Hamburg-Marathon Milseburgradweg Eichenzell Fulda-Radweg
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Julia Friedrich ist ihren Marathon auf dem Milseburgradweg gelaufen. Patrick Linz (kleines Foto, links) und Florian Völlinger haben den Fulda-Radweg als Strecke gewählt.

Drei Eichenzeller laufen persönlichen Marathon

Jeder für sich und doch gemeinsam

  • Sabine Kohl
    vonSabine Kohl
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#runyourownblueline – unter diesem Hashtag stand eine Aktion, die sich die Veranstalter des Hamburg-Marathons ausgedacht haben. Jeder Starter war aufgefordert, am Tag des Marathons seinen ganz persönlichen Lauf zu absolvieren. Mitgemacht haben Sportler vom TLV Eichenzell.

Eichenzell - „Ich habe lange auf den Marathon hintrainiert. Ihn zu laufen, war mein persönliches Ziel“, berichtet Julia Friedrich. Die Eichenzellerin wäre eigentlich am 19. April beim Hamburg-Marathon gestartet, wie bereits zweimal zuvor. Im vergangenen Jahr war sie dort sogar ihre persönliche Marathon-Bestzeit von 3:22:49 Stunden gelaufen.

Nur von ihrem Freund auf dem Rad begleitet

„Ich wäre auch in Hamburg für mich gelaufen, deshalb war für mich klar, dass ich bei der Aktion mitmache“, so die Eichenzellerin. Also hat sie sich am Morgen des 19. Aprils auf dem Milseburgradweg ihren ganz persönlichen Marathon absolviert. Begleitet wurde sie nur von ihrem Freund Stefan Franke auf dem Fahrrad. Nach 3:25 Stunden hatte sie die 42 Kilometer absolviert. „Die erste Hälfte war super, und auf dem Rückweg ging es dann bergab“, denkt Friedrich an ihren Lauf zurück. Ab Kilometer 35 sei es dann aber mental hart geworden, sich zu motivieren. „Normalerweise stehen dann da die Zuschauer und feuern an. Und der Zieleinlauf hat natürlich auch gefehlt“, erzählt die Marathoni mit leichtem Bedauern. „Aber am Ende war ich stolz, es für mich geschafft zu haben.“

„Ich laufe in erster Linie für mich.“

Die Absage vieler Wettkämpfe aufgrund der Coronakrise sei im ersten Moment natürlich eine Enttäuschung gewesen, so die Eichenzellerin. Auch weil sie mitten aus einem Trainingscamp gerissen worden sei. „Aber auch hier gilt: Ich laufe in erster Linie für mich. Ich brauche den Sport und er tut mir gut.“ Jetzt trainiere sie eben für das kommende Jahr, arbeitet an ihrer Form – und peilt dann vielleicht beim Hamburg Marathon 2021 eine neue Bestzeit an. Denn den Nachholtermin in diesem Jahr wird sie wegen ihrer Arbeit nicht wahrnehmen können.

Erster Marathon ins Wasser gefallen

Eine andere Strecke haben Patrick Linz und Florian Völlinger gewählt. Sie sind zweimal den Fulda-Radweg von Welkers bis zu den Aueweihern gelaufen. „Wir haben über den Winter nach Plan trainiert, weil Florian, der seit einem Jahr läuft, seinen ersten Marathon angehen wollte“, berichtet Patrick Linz. „Die Challenge der Hamburg-Organisatoren haben wir dann gerne angenommen.“

Ziel: Unter vier Stunden

Ziel der beiden war es, die gut 42 Kilometer in unter vier Stunden zu absolvieren. Das ist knapp gelungen: Nach 3:59:31 Stunden waren beide im Ziel. „Einige Freunde hatten in Welkers mit Absperrband eine Finish-Line aufgezogen und haben uns dort erwartet“, erzählt Linz, der bereits 2018 in Frankfurt einen Marathon gelaufen war. So sei doch ein wenig Zieleinlauf-Stimmung aufgekommen.

Strecke alleine etwas monoton

Auf der Strecke selbst sei es teilweise etwas monoton gewesen. „Aber man hatte auch mal Zeit, seinen Gedanken nachzuhängen oder wir haben uns unterhalten“, so Linz. Da sowohl er also auch Völlinger im Training bereits wöchentlich Strecken mit mehr als 30 Kilometern gelaufen waren, war die eigentliche Distanz – auch ohne das Anfeuern der Zuschauer – kein Problem. Nachholen wollen die beiden den „echten“ Marathon aber dennoch, entweder am 13. September in Hamburg oder im Oktober in Frankfurt. „Wir wollen über den Sommer so trainieren, dass wir dann in 3:45 Stunden ins Ziel kommen“, plant Patrick Linz bereits voraus.

Hintergrund

Wie alle Großveranstaltungen hat auch der für den 19. April geplante Hamburg Marathon nicht stattgefunden. Verlegt ist er (vorerst) auf den 13. September. Dennoch wollten die Veranstalter das Datum nicht einfach verstreichen lassen und haben sich eine besondere Aktion ausgedacht. Jeder der 22.000 gemeldeten Läufer hat die Startnummer 19.420 erhalten und war aufgefordert, am 19. April seinen ganz persönlichen Marathon oder Halbmarathon zu laufen. Die Aktion stand unter dem Schlagwort #runyourownblueline („Lauf deine eigene blaue Linie“). Dieses war angelehnt an die blaue Linie, die beim Hamburg Marathon die Ideallinie kennzeichnet. Üblicherweise firmiert der Marathon in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #runtheblueline. Tausende haben mitgemacht und Fotos oder Videos ihrer Läufe auf den Sozialen Plattformen des Marathons geteilt.

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