Turnen 2021/2. Bundesliga 2021/KTV Fulda - KTV Koblenz 21:44
Kommt ein Russe geflogen: Fuldas Torturner Alexey Bogdanov lässt’s während seiner Übung am Boden fliegen.
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Kommt ein Russe geflogen: Fuldas Topturner Alexey Bogdanov lässt’s während seiner Übung am Boden fliegen.

Zweite Turn-Bundesliga

Die falsche KTV gewinnt, aber erster Heimwettkampf in Petersberg sportlich-fair

  • Laurenz Hiob
    VonLaurenz Hiob
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Mit der KTV stand der Sieger schon vor dem Wettkampf in der Zweiten Turn-Bundesliga fest. Wenig überraschend, dass es mit 44:21 die aus Koblenz war. Aber die aus Fulda hat sich beim Heimdebüt der neuen Saison mit 4:8 Gerätepunkten in der Petersberger Kreissporthalle achtbar aus der Affäre gezogen.

Petersberg - Den passenden Schlüssel steckte direkt zum Auftakt Linus Borchers ins Schloss: Er zeigte am Boden eine blitzsaubere, wenngleich nicht besonders schwierige Übung und brachte dank dieser fuldischen Tugenden den Gastgeber auf die Siegerstraße – was das erste Gerät betrifft. (Lesen Sie hier: Auftakt in der Zweiten Liga - KTV verturnt Sieg)

„Als wir den Boden gewonnen hatten, hatten wir unser Soll erfüllt“, befand Mannschaftsführer Hansi Buchmann. „Dass wir dann noch gegen den haushohen Favoriten den Barren holen, ist doch Wahnsinn“, sagte der KTV-Vorsitzende, der sogar das Königsgerät nur knapp verloren sah: „Wenn Alexander Pfaffenroth nicht weggeflogen wäre und Julius Hartrich gestanden hätte, wäre es verdammt eng geworden.“ Pfaffenroth war bei der Katschow-Grätsche unsanft auf der Matte gelandet, was Hallensprecher Andreas Bug zu der Vermutung veranlasste, dass der Turner „Corona-Abstand zur Reckstange gehalten“ hat. Der analysierte im Anschluss selbst: „Das fragt man sich immer, woran’s gelegen hat.“

Zweite Turn-Bundesliga: Die „falsche“ KTV gewinnt in Fulda

Und Hartrich strauchelte beim finalen Stand nach einer anspruchsvollen Übung mit zweimal Katschow – gegrätscht und gestreckt. Die Scorepunkte wanderten nach Koblenz. „Der Junge hatte einfach keine Luft mehr“, diagnostizierte Buchmann.

KTV-Legende Dr. Yves Mattheß war zufrieden, denn „das war schon deutlich besser als vorige Woche in Heidelberg“. Die Schwierigkeit nehme weiter zu und mache Hoffnung für den nächsten Wettkampf am Samstag in Grünstadt.

Fuldas Topscorer Alexey Bogdanov dachte schon sieben Tage weiter: „Ich hoffe, dass die Halle am 16. Oktober gegen Hohenlohe ausverkauft ist.“ Mit seiner Leistung war er zufrieden, mit der des Publikums nicht ganz. „Das kann Fulda besser und lauter“, sagte der Russe, der immer wieder wie die Golfer beim Ryder Cup vor Wochenfrist die etwa 100 Zuschauer ermutigte, mehr Stimmung zu machen.

Pech hatte die KTV bezüglich der Anreise einiger ihrer Sportler. Sie standen am Kirchheimer Dreieck im Stau. Und dem Mannschaftskapitän Sven Wallbaum ist im Stop-and-Go noch das Auto verreckt. So hatte der Kampf mit 20-minütiger Verspätung begonnen – Wallbaum kam gar erst zur Pause und turnte direkt am Sprung, der Fuldaer Achillesferse. Dass dort nur acht Scorepunkte zum Gegner wanderten, wertete Buchmann positiv.

Dass es nicht mehr als die etwa 100 Zuschauer wurden, erklärte Hallensprecher Andreas Bug: „Das schöne Wetter und Corona, da geht einfach nicht so viel. Und trotzdem sind es bei uns dann immer noch mehr als bei unseren Gegnern.“ Bug war überhaupt froh, dass es „endlich wieder hochklassiges Turnen in Fulda“ zu sehen gab, nachdem „es voriges Jahr gerade mal einen Heimwettkampf gegeben hatte“. Und der kleine Mann mit den großen Sprüchen war begeistert, wie sportlich, fair, freundschaftlich – ja fast familiär – der Wettkampf abgelaufen sei. „Das ist ja normal bei uns Turnern, war heute aber noch mal ganz besonders“, sagte er gegenüber unserer Zeitung.

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