Handball vor vollen Rängen, das wird es erst mal nicht geben. Maximal 250 Leute dürfen in die Halle, Spieler und Betreuer eingerechnet.
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Handball vor vollen Rängen, das wird es erst mal nicht geben. Maximal 250 Leute dürfen in die Halle, Spieler und Betreuer eingerechnet.

Zwischen Skepsis und Vorfreude

Handball-Saison startet am 12. September: Wie gut sind die Vereine im Kreis Fulda vorbereitet?

  • Sabine Kohl
    vonSabine Kohl
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Am 12. September startet die neue Handball-Saison. Für die hiesigen Vereine heißt das: Hygienekonzepte erstellen, Helfer akquirieren, Zuschauerzahlen planen. Eines scheint aber klar: Alle Mannschaften sollen spielen.

Handall-Saisonstart: Hünfelder SV will keine Mannschaften zurückziehen

Martin Abel, Abteilungsleiter Handball Hünfelder SV.

Martin Abel, Abteilungsleiter Handball Hünfelder SV: „Wir werden zunächst einen Hygieneplan erstellen, den das Gesundheitsamt absegnen muss. Und dann müssen wir sehen, dass wir das alles organisiert bekommen. Da liegt noch viel Detailarbeit vor uns. Wir müssen zum Beispiel überlegen, wie wir die Zuschauer erfassen, ob wir Dauerkarten verkaufen, ob wir Gästefans zulassen. Die Auf- und Abgänge in die Halle müssen geregelt werden, die Nutzung der Kabinen und vieles mehr.

Auch unsere Spielpläne werden wir überarbeiten müssen. Denn wir brauchen zwischen den Partien mehr Zeit, um zu lüften und zu reinigen. Eine halbe Stunde reicht da nicht. Ich denke, wir brauchen bestimmt zehn Helfer mehr pro Spieltag.

Außer bei der 1. Herrenmannschaft werden wir mit der Zuschauerbegrenzung wohl keine Probleme haben. Aber bei diesen Spielen brechen uns natürlich Einnahmen im Kartenverkauf weg. Auch ein Getränkeverkauf in der Halle ist nicht möglich.

Mannschaften zurückziehen wollen wir aber nicht. Es sollen alle die Möglichkeit haben zu spielen. Auch unser Training lief über die letzten Wochen gut. Momentan denke ich nicht daran, dass die Saison bei steigenden Infektions-Zahlen wieder unterbrochen werden könnte. Das wäre wirklich schade.“

Handballer vom FT Fulda spielen zunächst ohne Zuschauer

René Wingenfeld, Handball-Abteilung FT Fulda.

René Wingenfeld, Handball-Abteilung FT Fulda: „Uns wäre ein Saisonstart im Oktober lieber gewesen. Wir sind ja alle Amateurvereine und stehen jetzt vor der Herausforderung, die Anforderungen des HHV und der Stadt Fulda an das Hygienekonzept umzusetzen. Dafür braucht man bestimmt das Doppelte an Personal.

Natürlich sind wir froh, wieder in der Halle trainieren und spielen zu dürfen, aber ein bisschen sehen wir uns als Versuchsobjekt. Die Profiligen starten schließlich erst im Oktober. Was ist, wenn etwas passiert? Unser Bezirk streckt sich über mehrere Landkreise, da könnten wir das Virus ganz schön streuen.

Gut hätten wir es gefunden, wenn nur eine einfache Runde ohne Rückrunde angesetzt worden wäre. Dann hätte man einen zeitlichen Puffer gehabt, denn die Ligen sind in dieser Saison groß.

Wir planen den Saisonstart zunächst ohne Zuschauer. Natürlich sorgen Zuschauer für Stimmung und bringen Einnahmen, aber sie bedeuten auch noch mehr Aufwand. Da stellt sich mir irgendwann die Frage: Kann ich das den Leuten alles zumuten. Finanziell ist das Ganze natürlich ein Risiko, auch wenn wir gut gewirtschaftet haben. Als Amateurverein leben wir von den Zuschauern.“

HSG Großenlüder/Hainzell: „Wir halten uns so gut es geht an die Hygienevorgaben“

Christoph Dimmerling, HSG Großenlüder/Hainzell.

Christoph Dimmerling, HSG Großenlüder/Hainzell: „Wir halten uns so gut es geht an die Hygienevorgaben des HHV und versuchen, das in irgendeiner Form umzusetzen. Das wird aber zum Teil schwierig. Wie wir das mit den separaten Ein- und Ausgängen in der Halle etwa umsetzen, da müssen wir mal schauen. Aber die Gemeinde unterstützt uns da glücklicherweise, wo sie kann.

Auch was die Zuschauer angeht, müssen wir uns noch besprechen. Regulär passen 550 Fans in die Halle. Jetzt dürfen es mit Abstand maximal 250 sein. Ein Saisonstart ohne Zuschauer wäre einfacher, aber wir möchten es trotzdem versuchen. Wir mussten die Saison schon ohne Emotionen abschließen. Wenn alles normal gelaufen wäre, hätten wir vielleicht sechs oder sieben Wochen Meisterschaft feiern können.

Jetzt gilt es erst mal, die Motivation hochzuhalten. Besonders im Jugendbereich. Wenn wir denen jetzt sagen würden, wir spielen ein halbes Jahr nicht, hätten wir bald keine Mannschaften mehr. Wir bereiten uns mit allen Teams auf den Saisonstart im September vor. Ob das dann klappt, werden wir sehen. In Offenbach ist das Training ja wieder eingeschränkt, das hat für unser Oberliga-Team natürlich Auswirkungen. Es sollte auf jeden Fall gelten, alle oder keiner. Mit nur einem Teil der Mannschaften zu starten, das geht nicht.“

Fliedens Handballer glauben noch nicht an Saisonstart Mitte September

Werner Müller, Abteilungsleiter Handball TV Flieden.

Werner Müller, Abteilungsleiter Handball TV Flieden: „Ich bin noch nicht überzeugt, dass wir wirklich Mitte September starten. In Offenbach herrschen aktuell wieder Trainingsbeschränkungen auf zehn Leute. Wie soll das dann mit dem Spielbetrieb funktionieren? Wenn es anders käme, wäre ich natürlich total happy, ich rechne für uns aber sogar erst mit einem Start zur Rückrunde im Januar.

Für die Spieler wäre das zermürbend, jetzt zu trainieren und dann möglicherweise noch so lange nicht spielen zu dürfen. Unsere Leute brennen darauf, endlich wieder in die Halle zu kommen. Und das gilt nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Zuschauer. Wir in Flieden sind in der guten Position, noch viele Zuschauer zu haben. Mit den nötigen Abständen bekommen wir etwa 100 bis 150 Leute in die Halle. Da werden wir auch Zuschauer abweisen müssen. Und dann frage ich mich, wo fängt man da an?

Auch Gelder werden uns wohl fehlen, aber Überleben werden wir wohl. In dieser Saison müssen wir den Gürtel vielleicht etwas enger schnallen, um mit unserem Budget hinzukommen.

Mannschaften zurückziehen werden wir auf keinen Fall, dann verlieren wir die Spieler. Im Gegenteil haben wir sogar eine dritte Herrenmannschaft im Seniorenbereich gemeldet, weil die A-Junioren fast alle an Bord geblieben sind.“

Lesen Sie hier: Tunesischer Ex-Nationalspieler übernimmt FT Fuldas Bezirksoberliga-Handballer.

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