Tischtennisspieler der TTG Margretenhaun-Künzell trainieren unter Berücksichtigungen der Hygieneregeln
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Bei der TTG Margretenhaun-Künzell läuft der Trainingsbetrieb unter Berücksichtigung der Hygieneregeln wieder an. Vorsitzender Matthias Müller (vorne, links) ist froh, dass in kleinen Gruppen und mit dem nötigen Abstand wieder trainiert werden kann.

Training unter Corona-Auflagen

Tischtennis in Fulda: Der lange Weg zurück zum Spielbetrieb

Seit zwei Wochen dürfen die hiesigen Tischtennisvereine unter Beachtung umfangreicher Hygieneregeln den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. In einigen Clubs wurden in Kleingruppen bereits erste Übungsstunden durchgeführt. Kein leichtes, aber ein mögliches Unterfangen. 

Von Alois Stricker

Fulda - Grundlage zur Wiederaufnahme des Trainings ist das „Covid19-Schutz- und Handlungskonzept“ des Deutschen Tischtennis-Bundes. Unter Einhaltung der übergeordneten Grundsätze zu Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und Hygiene-Maßnahmen, legt das Konzept des DTTB umfassend fest, wie die Vereine ihr Training, wenn auch eingeschränkt, wieder aufnehmen können. Maßgeblich sind und bleiben jedoch die Verordnungen und Auflagen der zuständigen staatlichen Stelle beziehungsweise der betreffenden Kommune.

Entsprechend wird in vielen Vereinen derzeit beraten, wie die vorgegebene Liste der erforderlichen Maßnahmen in der eigenen Trainingshalle umgesetzt werden kann. Für die Einhaltung der Vorgaben sind die Vereine letztlich eigenverantwortlich, was dem Hygienebeauftragten im Club obliegt.

Tischtennis unter Corona-Einschränkungen mit acht Spielern

Dabei ist pro Trainingstisch ein Spielfeld von 5 x 10 Meter gefordert, welches nur von zwei Spielern gleichzeitig bespielt wird. Daraus folgt, dass in einer normalen Turnhalle beziehungsweise einem Sporthallen-Drittel nur bis zu vier Tische gestellt werden dürfen. Somit besteht eine Trainingsgruppe aus maximal acht Spielern. Die einzelnen Gruppen sind nach Zeitplan zu organisieren und die Teilnehmer zwecks Kontaktnachverfolgung namentlich zu dokumentieren.

Vereins- und Mannschaftsmeldungen

Bis 10. Juni nimmt der Hessische Tischtennis-Verband noch Vereinsmeldungen an. Mannschaftsmeldungen sind vom 20. Juni bis 1. Juli möglich.

Dies alles bedarf einer gründlichen Vorbereitung, bevor die ersten Übungseinheiten geprobt werden können, berichtet Michael Sippel. Der Tischtennis-Abteilungsleiter der SG Marbach erachtet die neue Aufgabe als lösbar, da jetzt in der Sommer-Wettkampfpause die Trainingsbeteiligung ohnehin deutlich zurückgeht. Nach einem Probetraining soll in der kommenden Woche im Konrad-Trageser-Haus an vier Tischen in Achtergruppen trainiert werden.

FV Horas mit Jugendtraining gestartet

Die TTG Margretenhaun-Künzell und die KSG Haunedorf haben schon einige Übungseinheiten nach den Corona-Regeln durchgeführt, wobei im Almendorfer Dorfgemeinschaftshaus aus Platzgründen nur an drei Tischen trainiert werden darf.

Bei der TTG wird auf das Nachwuchstraining vorerst noch verzichtet, während der FV Horas für seine U18- und U15-Spieler, welche in der Bezirksoberliga starten sollen, derzeit einmal pro Woche eine Trainingseinheit anbietet. Ähnlich wird dies in Uttrichshausen gehandhabt, wo die Gemeinde Kalbach den Sportlern für die Nutzung der Mehrzweckhalle auf Grund der Pandemie strenge Auflagen erteilt.

Coronakrise: Gehen die Jugendteams zurück?

Kreisjugendwart Frank Frischkorn und Kreiswart Joachim Drews arbeiten zurzeit noch an den Voraussetzungen, damit die Talente spätestens nach den Sommerferien ihr Kreistraining in der Eduard-Stieler-Schule wieder besuchen können. Die Verantwortlichen wollen den Kreis-Stützpunkt in der „Puddingschule“, wie die hiesigen Tischtennisspieler sagen, und der über eine jahrzehntelange, erfolgreiche Tradition verfügt, möglichst unbeschadet durch die Krise bringen.

Doch hinsichtlich der Meldungen für die nächste Saison 2020/21 rechnen sowohl Drews als auch Frischkorn, mit einem schmerzhaften Rückgang bei der Anzahl der Nachwuchsteams.

Ein langer Weg zum regulären Spielbetrieb

DTTB und Verbände arbeiten an Konzepten, wie der Mannschaftsspielbetrieb wieder aufgenommen werden soll, doch die Voraussetzungen dürften für viele Vereine schwer zu meistern sein. So ist die Abstandsregel von 1,5 Meter in kleineren Spiellokalen (Bürgerhäusern) bei einem Mannschaftsspiel mit 6er-Teams kaum einzuhalten.

Ligabetrieb

Ob und in welcher Form der Ligenbetrieb im Tischtennis starten wird, darauf gibt es derzeit keine verlässliche Antwort. Dennis Erbe, Vizepräsident Öffentlichkeitsarbeit im HTTV, appelliert aber an die Vereine, Mannschaften „wie gewohnt“ zu melden. Am 27. Juni wird über die Vorschläge für die Spielzeit 2020/2021 diskutiert und darüber abgestimmt. 

Die gewohnte Anreise mit dem Pkw zum Auswärtsspiel erfordert doppelten oder gar dreifachen Aufwand. Erschwerend kommt hinzu, dass die Umkleide- und Duschräume nach den derzeitigen Bestimmungen nicht genutzt werden dürfen, was für die Rückfahrt nach den Spielen unangenehm ist.

Der Hessische Verband sowie die Bezirke und Kreise bereiten die Saison organisatorisch zwar wie gewohnt vor, doch bis zur allerorts ersehnten Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den Ligen ist es noch ein langer Weg.

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