Bis hier und nicht weiter: Für Hünfeld (hier Marcel Dücker, blau) und Barockstadt (Dominik Rummel) ist im Achtelfinale des Hessenpokals Schluss. Den Sieger spielen nun die acht Vereine ab der Regionalliga aus. (Archivfoto)
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Bis hier und nicht weiter: Für Hünfeld (hier Marcel Dücker, blau) und Barockstadt (Dominik Rummel) ist im Achtelfinale des Hessenpokals Schluss. Den Sieger spielen nun die acht Vereine ab der Regionalliga aus. (Archivfoto)

Barockstadt und Hünfeld raus

Hessenpokal ohne Amateure: Fußball-Verband entscheidet, dass wegen Corona nur die Profis weiterspielen

  • Michel Ickler
    vonMichel Ickler
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Die gute Nachricht: Trotz Corona-Pandemie wird es einen Hessenpokalsieger geben. Dies entschied der Hessische Fußball-Verband (HFV) am Wochenende. Die schlechte Nachricht: Die Amateurvereine sind aus dem Rennen. Die Viertelfinal-Begegnungen steigen bereits in dieser Woche. 

Fulda/Frankfurt - Die Würfel sind gefallen: Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz und der Hünfelder SV müssen ihre Träume vom DFB-Pokal begraben. Trotz des Einzuges in das Hessenpokal-Achtelfinale ist für die Osthessen nun Schluss. Die acht Amateurteams, die zum Zeitpunkt des Abbruchs noch im Wettbewerb vertreten waren, sollen allerdings eine finanzielle Entschädigung von den übriggebliebenen höherklassigen Vereinen erhalten. Der Betrag beläuft sich nach Recherchen der Fuldaer Zeitung auf 3000 Euro.

„Die Entscheidung war alternativlos“, sagt Pokalspielleiter Matthias Bausch auf Nachfrage. Der Grund: „Es ist nicht absehbar, wann Amateurclubs wieder Fußball spielen dürfen.“ Der Verband hatte in der Spielordnung verankert, dass der Verbandsvorstand Entscheidungsgewalt besitzt, falls durch die Corona-Pandemie eine reguläre Fortführung des Pokals nicht möglich ist.

Hessenpokal: Barockstadt Fulda und Hünfelder SV sind raus - nur Proficlubs dürfen weiterspielen

Süd-Verbandsligist Pars Neu-Isenburg hatte sich für einen Losentscheid stark gemacht, der laut Spielordnung in der vergangenen Spielzeit im Falle des Falles erste Wahl gewesen wäre. Diesen Passus zog nun Pars-Vertreter Sasan Tabib heran. In einem solchen Fall hätte es, wie Bausch sagt, aber keine Entschädigung für die verbliebenen Vereine gegeben. So haben sich alle Beteiligten auf die naheliegendste Lösung geeignet: Die Vereine ab Regionalliga aufwärts spielen den Pokal aus. Bei der Verbandsvorstandssitzung gab es eine Enthaltung und keine Gegenstimme. Der Hessenpokalsieger muss bis zum 1. Juli ermittelt werden. (Lesen Sie hier: Hessen- und Kreispokale in der Corona-Pandemie: Wie geht es für die Fußballer weiter?)

„Natürlich ist es bedauerlich, dass die acht Amateurvereine in diesem Jahr nicht die Möglichkeit wahrnehmen können, als Sieger in den DFB-Pokal-Wettbewerb einzuziehen“, bedauert HFV-Präsident Stefan Reuß. Der Verband habe aber unter den Gegebenheiten eine solidarisch getragene Lösung gefunden. Neben der finanziellen Entschädigung räumt der HFV den ausscheidenden Achtelfinalisten zusätzlich ein Startrecht im Hessenpokal der kommenden Saison ein. Unabhängig von diesem Beschluss empfiehlt der Verbandsvorstand, die acht ausscheidenden Mannschaften sogar bereits im Achtelfinale einzugliedern.

Fußball: Verfahren im Hessenpokal entschieden - Hinter dem Kreispokal stehen viele Fragezeichen

Dabei handelt es sich aber lediglich um eine Empfehlung. Die Rechnung ist einfach: Die acht hessischen Vereine aus der Regionalliga und der Dritten Liga, die in dieser Spielzeit dort vertreten sind, sind für gewöhnlich in der kommenden Saison bereits für das Achtelfinale gesetzt – alle 16 Plätze im Achtelfinale wären belegt. Die höherklassigen Vereine müssten demnach früher in den Hessenpokal einsteigen. Da nicht sicher ist, wann die neue Saison startet, und wie viele Begegnungen die hessischen Regionalligisten zu bestreiten haben, ist Terminstress vorprogrammiert. Ergo: Die Empfehlung ist mit vielen Fragezeichen versehen.

Termine für die Viertelfinal-Spiele

Dienstag, 27. April, 17.30 Uhr: Hessen Kassel – Steinbach Haiger

Mittwoch, 28. April, 17 Uhr: FC Gießen – Wehen Wiesbaden

Mitwoch, 28. April, 17.30 Uhr: Bayern Alzenau – Kickers Offenbach

Mittwoch, 28. April, 19 Uhr: Eintracht Stadtallendorf – FSV Frankfurt

Viele Fragezeichen stehen auch noch hinter dem Kreispokal, der nicht Thema der Verbandsvorstandssitzung war. „Dort ist die Situation in ganz Hessen verschieden“, berichtet Bausch. Manche Fußballkreise haben mehrere Runden gespielt, andere stehen noch am Anfang. Fulda und Schlüchtern haben bereits das Achtelfinale ausgespielt. In Hünfeld/Lauterbach stehen mit Burghaun und Eiterfeld/Leimbach bereits zwei der vier Halbfinalisten fest. Fakt ist, dass jeder Kreis einen Verein für den Hessenpokal melden darf. „Ob die Teilnehmer nach der Corona-Pandemie ausgespielt oder gelost werden, kann ich nicht beantworten“, sagt Bausch. Dies wird in der Hand der einzelnen Pokalleiter auf Kreisebene liegen – sollte der Kreispokal nicht abgebrochen werden.

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