Schriftführerin Jana Schlüter von GFC Dynamo Hünfeld beim Zugang zu einem Sportplatz
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Die Vereine – hier Schriftführerin Jana Schlüter von GFC Dynamo Hünfeld – sind nicht verpflichtet, jedem Inhaber eines Schiedsrichter-Ausweises freien Eintritt zu gewähren.

Saison geht in die Vollen

Hessenligisten einigen sich auf gemeinsames Vorgehen und reglementieren Freikarten

  • Johannes Götze
    vonJohannes Götze
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Am Wochenende geht die Saison in die Vollen, doch noch immer herrscht bei vielen Vereinen eine riesige Unsicherheit vor. In der Hessenliga haben die Clubs nun Vorgehensweisen festgelegt, die auch auf andere Ligen übertragbar scheinen.

Region - So werden in der Hessenliga 250 Zuschauer zugelassen, sofern der Kreis nicht eine andere Reglung trifft. Dies ist derzeit nur im Stadtgebiet Wiesbaden (maximal 50 Zuschauer) der Fall. Zu diesen 250 Menschen zählen all jene nicht, die mitwirkend und beschäftigt sind. Ergo: Spieler, Trainer, Betreuer, Ordner, Schiedsrichter, Pressevertreter mit Redaktionsauftrag, die Würstchengriller oder auch Klassenleiter oder Schiedsrichterbeobachter zählen nicht zu der Zuschauerobergrenze.

Die Hessenligisten setzen sich somit über die offizielle Empfehlung des Hessischen Fußball-Verbandes hinweg, der in seinem Hygienekonzept unter den 250 Besuchern alle Beteiligten inklusive der Obengenannten verbucht, und beziehen sich stattdessen auf die aktuell geltende Verordnung des Landes Hessen, die eben 250 Zuschauer exklusive Beteiligter bei einer Veranstaltung duldet. Damit räumen sich die Hessenligisten einen Spielraum von bis zu 100 zahlenden Zuschauern mehr ein, da bei einem Hessenliga-Spiel zwischen 80 und 100 Beteiligte mitwirken.

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Die große Frage: Wie gehen die Hessenliga-Vereine mit Freikarten um?

Da viele Spiele dennoch „ausverkauft“ sein dürften, haben sich die Hessenligisten auf eine Vorgehensweise bei Freikarten geeinigt, die im Regelfall Verbandsmitarbeiter ohne offiziellen Auftrag und nicht am Spiel beteiligte Schiedsrichter betreffen. Normalerweise genießen beide Gruppen bei Vorlage entsprechender Ausweise freien Eintritt, doch vorerst werden die Vereine ein Kontingent von insgesamt fünf Freikarten für beide Gruppen zur Verfügung stellen. Ergo: Wer zuerst kommt, der genießt freien Eintritt, wer zu spät kommt, muss entweder zahlen oder gehen.

Auch um den mitreisenden Fans eine Planungssicherheit einzuräumen, wurde festgelegt, dass pro Spiel mindestens 30 Karten für den Gastverein grundsätzlich vorgehalten werden. Die Vereine sollen sich im Vorlauf der Spiele darüber austauschen, ob das Kontingent erschöpft wird oder ob Karten zurückgegeben werden, die dann wieder frei verkauft werden können. Da bei vielen Vereinen die Mehrzahl der 250 Plätze für Sponsoren oder Dauerkarten bereits vergeben sein dürften, lohnt ein ganz früher Gang zum Sportplatz, um nicht unverrichteter Dinge wieder heimkehren zu müssen. Auch ist es empfehlenswert, sich vorher bei den Vereinen über die ganz unterschiedlichen Reglungen bezüglich des Einlasses oder aber etwaigem Vorverkauf kundig zu machen.

Mehr als 250 Zuschauer darf ein Verein nur dann zulassen, wenn ein entsprechendes Hygienekonzept seitens des Vereins vom zuständigen Gesundheitsamt genehmigt worden ist und das entsprechende Ordnungsamt dieser Veranstaltung dann ebenfalls entsprochen hat. Hessenliga-Klassenleiter Matthias Bausch kann bestätigen, dass bislang zwar zahlreiche Vereine entsprechende Konzepte eingereicht hätten, aber Stand Mittwochmittag kein einziges genehmigt worden sei. Die meisten wie die von der SG Barockstadt, Buchonia Flieden oder dem SV Steinbach hingen derzeit in der Schwebe, das von Eddersheim (am Sonntag Gastgeber der SG Barockstadt) wurde bereits abgelehnt.

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Corona-Verdacht: Spiel eher zu früh absetzen als zu spät

Bausch gibt allerdings zu bedenken, „dass wir das in der Hessenliga intern für uns so geregelt haben und auch selbst nicht wissen, ob das nun die optimale Lösung ist. Auch wir werden uns nach den ersten zwei Spielen wieder zusammensetzen und schauen, wie wir mit den getroffenen Vereinbarungen zurechtkommen. Das ist ein großer Lernprozess für uns alle.“

Das gilt nicht unbedingt im Umgang mit Corona-Verdachtsfällen bei Vereinen und entsprechenden Spielabsetzungen und Verlegungen. Die Handlungsweise seitens des HFV ist hier eindeutig: „Wir werden eher ein Spiel zu früh als zu spät absetzen. Klar ist aber auch, dass der Verein einen entsprechenden Nachweis zu erbringen hat, dass ein Spieler getestet worden ist. Sollte der Test dann negativ ausgefallen sein, soll das Spiel binnen zwei Wochen nachgeholt werden. Sollte es tatsächlich keinen Verdachtsfall gegeben haben beziehungsweise sich diese Meldung als ein „Fake“ herausstellen, so wird das Sportgericht über die Spielwertung entscheiden müssen.“

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