Fulda: Freuen sich auf die Deutschen Meisterschaften: Lisa Noodt und Sofia Völker von der PSG Molzbach.
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Freuen sich auf die Deutschen Meisterschaften: Lisa Noodt und Sofia Völker von der PSG Molzbach.

Nach Corona-Pause

Überraschend für Deutsche Meisterschaft qualifiziert - Erfolg für Molzbacher Voltigierer

Die Überraschung ist perfekt: Die Molzbacher Voltigierer haben sich für die Deutsche Meisterschaft im niedersächsichen Verden am 25. und 26. September qualifiziert.

Molzbach - Niemand hat überhaupt nur einen Gedanken an die Deutsche Meisterschaft verloren. Denn im April sah es für den Voltigiersport aufgrund der Corona-Pandemie noch sehr schlecht aus. „Wir haben uns an alle Regeln gehalten und nach dem Lockdown nur in Kleingruppen das Training wieder aufgenommen.

Da Voltigieren eine Kontaktsportart ist, bei der der Sicherheitsabstand nur schlecht gewährleistet werden kann, hatte das Training anfangs nur wenig mit dem Regelbetrieb zu tun. Klar haben wir uns über Videokonferenzen fit gehalten und vier Mal pro Woche trainiert, aber das Training mit dem Partner Pferd ist eine ganz andere Hausnummer“, resümiert Kristina Baier, die als Voltigier- und Reitlehrerin bei der PSG Molzbach (Kreis Fulda) aktiv ist.

Fulda: Molzbacher Voltigierer qualifizieren sich für Meisterschaft

Als es hieß, es werde einen Sichtungswettkampf für die Deutschen Meisterschaften veranstaltet, war das Team anfangs skeptisch. Die Pferderoutine fehlte und es blieben nur sechs Wochen Zeit, um das Geübte vom heimischen Wohnzimmer auf ein galoppierendes Pferd zu zaubern. Im Normalfall trainieren die Sportler von Oktober bis April, um die Programme im Wettkampf präsentieren zu können. „Wir wollten unseren Voltigierern dieses Ziel nach einer langen perspektivlosen Zeit aber nicht verwehren“, sagt Baier.

Ein Start mit der Gruppe konnte in der kurzen Zeit nicht realisiert werden, da sowohl Sportler als auch Pferde ausreichend Vorbereitung benötigen, um Verletzungen zu vermeiden. Für die Einzel- und Doppelvoltigierer konnte jedoch innerhalb kürzester Zeit das Training intensiviert werden und durch die geringe Personenanzahl trotz Corona normal trainiert werden.

Völlig ohne Erwartungen wurde der Testwettkampf in Wettenberg bestritten. Alle waren nervös und auch die Pferde waren angespannt. Der letzte Wettkampf lag bereits mehr als eineinhalb Jahre zurück. Das machte sich schnell in den Abläufen bemerkbar.

Nach Corona-Pause: Lichtblick für Voltigierer auch im Teamsport

Am Ende hat sich der ganze Stress und Aufwand dennoch gelohnt: Lisa Noodt und Sofia Völker werden gemeinsam mit Longenführerin Tatjana Baier und Pferd Caljano die hessischen Farben bei der Deutschen Meisterschaft in Verden Ende September vertreten. „Ich voltigiere schon seit vielen Jahren und das wird meine erste Deutsche Meisterschaft, weshalb die Freude riesig ist. In unserer ersten Doppelsaison, die eher aus der Corona-Notsituation entstanden ist, hätte keiner mit so einem Erfolg gerechnet“, sagt Sofia Völker.

Und auch für die Teamsportler gibt es einen Lichtblick. In wenigen Tagen stehen die Qualifizierungswettkämpfe für den Deutschen Voltigierpokal in Alsfeld an. Auch hier werden die Molzbacher um die heißbegehrten Fahrkarten kämpfen. „Zwar geht bei uns noch lange nicht alles in geregelten Bahnen, zum Beispiel dürfen die Eltern immer noch nicht die Reitanlage betreten und das Durchführen von Schnelltest ist zum Alltag geworden, aber mit jedem Tag gewinnen wir ein kleines bisschen Normalität zurück. In Hessen werden dieses Jahr leider keine richtigen Turniere mehr veranstaltet, aber wir stecken uns täglich neue Ziele und versuchen die Voltigierer auch weiterhin zu motivieren“, fasst Baier zusammen.

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