Notgedrungen ist der Sportplatz am „Hain“ in Eiterfeld (Landkreis Fulda) jetzt in der Corona-Pandemie gesperrt.
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Notgedrungen ist der Sportplatz am „Hain“ in Eiterfeld (Landkreis Fulda) jetzt in der Corona-Pandemie gesperrt.

Erklärung vom Vorstand

Unbekannte schwärzen angebliche Corona-Verstöße an: Sportplatz muss gesperrt werden - „Wer macht so etwas?“

  • Michel Ickler
    vonMichel Ickler
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Weil in der Vergangenheit vermehrt Beschwerden eingegangen sind, dass sich die Jugend-Spielgemeinschaft Eitratal/Kegelspiel nicht an die Corona-Maßnahmen halten soll, musste der Sportplatz gesperrt werden.

Eiterfeld - Der Vorstand, bestehend aus Stephen Petrich, Jürgen Pomnitz und Andreas Köller, äußert sich jetzt gegenüber der „Fuldaer Zeitung“ zu den Vorwürfen. Mitbürger hatten sich beschwert, dass die JSG-Verantwortlichen die Corona-Maßnahmen nicht einhalten würden.

„Wer macht so etwas: Personen, die für Gesunderhaltung in unserer bewegungsarmen Gesellschaft sorgen, für Gemeinschaftsgefühl und soziale Kontakte ihrer Zielgruppen, anschwärzen? Sind das Wutbürger? Neider? Erbsenzähler?“, fragt der Vorstand der Spielgemeinschaft Eitratal/Kegelspiel. (Bleiben Sie mit dem Corona-News-Ticker für Fulda auf dem Laufenden.)

Hessen: Unbekannte schwärzen angebliche Corona-Verstöße an - „Wer macht so etwas?“

Die Beschwerden waren beim Ordnungsamt, bei den Polizeistellen Hünfeld und Fulda und auch bei dortigen Gesundheitsbehörden eingegangen. Laut dem Verein standen Strafen zwischen 500 und 5000 Euro im Raum. Die Folge war, dass Eiterfelds zweiter Vorsitzender Volker Hilpert die Sportanlage sperren musste.

„Die Kinder und Jugendlichen dürfen nun nicht mal mehr trainieren“, erklärten Stephen Petrich, Jürgen Pomnitz und Andreas Köller. Und dabei hätten Verantwortliche, Trainer, Betreuer, Eltern und Kinder der Spielgemeinschaft in Sachen Corona alles richtig gemacht.

Der Vorstand weiter: „In der ersten Lockdown-Phase wuschen sie Bälle, desinfizierten alles Mögliche, trainierten in Zehner-Gruppen, hielten Abstand und dokumentierten alles, was nötig war. Kinder mussten Einwilligungen ihrer Eltern zum Trainingsbetrieb mitbringen. Und bescheinigen, dass sie gesund sind. Ohne Dokument kein Training.“

Der Verein installierte nach eigenen Angaben zudem Hygienebeauftragte. „Alle Vereine kannten das. Die Fußball-Saison wurde unter- und abgebrochen – bis zumindest Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre wieder an die frische Luft durften. In Eiterfeld bedeutete das: Training auf dem Kunstrasenplatz. Komplett dort. Nach Regeln und Anleitungen des HFV“, betonen die drei Vorstandsmitglieder der JSG.

Auch nach der Corona-Bundesnotbreme durfte zunächst weiter trainiert werden – kontaktlos und in 5er-Gruppen. „Die Verantwortlichen hielten sich nach wie vor an die Regeln, verschärften die Trainings-Maßnahmen. Auch eine stichprobenartige Kontrolle der Polizei gab ihnen recht. Bis sie Sand in die Augen gestreut bekamen“, sagen Petrich, Pomnitz und Köller.

Video: Sport im Freien - Fitnessstudiobetreiber haben Bedenken

Nun wurde aber neben dem Sportplatz in Eiterfeld beispielsweise auch der Sportplatz in Petersberg gesperrt. „Was treibt sogenannte Mitbürger dazu, verschiedene Gruppen unserer Gesellschaft in Misskredit zu bringen? Betroffen sind Kinder und Jugendliche – aber auch Eltern, Verantwortliche und Vereine. Und soziales Leben. Kulturelles Leben“, wählt der JSG-Vorstand deutliche Worte.

Dabei hätten selbst Ärzte und Aeorosolforscher betont, dass Freizeitsport im Freien unbedenklich sei. In der Zwischenzeit erklärten sich sogar einige Eltern für die JSG Eitratal/Kegelspiel bereit, Training in Kleingruppen zu übernehmen. Für die Kinder sei das Training „ein Highlight am tristen Homeschooling-Tag“. Petrich, Pomnitz und Köller sagen: „Es mangelt an Transparenz und der Bereitschaft zum Dialog. Betroffen sind in erster Linie die Kinder und Jugendlichen, die in der deutschen Gesellschaft eh genug zu kämpfen haben.

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