So sieht der Jubel nach Platz vier aus: Über 200 Meter pulverisierte Louis Schubert seine Bestzeit und qualifizierte sich für die EM.
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So sieht der Jubel nach Platz vier aus: Über 200 Meter pulverisierte Louis Schubert seine Bestzeit und qualifizierte sich für die EM.

EM-Qualifikation geschafft

Louis Schubert in Höchstform - 17-jähriger Schwimmer wird Vierter bei Deutschen Meisterschaften

  • Johannes Götze
    vonJohannes Götze
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Da hat Louis Schubert einen rausgehauen – und was für einen! Der 17-jährige Nachwuchsschwimmer aus Eiterfeld-Leibolz war am Wochenende erstmals bei den offenen Deutschen Meisterschaften am Start und pulverisierte seine Bestzeiten über 50 und 200 Meter Schmetterling.

Leibolz - „Ganz ehrlich? So ganz kann ich noch immer nicht realisieren, was da in Berlin passiert ist“, sagte Schubert gestern. Zwei Tage Abstand reichten ihm nicht, um seine Leistung über 200 Meter Schmetterling einzuordnen. In das A-Finale schwamm er morgens mit persönlicher Bestzeit. Sieben Stunden später unterbot er diese erneut und sicherte sich Rang vier – vollkommen unerwartet hinter der nationalen Elite um den Deutschen Meister Ramon Klenz.

Seine 2:01,05 Minuten langten gar, dass er die Normzeit für die Jugend-Europameisterschaften knackte. In vier Wochen darf er nun in Rom starten. Auf seiner Lieblingsstrecke, den 200 Schmetterling, und dazu noch über die halbe Distanz. „Wenn du schon mal da bist“, habe der Bundestrainer ihm geflüstert.

„Kann es kaum glauben“: Schwimmer Louis Schubert pulverisiert Bestzeit und darf zur EM

Viel Luft nach oben sei am Samstag nicht gewesen, was allerdings eng mit dem Vorlauf zusammenhängt. „Mein primäres Ziel war es, das A-Finale zu erreichen. Zu schnell wollte ich es zwar nicht angehen, reingelegt habe ich dann aber doch alles“, sagt er. Dementsprechend sei anschließend seine körperliche Verfassung gewesen. „Ui, ui, ui. Mir tut alles weh“, gewährt er Einblick in seinen Zustand, begab sich in die Hände der Physiotherapeuten und ließ sich für das Finale aufpeppeln. Mit Erfolg, wie sich herausstellen sollte.

Dass er seine Vorlaufzeit gar noch einmal steigern sollte, lag nicht zuletzt an seinem Trainer, der hatte ihn förmlich angestachelt, weil er ganz nahe an der EM-Norm sei. Die lag bei 2:02,00 und sollte im Finale fallen. „Darauf habe ich mich fokussiert, mich gepusht. Es hat gereicht. Nicht mal mein Trainer wusste so recht, was er sagen soll.“

Ziel für Deutsche Meisterschaften 2022: Mindestens eine Medaille holen

Über die 50 Meter Schmetterling am Schlusstag hatte Louis Schubert nur Platz 17 im Vorlauf belegt, ein schlechter Start war ihm zum Verhängnis geworden. Als Nachrücker rutschte er ins B-Finale, schloss dieses als Zweiter ab und wurde insgesamt Zehnter. Seine persönliche Bestzeit lag vor den Deutschen Meisterschaften bei 25,81 Sekunden, nun liegt sie bei 25,01 Sekunden. Aber der Fokus liegt auf den 200 Metern. Da will er erst Rom rocken und dann nächstes Jahr die Deutschen Meisterschaften. „Vielleicht machen wir dann ja die Goldene, aber zumindest eine Medaille“, sagt er – ohne dass ein Hauch Spaß in seiner Stimme zu überhören wäre.

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