Wird der Hessenpokalsieger in dieser Saison per Losentscheid ermittelt?
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Wird der Hessenpokalsieger in dieser Saison per Losentscheid ermittelt?

Sogar Los könnte entscheiden

Hessen- und Kreispokale in der Corona-Pandemie: Wie geht es für die Fußballer weiter?

  • Johannes Götze
    vonJohannes Götze
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Schluss, Aus, Ende! Nicht ganz. Den Hessen- und die Kreispokale hat der Hessische Fußball-Verband weder abgebrochen noch annulliert. Er hofft auf sportliche Sieger. Doch die Situation ist gerade im Hessenpokal kompliziert.

Fulda - Die Ausgangslage: Alle sieben Regionalligisten aus dem HFV-Gebiet sowie Drittligist Wehen Wiesbaden sind noch im Hessenpokal vertreten. Hinzu gesellen sich acht unterklassige Teams. Das Achtelfinale wurde bereits vor einem halben Jahr gelost und ersparte direkte Duelle des hochklassig spielenden Oktetts. Mit dabei sind die Hessenligisten SG Barockstadt aus Fulda und Hünfelder SV, die gegen die Regionalligisten FC Gießen und Kickers Offenbach antreten sollen.

Das größte Problem: Sind die Regionalligisten und der SV Wehen Wiesbaden mitten im Spielbetrieb, dürfen die übrigen acht Teams wegen des Corona-Lockdowns nicht einmal trainieren. Und ein Blick auf die Inzidenzzahlen verheißt für die nahe Zukunft nichts Gutes. Aber wollen die unterklassigen Teams sich vernünftig auf die Spiele vorbereiten, so ist eine mindestens vierwöchige Vorbereitung vonnöten.

Wird Hessenpokal in der Corona-Pandemie noch fertig gespielt? Es geht um viel Geld und Prestige

Darum geht’s: Um nicht weniger als die Teilnahme am DFB-Pokal. Und damit um viel Geld und Prestige. In der laufenden DFB-Pokal-Saison erhielten die Vereine 137 000 Euro Startgeld. Schon jede weitere Runde im Hessenpokal garantiert den Vereinen Prämien.

Die Frist: Hält der DFB an seinem Plan fest, steigt die erste Hauptrunde des DFB-Pokals vom 6. bis 9. August. Die Auslosung hierfür muss einige Wochen zuvor stattfinden. Gerade Amateurclubs benötigen Vorlauf, um Spiele gegen Bundesligisten vorzubereiten, beispielsweise um ein Ausweichstadion zu finden.

Ergo bleibt dem Verband nicht ewig Zeit, um die noch vier verbleibenden Runden zu Ende zu bringen. Beachten muss der HFV zudem die Situation der Regionalligisten, denn die spielen ihre reguläre Mammutsaison bis zum 12. Juni und werden danach eine Pause einlegen wollen, schließlich geht die neue Serie bereits Ende Juli los.

Hessenpokal in der Corona-Pandemie: Diese Möglichkeit gibt es

Das kann passieren: Einerseits könnten einige, wenn nicht alle Amateurclubs wegen der unübersichtlichen Situation freiwillig auf die Teilnahme am Achtelfinale verzichten und sich im Gegenzug beispielsweise Freundschaftsspiele oder Entschädigungen der Proficlubs zusagen lassen. So geschehen im Saarland, wo auf einen Schlag 61 Vereine verzichtet haben und nur die drei Proficlubs übriggeblieben sind, die nun problemlos einen Sieger küren können. Die wohl für den HFV annehmbarste Option, denn verzichten die acht Amateurclubs, könnte sogleich mit dem Viertelfinale fortgefahren werden – und zwar sportlich. Ausgelost ist dies sogar schon.

Andererseits ist der sportliche Weg noch immer nicht gänzlich ausgeschlossen – dafür muss sich die Pandemie-Situation allerdings schnell deutlich verbessern.

Kreispokal

Neben dem Hessenpokal gilt es den Kreispokal zu Ende zu bringen. Problematisch wird es hier weniger, schließlich bestimmt der HFV selbst, wann der Hessenpokal 21/22 startet, für den sich die 32 Sieger qualifizieren. Im Vorjahr wurden die allermeisten Finals erst in der Vorbereitung der neuen Saison gespielt – das ist dieses Jahr ebenfalls denkbar und wahrscheinlich. / jg

Letzte und gar nicht abwegige Möglichkeit ist der Losentscheid. In der Vorsaison hatte sich der HFV genau das in die Spielordnung geschrieben, um im Notfall handlungsfähig zu bleiben. In dem Passus heißt es sinngemäß: Ist ein fristgerechtes Ende des Hessenpokals rechtlich unmöglich oder ist es unzumutbar, entscheidet das Los.

Für diese Spielzeit ist dies zwar nicht explizit als Möglichkeit aufgeführt, doch der Hessische Fußball-Verband ist ermächtigt, im Notfall entsprechende Entscheidungen zu treffen. Wie ein solches Losverfahren aussehen kann, vor allem dann, wenn etwa die Amateurclubs in der Frage pro oder contra Verzicht uneinheitlich entscheiden, ist völlig unklar. In den kommenden Tagen werden sich Vereinsvertreter und der Verband um Pokalspielleiter Matthias Bausch erstmals in großer virtueller Runde austauschen.

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