Markus Pflanz aus Langenschwarz hat als Trainer mit dem KV Oostende in Belgien eine tolle Saison gespielt - und neue Freunde gefunden.
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Markus Pflanz aus Langenschwarz hat als Trainer mit dem KV Oostende in Belgien eine tolle Saison gespielt - und neue Freunde gefunden.

Platz 5 in Belgien

Fußball: Markus Pflanz aus Langenschwarz spielt als Co-Trainer mit dem KV Oostende um einen Platz in Europa

  • Steffen Kollmann
    vonSteffen Kollmann
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Nach 34 Spieltagen wird abgerechnet. Das ist in der Bundesliga, das ist in Belgiens Eliteliga so. Vorbei ist die Saison für den Langenschwarzer Markus Pflanz, Co-Trainer beim KV Oostende, aber nicht. Der kleine Verein von der Nordseeküste kann sich noch für Europa qualifizieren.

Oostende/Langenschwarz - „Wenn mir vor dem ersten Spieltag jemand gesagt hätte, dass wir die reguläre Saison auf Platz fünf abschließen, hätte ich ihm gesagt: ‚Das ist eine schöne Wunschvorstellung, aber völlig unrealistisch‘“, unterstreicht Pflanz die Bedeutung dieser herausragenden Spielzeit. Pflanz war im Sommer 2020 als Co-Trainer zum belgische Erstligisten KV Oostende gewechselt. Der fünfte Rang bedeutet, dass sich Oostende in den Europe-Playoffs für die neugeschaffene Europa Conference League qualifizieren kann.

Gegner in einer Viererrunde sind Standard Lüttich, KAA Gent und KV Mechelen – der Sechste, Siebte und Achte der abgeschlossenen Runde. Der Sieger tritt gegen den Vierten der Meister-Playoffs um einen Startplatz in der Conference League an – es sei denn, der KRC Genk gewinnt das Pokalfinale gegen Lüttich. Dann würde der erste Platz der Europe-Playoffs für das europäische Geschäft reichen.

Fußball: Trainer Markus Pflanz aus Langenschwarz spielt mit dem KV Oostende um Europa

Ein aus deutscher Sicht ungewohntes Modell, das vorsieht, die Hälfte der bislang erzielten Punkte in die finalen Spiele mitzubringen. Oostende startet mit 27 Zählern (53 Punkte wurden erzielt, von 26,5 wurde aufgerundet) und damit zwei mehr als der erste Verfolger Standard Lüttich, das Samstag in einer Woche erster Gegner ist.

Dennoch sind die Rollen klar verteilt: „Wir sind der Underdog. Gent wollte um die Meisterschaft mitspielen, Mechelen und besonders Lüttich haben andere finanzielle Mittel. Wir haben dagegen den niedrigsten Etat von allen Teams in der Liga – es ist beachtlich, vor welchen Mannschaften wir teilweise gelandet sind“, ist Pflanz stolz.

Was den königlichen Fußballclub so stark macht? Das aggressive Gegenpressing à la RB Leipzig, für den Cheftrainer Alexander Blessin im Jugendbereich tätig war. „Gegen so eine Mannschaft wie uns haben viele Vereine in der Liga noch nie gespielt. Wir haben eher Probleme, wenn wir das Spiel selbst machen müssen“, analysiert Oostendes Co-Trainer. Deshalb holte der Club gegen Spitzenteams wie Antwerpen und Genk in je zwei Spielen vier Punkte, der Vorletzte Waasland-Beveren aber ging zweimal als Gewinner vom Platz.

Europa Conference League: Fußball-Trainer Markus Pflanz spielt mit dem KV Oostende in den Playoffs

Drei Punkte fehlten in der Endabrechnung für das Erreichen der Meister-Playoffs. „Wenn man die ganze Saison betrachtet, gehören wir auf Platz fünf, es ist alles in Ordnung so. In Summe hätten wir nicht mehr verdient gehabt.“ Dass Oostende den fünften Rang nun in den Playoffs verteidigen muss, stört den konservativ veranlagten Pflanz jedoch: „Wenn man nach 34 Spieltagen irgendwo steht, dann hat man diese Platzierung verdient“, findet der Langenschwarzer, der bedauert, dass fast die gesamte Saison – und vermutlich ebenfalls die folgenden entscheidenden Spiele – ohne Zuschauer stattfinden musste und müssen.

„Ich bin jetzt 45 Jahre und im Profifußball angekommen. Und ausgerechnet dann dürfen keine Zuschauer zu den Spielen. Ich habe noch nie ein volles Stadion erlebt. Besonders bedauere ich, dass ich die Kulisse in Lüttich nicht erleben durfte: Nicht umsonst hat Liverpool-Legende Steven Gerrard mal gesagt, dass dieses Stadion das lauteste ist.“ Dort endet die Saison am 22. Mai – womöglich mit der nächsten wahr gewordenen Wunschvorstellung.

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