Mit Haken und Ösen: Daniel (grau) und Thomas Fabrizius (rot) sind in der Defensive beheimatet und agieren gerne zweikampfbetont.
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Mit Haken und Ösen: Daniel (grau) und Thomas Fabrizius (rot) sind in der Defensive beheimatet und agieren gerne zweikampfbetont.

Im Zweikampf top

Typ Abwehrmaschine: Die Fabrizius-Cousins halten die Defensive des FV Horas zusammen

  • Tobias Konrad
    vonTobias Konrad
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Oft werden nur Topscorer als Leistungsträger betrachtet. Doch was ist mit den eher unauffälligen Spielern, die dennoch einen hohen Stellenwert besitzen? Wir schauen auf die oft vergessenen Helden. Heute: Daniel und Thomas Fabrizius vom Gruppenligisten FV Horas.

Horas - Der FVH steht als Aufsteiger in der Gruppenliga für Unterhaltung. Dank guter Techniker wie Patrick Lesser oder Mark Zentgraf zu Recht. Doch in der Defensive tummeln sich mit den Fabrizius-Cousins zwei, die den Laden hinten dicht halten. Und die daran enorm viel Freude haben. „Ein gewonnener Zweikampf kann genauso geil sein wie ein wichtiger Pass“, stellt Daniel heraus. Der 21-Jährige ist der Ältere der Fabrizius’, 17 Monate liegen zwischen seiner Geburt und der von Thomas. Und weil beide alterstechnisch so eng beieinander liegen, ist ihr Weg seit Kindesbeinen an ähnlich. Horas ist seit eh und je der Verein, Thomas schnupperte lediglich kurzzeitig beim JFV Viktoria rein. Einzig der Jahrgang trennte sie im Juniorenbereich, aber gemeinsam feierten sie die größten Erfolge. Bis in die Hessenliga ging es bei den A-Junioren hoch.

Typ Abwehrmaschine: Die Fabrizius-Cousins halten die Defensive des FV Horas zusammen

Bis heute ist es so, dass viele Dinge nur zusammen begangen werden. „Wir sind komplett gemeinsam aufgewachsen“, betont Thomas. Im selben Haus haben sie lange gewohnt, dadurch sich stets getroffen und gebolzt. Unbewusst ist dadurch früh eine Rivalität entstanden, die heute lediglich noch auf einer witzigen Art beruht. Den nötigen Push für gute Leistungen geben sie sich gegenseitig. „Wir kennen uns in- und auswendig“, weiß Daniel, während Thomas sagt: „Der eine oder andere Spruch kommt untereinander mal. Aber der ist nur gutgemeint. Früher, als nur wenige wussten, dass wir Cousins sind, hat uns der Großteil für Zwillinge gehalten.“ Auch heute sind sie noch gemeinsam anzutreffen, wenn es nachts mal in die Stadt geht.

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Dass sie gerne als Arbeiter im Team bezeichnet werden und meist nur im Hintergrund aktiv sind, sei für keinen der beiden ein Problem. „Verteidiger werden so oder so selten in den Himmel gelobt. Und wenn man als Arbeitsmaschine betitelt wird, ist es schon in Ordnung“, so Daniel, der wie sein Cousin studienbedingt in Kassel weilt. „Und rein zufällig wohnen wir dort übereinander“, sagt Thomas und grinst.

Aufstieg in die Verbandsliga zunächst kein Thema bei den bodenständigen Cousins

Mit Lob über den anderen sparen indes beide nicht. „Er ist einfach eine Maschine, die unglaublich Ehrgeizig ist, einen starken Willen hat, enorme Ausdauer besitzt und sich in jegliche Kopfbälle haut“, beschreibt Daniel Thomas, während dieser seinen Cousin als einen wahren „Fuchs im Spiel“ sieht. „Und er ist in Sachen körperbetontes Spiel und Geschwindigkeit stark. Seine bescheidene Art passt gut zu ihm.“ In Sachen Tempo hat der 20-Jährige seinen älteren Cousin mittlerweile eingeholt, die Zweikampfstärke will er sich ebenfalls noch abschauen. Dafür war er vor Corona-Zeiten sechs- bis sieben Mal die Woche im Fitnessstudio. Die Fitness ist sein Steckenpferd, weshalb es logisch erscheint, dass sich Daniel davon etwas abschauen möchte. Wirft man beide übrigens in einen Topf, käme für die Cousins ein „willensstarker, motivierender und kluger Typ mit einer Gewinnermentalität“ heraus.

Die Favoritenrolle in der Gruppenliga, die dem FVH des Öfteren zugeschoben wird, schlucken die Fabrizius’ und ihre Teamkollegen derweil locker runter. „Es ist speziell, dass wir als Aufsteiger eine solche Rolle zugeteilt bekommen. Aber wir nehmen es gelassen. Dass andere Vereine uns hochpushen, ist deren Sache. Wir müssen niemandem etwas beweisen, wenngleich unser Anspruch ein Platz unter den ersten fünf ist. Selbst das ist als Aufsteiger aber schon ein sehr hohes Ziel“, gibt Daniel preis. Ein möglicher Aufstieg in die Verbandsliga wäre zwar verlockend, aber darum geht es den beiden nicht in erster Instanz. „Wir wollen Spaß am Kicken haben“, sagt Thomas. „Allerdings brauchen wir für die Verbandsliga mehr Konstanz. Vor allem in den Trainingseinheiten“, schiebt Daniel hinterher.

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