Verhindert am Sprung das Debakel und leitet die Aufholjagd der KTV Fulda ein: der wiedergenesene Julius Hartrich.
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Verhindert am Sprung das Debakel und leitet die Aufholjagd ein: der wiedergenesene Julius Hartrich.

Spannender Turn-Krimi

KTV Fulda setzt sich gegen Hohenlohe durch - „Julius hat uns den Hintern gerettet“

Glückliches Ende für die KTV Fulda im spannenden Turn-Krimi. Den 36:28 (8:4)-Sieg gegen die KTV Hohenlohe verdankten die hiesigen Kunstturner in erster Linie der Moral und dem Mut von Julius Hartrich.

Fulda - Beim Heimdebüt Anfang Oktober mussten sich die Fuldaer noch gegen Koblenz geschlagen geben, nun kletterte die KTV Fulda durch den Erfolg gegen den KTV Hohenlohe in der Zweiten Liga Nord aufgrund der besseren Gerätewertung auf Rang drei.

Dem Vorsitzenden Hansi Buchmann standen am Samstagabend noch die Schweißperlen auf der Stirn. Was als Pflichtsieg gegen das punktlose Schlusslicht ausgegeben wurde, erwies sich als ein Kampf auf Augenhöhe – mit dem besseren Ende für Fulda. Und Buchmann gesteht: „Das Ergebnis hätte auch genau andersrum sein können.“ Denn gerade Top-Scorer Mike Hindermann und der Brite Adam Tobin machten den Fuldaern das Leben schwer. Mann des Nachmittags war Julius Hartrich. „Er hat uns den Hintern gerettet“, lobt Buchmann den 20-Jährigen, der wegen Knieproblemen seit mehr als einem halben Jahr auf Sprungtraining verzichtet hatte.

Fulda: Turner setzen sich gegen Hohenlohe durch - dank Julius Hartrich

Nach drei Geräten führten die Gastgeber in der Petersberger Kreissporthalle zwar zur Pause mit 17:14, lagen aber keinesfalls auf Kurs. Zehn Punkte Vorsprung hatte Buchmann – mit Blick auf Fuldas Probleme am Sprung – gefordert. „Julius kam in der Pause auf mich zu und sagte, er habe zwei Probesprünge gemacht, der Kasamatsu gestreckt würde klappen, er sei einsatzbereit.“ Elf Scorepunkte hatte Hohenlohe nach drei Duellen beim Sprung bereits geholt, war mit 25:17 in Führung gegangen. Dann kam Hartrich, setzte sich durch, holte einen Score und leitete die Wende ein. „Wenn er nicht gesprungen wäre, hätte Hohenlohe den Sprung mit 16:0 gewonnen und es wäre für uns ganz, ganz schwer geworden“, ist sich Buchmann sicher.

Noch zwei Geräte lagen vor der KTV, die den Kampf aufnahm und zeigte, worin ihre große Stärke liegt: im Teamgeist. Jeder stellte sich in den Dienst der Mannschaft, übernahm Verantwortung, passte die Übungen an, und mit dem Heimvorteil von 150 begeistert anfeuernden Zuschauern im Rücken jagten die Fuldaer dem Konkurrenten die Führung ab und lagen nach einem 11:0-Sieg am Barren mit 29:25 in Front. Es blieb vor dem Reck spannend.

Sportkreis Fulda-Hünfeld überreicht KTV Fulda Scheck über 500 Euro

Am Königsgerät verkürzte Hohenlohe auf 27:29, der Puls stieg. Erneut holte Hartrich die Kastanien aus dem Feuer. Zweimal fing er die Katschow-Grätsche souverän, hatte in Hindermann allerdings einen starken Rivalen. Drei Scorepunkte für Hartrich nahm die KTV gerne mit. Die Wertung überraschte allerdings Turner wie Fachleute unter den Zuschauern und verärgerte die Gäste. Die fühlten sich ungerecht bewertet, waren allerdings ohne eigenen Kampfrichter angetreten. Der Brite Adam Tobin nahm zwar Alexander Pfaffenroth noch einen Scorepunkt ab, doch Hohenlohe hatte im vierten Duell nichts mehr entgegenzusetzen: Alexey Bogdanov sorgte mit vier Scores für den glanzvollen Abschluss eines spannenden Wettkampfes.

Den versüßte der Sportkreis Fulda-Hünfeld zusätzlich. Vorsitzender Harry Piaskowski hatte einen Scheck für die KTV über 500 Euro dabei: „Das ist ein Zuschuss des Sportkreises für hiesige Bundesligisten, um in Corona-Zeiten entgangene Einnahmen etwas zu kompensieren.“

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