Aller guten Dinge sind drei? Die Teilnahme am Outdoor-Training des Kampf-Kunst-Klubs Fulda in der Maberzeller Straße fällt höchst unterschiedlich aus. Trotzdem bietet Thomas Krack (von links) sein Training an, sofern es nicht regnet. Konstantin, Lorenz und Luna-Sophie zeigen hier ihr Bestes.
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Aller guten Dinge sind drei? Die Teilnahme am Outdoor-Training des Kampf-Kunst-Klubs Fulda in der Maberzeller Straße fällt höchst unterschiedlich aus. Trotzdem bietet Thomas Krack (von links) sein Training an, sofern es nicht regnet. Konstantin, Lorenz und Luna-Sophie zeigen hier ihr Bestes.

Normales Training wieder möglich?

Fuldaer Kampfsportler im Corona-Lockdown: Das große Hoffen auf die Osterferien

Der April wird für viele Kampfsportvereine eine wichtige Wegmarke sein, denn dann wollen sie mit dem Training richtig loslegen.

Fulda - Kampf-Kunst-Klub Fulda: Der Kampf-Kunst-Klub Fulda bietet Training auf dem Parkplatz vor dem Klubhaus an. Das Interesse sei groß, der Bewegungsdrang der Kinder aber noch deutlich größer.

„Wir haben direkt am Montag unser erstes Kindertraining angeboten. Es waren zunächst nur neun Kinder da; das ist relativ wenig, lag jedoch daran, dass viele Menschen wohl noch vorsichtig sind. Auf dem Trainingsplan standen Kampfsportbewegungen mit Armen und Beinen sowie Konditionstraining. Handschuhe und Pratzen haben wir nicht benutzt“ berichtet Trainer Thomas Krack.

„Man hat den Kindern deutlich ihren Bewegungsdrang angemerkt; sie haben richtig Gas gegeben und sich gefreut, endlich wieder zum Training kommen zu können. Alle haben aber automatisch Abstand gehalten und sind sich nicht zu nahegekommen.“

Fuldaer Kampfsportler im Corona-Lockdown: Das große Hoffen auf die Osterferien

Das Training habe auf dem Parkplatz vor der Kampfsportschule in der Maberzeller Straße stattgefunden, und Krack werde es – je nach Witterung – im Idealfall bis zu fünfmal pro Woche anbieten. „Eine Anmeldung muss online über unsere Website erfolgen. So können wir leichter nachvollziehen, wer wann beim Training war und müssen nicht mit Zetteln arbeiten.“

TV Flieden, Judo und Krav Maga: Die Fliedener Judoka und Krav-Maga-Sportler haben sogar Vorteile durch das Online-Training erkannt, hoffen aber darauf, nach den Ferien loslegen zu dürfen.

„In unserer Abteilung warten wir ab, was nach den Osterferien sein wird. Bei der aktuell hohen Inzidenz führen wir aktuell kein persönliches Training durch. Wir wollen auf keinen Fall ,Hurra!‘ rufen und drei Wochen später wieder zumachen müssen. Schließlich will man als Trainer nicht dafür verantwortlich sein, dass sich das Virus verbreitet“, sagt Florian Bagus.

„Wir haben uns in den vergangenen Monaten schon mit digitalem Training über den Winter geschleppt. Das wurde von unseren Vereinsmitgliedern gut angenommen. Einmal pro Woche habe ich über Zoom ein digitales Fitnesstraining für Erwachsene angeboten, bestehend aus einem Aufwärmprogramm und einem Zirkeltraining. Nach 45 Minuten waren dann alle durchgeschwitzt.“ Viele hätten durchaus Vorteile durch das Online-Training gesehen, gerade die Eltern von kleinen Kindern: „Die haben ihre Sprösslinge ins Bett gelegt und danach trainiert – und wenn die Kinder unruhig wurden, konnten sie gleich nach ihnen schauen.“ Hinzu komme die Zeitersparnis durch die weggefallene Anfahrt.

„Da wir ein gemeinnütziger Verein sind, haben wir zum Glück keine monetären Probleme. Unseren Mitgliedern haben wir den Mitgliedsbeitrag erstattet. Einige haben das gerne angenommen, andere haben uns ihren Beitrag gespendet.“

Brauns Gym: Tägliches Training vor dem Gym bietet Sergej Braun an. Das Interesse sei groß, doch der Inhaber befürchtet hinter den vorsichtigen Lockerungen eine Wahlkampfstrategie.

„Unser erstes Training am Montag war mega. Die Sportler haben sich gefreut und es war viel besser als nach dem ersten Lockdown, denn damals waren die Menschen zurückhaltender. Auf dem Plan stand Karatetraining für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Funktionaltraining. Wir haben die Kurse nacheinander und draußen abgehalten und hatten insgesamt 56 Teilnehmer.“ Dabei wurde natürlich auf die Abstände geachtet. „Es dürfen ja höchstens fünf Personen aus zwei Haushalten zusammen trainieren. Wir haben immer nur zwei Personen aus zwei Haushalten trainieren lassen und darauf geachtet, dass zur nächsten Zweiergruppe der vorgeschriebene Abstand von drei Metern eingehalten wurde.“ Es sei jedoch alles andere als ein normales Training gewesen, denn viele Übungen wurden von den Sportlern allein gemacht. (Lesen Sie hier: Sechster WM-Titel für Sergej Braun)

„Wir Sportler wollen einfach zurück auf die Matte“.

„Wir bieten das Training für unterschiedliche Gruppen von Montag bis Samstag an und werden sogar unser Online-Training per Zoom, das wir vor etwas mehr als zwei Wochen zum ersten Mal durchgeführt haben, in veränderter Form weiter anbieten.“ Die Registrierung der Trainingsteilnehmer werde man in Zukunft nicht mehr über eine Liste vornehmen, sondern über einen QR-Code. So könne sich jeder schnell mit seinem Handy registrieren.

„Zum Glück hatten wir kaum Abmeldungen. Die Unsicherheit bezüglich künftiger Entwicklungen schwingt jedoch immer mit, und ich habe die Befürchtung, dass diese Lockerungen nur für die bald anstehenden Wahlen gemacht wurden.“

RSC Fulda: Keine Veränderungen erfahren die Ringer durch die Lockerungen. Sie hoffen, nach Ostern wieder auf die Matte zu dürfen.

„Die Lockerungen haben für uns Ringer nichts gebracht, denn im Moment ist ja nur Outdoor-Training zugelassen. Da könnten wir nur Fitness-Übungen machen.“ Die Mitglieder seien wirklich unglücklich mit der aktuellen Situation – „wir Sportler wollen einfach zurück auf die Matte“.

„Seit Ende Oktober haben wir kein Training mehr durchgeführt, und unsere älteren Sportler haben sich mit Waldläufen fit gehalten. Für die Kinder ist es jedoch schwierig. Früher haben wir dreimal pro Woche mit insgesamt 60 Sportlern trainiert, die in drei Gruppen aufgeteilt nacheinander in der Halle waren.“

Derzeit müsse die Halle jedoch erst zum Training freigegeben werden, und da seien viele Verbände involviert. Der Deutsche Olympische Sportbund ebenso wie der Deutsche Ringer-Bund und der Hessischer Ringer-Verband; die beiden letzteren hielten sich jedoch zurück. Die Entscheidung werde letztlich vom Gesundheitsamt und dem Schul- und Sportamt der Stadt getroffen. „Wir hoffen, dass wir nach Ostern wieder auf die Matte dürfen.“ (Von Joachim Herbert)

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