Beim Triangle Adventure auf den Azoren belegte Anna Hahner den siebten Platz.
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Beim Triangle Adventure auf den Azoren belegte Anna Hahner den siebten Platz.

Golden Trail Series

3 Tage, 91 km, 5600 Höhenmeter: Anna Hahner wird Siebte bei Rennen auf den Azoren

Nach einem herausfordernden und abwechslungsreichen Rennen kann sich Anna Hahner über den siebten Platz des Triangle Adventures auf den Azoren freuen.

Rimmels/Azoren - Drei Tage, 91 Kilometer und 5600 Höhenmeter. Das sind Zahlen, da denken die meisten an das Auto oder das Fahrrad. Bei dem Finale der Golden Trail Series auf den Azoren war das die Herausforderung, die die Läuferinnen und Läufer zurückzulegen hatten.

Eine von ihnen war die 31-jährige aus Rimmels (Hessen) stammende Läuferin Anna Hahner. „Das war das härteste und gleichzeitig schönste Rennen, das ich bisher gemacht habe“, fasst Hahner die letzten drei Tage zusammen. „Das Herausfordernde waren nicht nur die Wettkämpfe an sich, sondern dass die Regeneration auf der Fähre oder im Bus stattfinden musste. Nach dem Wettkampf wurden wir wieder zur nächsten Insel gebracht, sodass es Abendessen manchmal erst um 22 Uhr gab und wir kurz vor Mitternacht das erste Mal am Tag die Beine hochlegen konnte.“

Golden-Trail-Series: Anna Hahner wird Siebte bei Triangle Adventure

Läuferinnen und Läufer aus 20 verschiedenen Nationen kamen auf den Azoren zusammen, alle qualifiziert durch das Golden Trail National Finale ihrer eigenen Serie. US-Amerikaner, Mexikaner, Polen, Finnen, Spanier und Italiener fighteten gleichzeitig mit der Deutschen auf den drei unterschiedlichen Strecken. „Auf der Strecke waren wir Konkurrentinnen, neben der Strecke sind wir zu Freundinnen geworden“, beschreibt Anna die Traillauf Community.

In der ersten Etappe ging es auf den Pico, den höchsten Berg Portugals. 28,4 Kilometer und 2400 Höhenmeter bedeutete dies für die Läuferinnen und Läufer und davon 1100 Höhenmeter auf den letzten 3,5 Kilometern. „Die Strecke war super abwechslungsreich, Asphalt, Sandwege, über Äcker und dann auf Wegen, die gar keine richtigen Wege waren, sondern eher einem Wasserablauf des Ackers ähnelten, mit Löchern und mit Gras bewachsenen Steinen. Da würde kein Wanderer freiwillig lang gehen“, beschreibt Anna die Strecke.

„Ein Läufer vor mir ist so tief ins Matschloch getreten, dass sein Schuh stecken geblieben ist“, macht sie die Streckenbeschaffenheit noch ein bisschen anschaulicher. Nach dem Zieleinlauf war die Herausforderung noch nicht zu Ende, für alle Läufer hieß es nun, keine Verpflegung, keine Wechselkleider sondern 1100 Höhenmeter Abstieg bis zur letzten Verpflegungsstation, wo dann ein Bus auf sie wartete. (Lesen Sie hier: Anna Hahner gewinnt Rennsteig-Marathon trotz kurioser Becher-Panne)

Triangle Adventure auf den Azoren: 3 Tage, 91 km und 5600 Höhenmeter

Die zweie Etappe führte die Läuferinnen und Läufer auf Sao Jorge auf den schönsten Trails durch die Insel und am Meer entlang über 28 Kilometer und 1800 Höhenmeter. Wie schafft man es, sich innerhalb einer Nacht zu erholen und bereit für den nächsten Wettkampf zu sein?

„Immer nur im Hier und Jetzt mit dem Kopf sein. Nicht mal an das Ziel des aktuellen Wettkampfes denken, sondern immer nur an den nächsten Kilometer. Der Körper ist zu mehr fähig, als man denkt. Und darauf vertraue ich dann einfach“, beschreibt Anna ihre Herangehensweise an so ein Etappenrennen. Auf ihrem Instagram-Kanal @hahnertwins beschreibt sie die zweite Etappe folgendermaßen: „Ich habe mein Lächeln auf der Etappe nicht verloren, musste aber hart dafür kämpfen.“

Das dritte und letzte Rennen fand auf Faial Island stand und schickte die Läuferinnen und Läufer auf die Caldeira, ein Vulkankrater, der über die Insel ragt. Mit 35,1 Kilometern und 1500 Höhenmetern war es die längste Etappe. „Bis zwei Minuten vor dem Start hieß es noch, dass die Strecke 30,9 Kilometer lang sei. Plötzlich korrigierte sich der Sprecher und wir durften uns auf 35 Kilometer freuen“, beschreibt Anna die letzten Minuten vor dem Start. „Das ist das, was das Traillaufen ausmacht. Man darf nicht zu fest im Kopf sein sondern immer die Möglichkeit im Kopf haben, dass es anders kommt, als man denkt.“

Hahner: „Der Körper ist zu mehr fähig, als man denkt“

Auf der letzten Etappe wurden die Läuferinnen und Läufer durch einen 70 Meter langen dunklen Tunnel geschickt. „Das war krass, man konnte nicht einmal die Hand vor Augen sehen. Rechts neben uns war ein kleiner Bachlauf und links die Tunnelwand. Da habe ich mich mit den Händen an der Wand vorgetastet und war happy, als ich wieder das Tageslicht sehen konnte.“

Der Schweizer Ruedi Becker, beschreibt die Herausforderung der dritten Etappe folgendermaßen „Normalerweise wäre ich nie über die Brücken gegangen, über die ich im Wettkampf einfach drüber renne. Irgendwie schafft man es, den Kopf auszuschalten und voll im Rennmodus zu sein.“ (Lesen Sie auch: Anna Hahner startet in der Champions League des Trail Runs - und wird Sechste)

Nach einem siebten Platz auf der ersten Etappe, ein achter Platz auf der zweiten und erneut ein siebter Platz auf der dritten Etappe konnte Anna sich in der Gesamtwertung den siebten Platz sichern. „Was für eine Erfahrung, was für eine Herausforderung, was für eine Segen in so einer Landschaft laufen zu dürfen.“ (ah)

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