Die Mannschaft des FV Horas, die 1949 mit einem bis heute legendären 4:1 gegen Borussia Fulda die damals noch hoch angesehene Stadtmeisterschaft gewann und von der ein Großteil 1951 den Aufstieg in die Hessenliga schaffte. Richard Kreß war der Star.
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Die Mannschaft des FV Horas, die 1949 mit einem bis heute legendären 4:1 gegen Borussia Fulda die damals noch hoch angesehene Stadtmeisterschaft gewann und von der ein Großteil 1951 den Aufstieg in die Hessenliga schaffte. Richard Kreß war der Star. Das Foto zeigt stehend von links: Josef Dembeck, Obmann Max Trabert, Oskar Wehner, August Schreiner, Richard Kreß, Karl Wehner, Ottmar Völler, Herbert Strauß, Trainer Clemns Maintz, Vorsitzender Otto Grauel. Hockend von links: Emil Seban, Theo Wagner, Johannes Wilde, Helmut Gies, Leonhard Wingenfeld.

Der Deutsche Meister

Richard Kreß: Einer der berühmtesten Fuldaer Fußballer aller Zeiten

  • Ralph Kraus
    vonRalph Kraus
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Der Mann ist eine Legende: Richard Kreß, geboren in Niesig, fußballerisch groß geworden beim FV Horas, hat deutsche Fußballgeschichte mitgeschrieben. Wir zeichnen die Karriere der Ikone nach, die im März 1996 im Alter von 71 Jahren verstorben ist.

Horas - Wann immer man beim FV Horas zu Gast ist und wann immer man mit den älteren Horasern ins Gespräch kommt – über kurz oder lang fällt der Name Richard Kreß. Kein Wunder, denn sein Lebenslauf liest sich wie ein packender Roman, wobei Kreß bedingt durch die damaligen Zeiten auch viele Tiefs durchleben musste.

1935, im Alter von zehn Jahren, schloss sich der Niesiger der Horaser Schülermannschaft an. Ohne Wissen seiner Mutter. Denn damals musste innerhalb der Familie geholfen werden, um über die Runden zu kommen. Also blieb der Fußball zunächst sein großes Geheimnis. Später wurde Kreß zum Militär eingezogen, geriet in Frankreich in Gefangenschaft. Erst 1948 kehrte er im Alter von 23 Jahren nach Hause zurück – und entdeckte sofort wieder die Liebe zum Fußball.

Richard Kreß wechselte mit 28 Jahren zu Eintracht Frankfurt - „echter“ Beginn seiner Laufbahn

Es war die Zeit, in der sich die Horaser einen bis heute bestehenden Ruf erwarben. Unvergessen bleibt beispielsweise das Jahr 1950/1951, als der FVH über ein Entscheidungsspiel gegen Germania Wiesbaden (4:2) den Sprung in die Hessenliga schaffte. Längst aber war da schon die „große“ Fußballwelt auf den pfeilschnellen Außenspieler aufmerksam geworden.

Hier trug Kreß die Horaser Farben erst über die Hessenauswahl, später dann sogar über die B-Nationalmannschaft nach draußen. Spätestens jetzt standen die Bewerber bei Kreß Schlange. Allen voran wollte ihn der SV Waldhof Mannheim haben, doch er entschied sich als Fan für die Frankfurter Eintracht und wurde dort zur Legende. Das heute Unvorstellbare: Kreß war bei seinem Wechsel an den Riederwald bereits 28 Jahre alt – und doch sollte es erst der „echte“ Beginn einer bemerkenswerten Laufbahn sein.

Richard Kreß absolvierte 573 Spiele für Eintracht Frankfurt

Insgesamt bestritt Kreß zwischen 1953 bis 1964 573 Spiele für die Eintracht, erzielte insgesamt 186 Treffer im Trikot der Adler. Mannschaftskollegen in Frankfurt waren Idole wie Alfred Pfaff, Hermann Höfer oder Friedel Lutz. Insgesamt gelangen Kreß 70 Tore in der höchsten deutschen Spielklasse.

Höhepunkte gab es in Kreß’ Laufbahn einige: So im Jahr 1959, als Kreß und Co. die erste und bis heute einzige Meisterschaft für die Eintracht einfuhren. Mit 5:3 wurde Nachbar und Erzrivale Kickers Offenbach vor 75 000 Zuschauern im Finale von Berlin in die Knie gezwungen.

Im Endspiel des Europapokals der Landesmeister traf Richard Kreß für Frankfurt

In der folgenden Saison schaffte es die Frankfurter Eintracht bis ins Endspiel des Europapokals der Landesmeister. Das Finale gegen Real Madrid ging ebenfalls in die Geschichte ein: Erstens, weil niemals mehr als die damals 127.500 Zuschauer ein solches Endspiel sahen und zweitens, weil das 7:3 von Real das bis heute torreichste „Champions-League-Finale“ aller Zeiten war. Richard Kreß eröffnete übrigens den Torreigen mit seinem Treffer zum 1:0.

18. Mai 1960: 127 500 Zuschauer sehen im Glasgower Hampden Park das Finale um den Europapokal der Landesmeister. Hier erzielte Richard Kreß in der 18. Minute das 1:0 für Eintracht Frankfurt beim legendären 3:7 der Frankfurter gegen Real Madrid.

Kurios war auch seine Karriere in der Nationalmannschaft: 1954 berief ihn Sepp Herberger erstmals, Kreß debütierte beim 3:0-Auswärtssieg in Portugal. Doch es folgte eine lange Pause. Erst sieben Jahre später, Kreß war mittlerweile 35 Jahre alt, holte ihn Sepp Herberger zurück. Kreß lief mit Leuten wie Helmut Haller oder Uwe Seeler im deutschen Trikot auf, spielte neun Mal für sein Land. Darunter waren sämtliche Qualifikationsspiele zur WM 1962 in Chile. Seine beiden Tore für Deutschland erzielte Kreß beim 5:1 gegen Dänemark und beim 2:1 gegen Nordirland.

Nach seiner Laufbahn betrieb Richard Kreß zwei Drogerien in Frankfurt mit seiner Ehefrau

„Ich war immer ein Trainingsbesessener, mir konnte das Training nie hart genug sein“, sagte Kreß einst. So war es auch nicht verwunderlich, dass seine Fitness auch im hohen Fußballeralter enorm war. Nur so war es möglich, dass Kreß mit 38 Jahren noch dabei war, als die Eintracht ihr allererstes Bundesligaspiel direkt nach deren Gründung bestritt. 1:1 gegen Kaiserslautern endete die Partie damals.

Nach seiner Laufbahn betrieb der Drogist, der seinen Beruf in Fulda am Buttermarkt erlernte, gemeinsam mit seiner Ehefrau zwei Drogerien in Frankfurt (eine auf der Zeil, eine weitere in der „Breite Gass“). Nach der Laufbahn blieb Kreß in der Mainmetropole, wohnte dort bis zu seinem Tod im Nordend.

Richard Kreß war hochangesehen - bei der Eintracht und in Horas

Seine Horaser Freunde hat er aber nie vergessen, besuchte die alten Kumpels und ehemaligen Teamkollegen oft am Horaser Sportgelände und verbrachte dort einige gesellige Stunden.

Wie hoch angesehen Kreß – auch als Mensch – war, zeigte sich kurz nach seinem Tod, als vor dem Eintracht-Spiel gegen Mönchengladbach eine Schweigeminute abgehalten und ihm gedacht wurde. Es herrschte eine merkwürdige Stille und viele Tränen kullerten. Richard Kreß hatte eben weder in Horas noch bei der Eintracht die Nase oben, sondern bestach vor allem durch eines: durch seine Bodenständigkeit.

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