1. Fuldaer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

„Schön wie Manchester United“- Mainz-Coach Siewert trainierte schon in Premier League und Bundesliga 

Erstellt:

Interimscoach
Der Mainzer Coach gehört dem illustren Septett der deutschen Trainer an, das bereits Clubs in der vermeintlich stärksten Liga der Welt trainieren durfte. © Nigel French

Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, Felix Magath, Daniel Farke, David Wagner, Ralf Rangnick – und Jan Siewert.

Fulda - Der Mainzer Coach gehört dem illustren Septett der deutschen Trainer an, das bereits Clubs in der vermeintlich stärksten Liga der Welt trainieren durfte: 2019 coachte er ein halbes Jahr Huddersfield Town in der Premier League, spielte 1:1 gegen Manchester United, unterlag Klopps FC Liverpool 0:5 und konnte den Abstieg nicht abwenden. Sogar in der Bundesliga hatte er für die Mainzer im Januar 2021 einmal das Sagen – unterlag den Bayern in der Allianz-Arena mit 2:5.

Fulda: Mainz-Coach Jan Siewert feiert 40. Geburtstag

Nun also Regionalliga statt Aug in Aug mit Weltstars. Siewert, der am Montag (22. August) seinen 40. Geburtstag feiert, ist das egal: „Ganz egal sogar“, wie er nach dem Spiel äußerte: „Mir ist es wichtig, dass ich junge Spieler entwickeln, ihnen etwas vermitteln kann. Da ist es mir völlig gleich, in welcher Liga ich unterwegs bin.“ Und in welchen Städten sowieso. „Ein Spiel in Fulda ist genauso schön wie gegen Manchester United. Und die Aufgabe genauso anspruchsvoll.“

Wie sehr Siewert mit seinen Spielern mitgeht, zeigten zwei Szenen: Als er nach dem überzogenen Einsteigen von seinem Kapitän Lucas Laux nach drei Minuten gegen SGB-Keeper Tobias Wolf sofort zur Fuldaer Trainerbank eilte und sich entschuldigte und als er nach Brandstetters Tor zum 3:1 einen 60-Meter-Sprint quer über den Platz hinlegte. (Lesen Sie hier: Regionalliga Südwest: Barockstadts Konfrontation mit Bundesliga-Nachwuchs )

Seine Jungs lobte er für die zweite Halbzeit, dass sie schnell seinen neuen Plan angenommen hätten, um das bis dato wirkungslose Spiel anzupassen. Mit ausladendem Erfolg. Und den Gegner lobt er, insbesondere Trainerkollege Sedat Gören: „Ich wusste vor dem Spiel, wie schwer es sein wird, die Ketten von Barockstadt zu durchbrechen. Sedat leistet eine tolle Arbeit. Wir haben uns nur mit langen Bällen befreien können.“ Bis zur Pause, dann kam Brandstetter als Barockstadts Brandstifter .

Das Einsteigen von Laux war indes grenzwertig: Wie Wolf nach dem Spiel angab, sei er kurzzeitig bewusstlos gewesen. Wolf hatte im Liegen die Hand auf dem Ball, Laux zog voll durch und drosch Wolf das Leder aus wenigen Zentimetern ins Gesicht. „Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als in Richtung Kopf zu gehen. Da nimmt der Spieler eine schwere Verletzung billigend in Kauf“, sagte Wolf. Laux sah Gelb. Mit dem Spiel war Wolf genau wie sein Teamkollege Moritz Reinhard über weite Strecken einverstanden. Viel Aufwand, teils das bessere Team, aber noch im Lernprozess steckend.

Auch interessant