1. Fuldaer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

„Der Trainer ist total authentisch“: Fußballer Louis Schaub aus Fulda über Steffen Baumgart und den 1. FC Köln

Erstellt:

Louis Schaub (rechts) spricht im Interview unter anderem über seine Rolle im Team des 1. FC Köln.
Louis Schaub (rechts) spricht im Interview unter anderem über seine Rolle im Team des 1. FC Köln. © Ulrich Hufnagel/Imago Images

Der 1. FC Köln hat vor wenigen Monaten den Fall in die Zweite Fußball-Bundesliga gerade so abgewendet. Nun begeistert der „Effzeh“ mit Powerfußball und erst drei Niederlagen. Mit dabei ist der in Fulda geborene österreichische Nationalspieler Louis Schaub (26).

Köln/Fulda - Bundesliga-Spieler Louis Schaub, der in Fulda zur Welt kam, spricht im Interview über Kölns Kult-Trainer Steffen Baumgart, seine Rolle im Team sowie das Ligaspiel am Freitag gegen Augsburg.

Louis, schon im Training wird offensichtlich, dass das Team derzeit Spaß hat.

Die Stimmung ist schon seit Beginn der Vorbereitung richtig gut. Wir trainieren zwar sehr intensiv, aber es ist immer wieder Spaß dabei. Und in den Spielen spiegelt sich wider, wie wir als Team agieren, füreinander arbeiten.

Woran liegt das?

Steffen Baumgart brachte im Sommer als neuer Trainer eine sehr gute Spielphilosophie mit, die richtig gut zum Verein passt. Wir Spieler haben seine Idee sofort angenommen und das in den Spielen unter Beweis gestellt. Man sieht, dass wir uns auf einem sehr guten Weg befinden, wenngleich noch Potenzial nach oben ist. (Lesen Sie hier: Fußballer Louis Schaub aus Fulda begeistert die Fans des FC Luzern - Straßenfußballer mit linkem Zauberfuß)

Fußball-Profi aus Fulda: Louis Schaub schwärmt von seinem Trainer Steffen Baumgart beim 1. FC Köln

Sie sprechen Steffen Baumgart an. Mit seiner unkonventionellen Art hat er ligaweit einen riesigen Hype ausgelöst. Nimmt das Team diesen wahr?

Na klar. Ich glaube, er hat sich das erarbeitet. Wenn man unser Spiel mit der vergangenen Saison vergleicht, wird offensichtlich, dass wir ganz anders auftreten. Und er lebt das 90 Minuten an der Seitenlinie vor. Im Moment läuft es sehr gut – und er hat großen Anteil.

Nimmt er mit seiner Art sogar Druck vom Team, weil sich viel auf ihn fokussiert?

Der Effzeh ist ein Club, der nicht nur in der Stadt sehr polarisiert. Vielleicht ist es schon so, dass viele Augen auf ihn gerichtet sind und er damit den Spielern etwas den Druck nimmt. Aber am Ende müssen die Spieler Leistung bringen und für die Punkte sorgen.

Louis Schaub über seine Rolle beim 1. FC Köln: „Will der Mannschaft geben, was sie braucht.“

Ist er intern anders als in seiner Außendarstellung?

Ich finde, dass er komplett authentisch ist. Er verstellt sich weder in der Öffentlichkeit noch bei uns in der Kabine oder in den Besprechungen. 

Sie sind der Edeljoker des Teams. Zweimal nicht zum Einsatz gekommen, aber stets eingewechselt. Wie sehen Sie Ihre Rolle?

Wenn ich meine Einsätze bekomme, versuche ich der Mannschaft zu helfen. Ihr das zu geben, was sie jetzt gerade braucht – und wenn es nur fünf Minuten sind. Ich fühle, dass ich zur Mannschaft gehöre und sehr nahe dran bin, mal von Anfang zu spielen.

Zur Person

Louis Schaub hat ein gutes Jahr hinter sich: Mit dem FC Luzern gewann er im Sommer den Schweizer Pokal, spielte mit Österreich bei der EM und scheiterte mehr als unglücklich an Italien im Achtelfinale. Schaub hatte da noch den 1:2-Anschlusstreffer vorbereitet. Danach kehrte er zum 1. FC Köln zurück.

Schaub wurde in Fulda geboren, ist Sohn des früh verstorbenen Frankfurter Europapokal-Siegtorschützen Fred Schaub, sein Bruder Fabian stürmt für Hessenligist Buchonia Flieden. Auch weitere Teile seiner Familie leben noch heute in der Gemeinde Kalbach, während Louis Schaub in Österreich aufwuchs. Er ist verheiratet und hat einen vierjährigen Sohn.

Wie sehr beschäftigt Sie die Situation, aktuell meist der zwölfte Mann zu sein?

Gar nicht. Klar würde ich gerne jedes Spiel von Anfang spielen, sonst hätte ich mir den falschen Beruf ausgewählt. Aber in einem Profikader stehen 20 bis 25 Spieler – und es spielen nur 11. Ich kann nur ständig versuchen, dem Trainer zu zeigen: Hey, ich bin bereit.

Am Freitag geht es in der Fußball-Bundesliga daheim gegen Augsburg. Ein Pflichtsieg?

Von außen betrachtet vielleicht. Der Gegner wird es uns nicht einfach machen. Aber klar: Gerade in den Heimspielen wollen wir unsere Punkte holen. Kommen wir von Anfang gut ins Spiel, haben wir gute Chancen, dass die Punkte in Köln bleiben. 

Das gesamte Interview mit Louis Schaub - unter anderem spricht er über Österreichs Chancen auf eine WM-Teilnahme - lesen Sie in der Freitagsausgabe unseres E-Papers.

Auch interessant