen des angrenzenden Naturschutzgebiets müssen wir mit der Fläche arbeiten, die wir haben“, heißt es von der Stadt. Man gehe davon aus, dass die vorhandenen Parkflächen für 7500 Zuschauer ausreichen. Es sei jedoch ein Park-and-Ride- oder Shuttle-Service von städtischen Parkhäusern denkbar. Überdies ist das Stadion per Bus zu erreichen.

Die Stadt Fulda zählt ingesamt auf: Trafo, Netzersatzanlage, Mittelspannungsanlage, Niederspannungsschaltanlage, Beleuchtung, Flutlichtanlage, Blitzschutz- und Erdungsanlage, elektroakustische Anlage, Gefahrenmeldeanlage, Sicherheitstechnik, EDV-Netz, Lüftung, Klima, Außenbeschallung, Leerrohrsysteme mit Schächten und andere Verkabelungen. Hinzu kommt: Die Anlagen müssen größtenteils neu gebaut werden, da sie vorher entweder nicht oder nur unzureichend vorhanden waren.

Diese ganzen Gerätschaften brauchen Platz: Dafür plant die Stadt, sogenannte Technikräume zu errichten, die unter den neuen Tribünen vorgesehen sind. „Bisher war nur ein geringer Teil der technischen Ausrüstung Bestandteil des ersten Bauabschnitts. Da aber der Stadionbetrieb für 7500 Zuschauer nur mit den nahezu kompletten technischen Ausrüstungen und deren Infrastruktur möglich ist, müssen diese bereits in diesem Stadium der Arbeiten errichtet werden“, heißt es von der Stadt weiter.

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: 1000 Zuschauer in Corona-Zeiten

Dass die Kosten gegenüber der Schätzung von 2020 nun steigen, erklärt die Stadt so: Dies ergebe sich „aus der Herstellung einer Lärmschutzwand, Erhöhung der Entsorgungskosten von Bodenaushub, zusätzliche Umzäunung und Ballfangzäunen sowie den Baupreisanpassungen aus aktuellen Marktwerten“.

Die aktuell für den ersten Bauabschnitt ermittelten Kosten liegen bei etwa 14,4 Millionen Euro. Denn: Die bisher für den städtischen Haushalt 2021 und 2022 geplanten und schon ausgegebenen Mittel entsprechen dem bisherigen Budget von 6,988 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt, berichtet die Stadt.

Doch nicht nur der erste Bauabschnitt wird teurer: Das Budget in Höhe von etwa 7,5 Millionen Euro für die Haushalte 2022 und 2023 muss nun in der Gesamtsumme erhöht werden. Bei den bislang geplanten Gesamtkosten in Höhe von etwa 20 Millionen Euro dürfte es daher kaum bleiben.

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