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Der ehemalige tunesische Handballprofi Wael Horri hat bei FT Fulda angeheuert.

„Wir müssen jetzt um den Handball kämpfen“

Tunesischer Ex-Nationalspieler übernimmt FT Fuldas Bezirksoberliga-Handballer

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Die Handballer der Fuldaer Turnerschaft (FT Fulda) befinden sich unter neuer Regie: Der tunesische Ex-Nationalspieler Wael Horri (38) hat bei den Barockstädtern das Training übernommen. In seiner fast 30-jährigen Handballerkarriere sammelte Horri unter anderem Bundesligaerfahrung beim TV Großwallstadt.

  • Die Bezirksoberliga-Handballer von FT Fulda haben einen neuen Trainer
  • Wael Horri ist ehemaliger tunesischer Nationalspieler und spiele auch für den TV Großwallstadt
  • Erste Trainingseinheiten fanden unter Einhaltung der Corona-Auflagen bereits statt

Fulda - Großwallstadt war die zweite Station in einer Profikarriere, die für Wael Horri aus Manzel Temime, einer Stadt im Nordosten Tunesiens, mit 17 Jahren begann und ihn mit 20 nach Großwallstadt und damit nach Deutschland brachte. Dort spielte der 1,95-Meter-Mann auf den Positionen Mitte und Rückraum rechts und hatte dort den ehemaligen deutschen Nationalspieler Dominik Klein, Alexander Petersson (heute bei den Rhein-Neckar-Löwen) und Keeper Carsten Lichtlein (aktuell HC Erlangen) als Teamkollegen.

„Mit Dominik Klein habe ich heute sogar noch Kontakt. Er hat mich zum Final Four in Köln eingeladen. Alexander Petersson habe ich im Urlaub mal in seiner Wahlheimat in Island besucht“, erzählt Horri, der seine ersten zwei Spielzeiten in Deutschland in guter Erinnerung behalten hat. Besonders mit seiner Nervenstärke konnte Horri häufig glänzen und war einer der designierten Siebenmeterschützen in der Mannschaft von Großwallstadt.

FT Fulda als alteingesessener Verein reizt als neue Aufgabe für Wael Horri

Auch im Jahr 2007 war Wael Horri (Nr. 14) für die tunesische Nationalmannschaft aktiv. Insgesamt bestritt der neue FT-Übungsleiter 90 Länderspiele für sein Land.

Mit dem tunesischen Nationalteam errang Horri bei der WM 2005 im eigenen Land den vierten Platz und nahm auch an der Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland teil. Insgesamt absolvierte der neue FT-Übungsleiter 90 Spiele im Trikot des zehnmaligen Afrikameisters. Im Anschluss folgten für den Rückraumschützen Engagements beim tunesischen Erstliga-Club Tunis EST Handball und in Dubai, bevor der 38-Jährige seine Profikarriere 2011 beim französischen Erstligaclub Cesson-Rennes beendete.

Nach Fulda hat es den Tunesier erst kürzlich wegen der Liebe verschlagen: Vor einem Jahr lernte er seine Lebensgefährtin kennen und zog zu ihr nach Haimbach. Über einen Bekannten wurde der ehemalige Rückraumspieler schließlich auf die Turnerschaft aufmerksam. „Er erzählte mir, dass FT ein alteingesessener Verein ist und jemanden wie mich gebrauchen könnte. Wir stellten Kontakt her, und die Verantwortlichen der Handballabteilung fragten mich schließlich, ob ich bei ihnen als Trainer anfangen wollte“, schildert der Rückraumspieler. Da Horri in seiner Zeit in Frankreich bereits seine Trainerlizenz erworben und für vier Jahre den TV Olpe, einen Handballverein in Nordrhein-Westfalen als Spielertrainer begleitete hatte, sagte er zu.

Corona-Auflagen beinflussen erste Trainingseinheiten

In Fulda folgt Horri auf Volker Wingenfeld, der in der letzten Saison zweigleisig fuhr und für die erste und zweite Herrenmannschaft der Fuldaer in Bezirksoberliga und Bezirksliga tätig war. Mit seinem neuen Club hat der Tunesier in der kommenden Runde viel vor. „In meiner Zeit beim TV Olpe habe ich den Verein von der Bezirksliga auf die Landesebene geführt. Mit FT möchte ich ebenfalls höher spielen und auch dafür sorgen, dass das Drumherum aufgebaut wird.“ Ob er auch als Spieler in der Heinrich-Gellings-Halle anzutreffen sein wird, dazu hat der Rechtshänder eine klare Meinung: „Ich werde der Mannschaft aushelfen, wenn wir nicht vollständig sind. In erster Linie bin ich aber Trainer.“

Seine ersten Einheiten konnte Horri in der vergangenen Woche bereits mit den FT-Herren absolvieren. Fordern kann der 38-Jährige sein neues Team wegen der Corona-Auflagen aber nur bedingt. Körperkontakt, einer der wichtigsten Bestandteile des Angriff- und Abwehrtrainings, ist nicht gestattet. „Wir haben mit Markierungen gearbeitet, um den Abstand einzuhalten, nicht die Bälle zugeworfen und Desinfektionsmittel bereitgestellt. Trotzdem hoffen wir auf Lockerungen, damit wir bald richtig einsteigen können“, sagt der ehemalige Profi.

Dabei denkt Horri vor allem an kleinere Turniere oder Testspiele, um seine Jungs einmal in Aktion zu sehen. Diese sind nach dem Acht-Stufen-Plan des Deutschen Handballbundes allerdings erst wieder ab August gestattet. „Es ist traurig, aber wir müssen die ganzen Einschränkungen hinnehmen und mitmachen. Wir müssen jetzt um den Handball kämpfen.“

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