KTV Fulda: Jan Schwäke – hier am Reck – stellte sich in den Dienst der Mannschaft und turnte am Boden.
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Jan Schwäke – hier am Reck – stellte sich in den Dienst der Mannschaft und turnte am Boden.

Auftakt in Heidelberg

Auftakt der Zweiten Liga: Am Sprung verturnt die KTV Fulda den möglichen Sieg

  • Laurenz Hiob
    VonLaurenz Hiob
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Damit hatte niemand gerechnet. Fulda sah zum Auftakt der Zweiten Turn-Bundesliga Land gegen Heidelberg. Die Niederlage fiel mit 26:39 überschaubar aus. Bei den Gerätepunkten gab es sogar ein 6:6-Remis.

Heidelberg/Fulda - Der KTV-Vorsitzende Hansi Buchmann war mit dem vergleichsweise knappen Resultat zum Saisonauftakt aber gar nicht zufrieden. „Wir hätten das Ding gewinnen sollen. Fast schon müssen“, entfuhr es dem Vernatwortlichen aus Fulda. Als er den Schaum vorm Mund abgeputzt hatte, stimmte er versöhnlichere Töne an: „Ein Blick auf die Wertungen zeigt uns, dass wir ganz gut mitschwimmen. Wir müssen uns vor keinem Gegner verstecken.“ Das Saisonziel „Klassenerhalt“ sollte also kein allzu großes Problem darstellen.

Dabei fing es in Heidelberg schon suboptimal an. Als Mannschaftsführer Buchmann zur Besprechung bat, um die Turner für den Boden auszuwählen, hätte er am liebsten direkt die Heimreise angetreten: „Da hatte auf einmal jeder ein Wehwehchen und konnte nicht turnen. Zum Glück hat sich Jan Schwäke in den Dienst der Mannschaft gestellt und dann sogar tatsächlich mehr gezeigt, als wir alle erwartet hatten. Dass er dabei mal auf dem Hintern landet, kann ihm niemand vorwerfen; wir waren einfach froh, vier Turner am Boden zu haben, sonst hätten wir das erste Gerät nicht nur mit 4:8 verloren.“

Fulda: Turner verpassen zum Saisonauftakt in Heidelberg den Sieg

Am Pferd hatte sich Buchmann etwas ausgerechnet, zumal Gastgeber Heidelberg ohne Ausländer antrat. Mit 8:5 ging das Gerät in die Barockstadt. Überraschend gut lief es dann an den Ringen, die 6:0 gewonnen wurden. Fulda ging mit Vorsprung zum Sprung, „der völlig in die Hose ging“, wie Buchmann einräumt. Der Mannschaftsführer hatte taktisch aufgestellt, um die Niederlage in Grenzen zu halten. Doch die Fuldaer kamen nicht an die erwarteten Leistungen heran – und verloren 0:16. „Das hat uns einen Knacks versetzt“, analysiert Buchmann. Am Barren, der zwar mit 7:4 gewonnen wurde, stieg sogar Fuldas Topturner ab.

Überhaupt zeigte Alexey Bogdanov, der zuletzt in Quarantäne war, noch Trainingsrückstand, musste sich am Königsgerät Reck ohne Scorepunkt zufriedengeben, weil er einen Wackler bei der Landung hatte. Schlimmer erwischte es Alexander Pfaffenroth, der für konstante Leistungen bekannt ist: Er flog bei der Katschow-Grätsche an der Stange vorbei und knallte auf die Matte. „Das kommt schon mal vor“, konstatierte Buchmann. Aber die vielen kleinen Wackler und Schwächen zeigten, dass mehr drin ist.

Vielleicht schon am Samstag, wenn die KTV beim Heimdebüt Koblenz empfängt, zumal Fulda mit Wut im Bauch in der Kreissporthalle Petersberg turnen wird. „Das hat uns alle gefuchst“, fasst Buchmann zusammen.

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