Der Rhön-Radmarathon startet am Samstag mit 1500 Teilnehmern. Auf die Strecke gehen sollen sie allerdings mit Abstand. (Archivfoto)
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Der Rhön-Radmarathon startet am Samstag mit 1500 Teilnehmern. Auf die Strecke gehen sollen sie allerdings mit Abstand. (Archivfoto)

150 Helfer im Einsatz

Rhön-Radmarathon in Bimbach startet mit 1500 Teilnehmern - Veranstalter „positiv angespannt“

  • Sabine Kohl
    VonSabine Kohl
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In diesem Jahr ist es nicht Pfingsten, aber immerhin fährt man überhaupt wieder in Bimbach. Christoph Blum, Pressesprecher des ausrichtenden RSC Bimbach, gibt einen Ausblick auf den am Samstag stattfindenden Rhön-Radmarathon sowie die Rhön-Rundfahrt am Sonntag.

Herr Blum, wie groß war die Erleichterung bei Ihnen und Ihren Kollegen vom Orgateam, als das Gesundheitsamt endgültig grünes Licht für den Radmarathon gegeben hat?
Die Erleichterung war riesig. Wir haben lange darauf hingearbeitet, waren von Anfang an transparent gegenüber dem Gesundheitsamt. Von dort wurden die Maßnahmen, die wir geplant haben, gelobt. Aber lange waren die Corona-Auflagen so, dass eine Veranstaltung in der Größe des Radmarathons nicht möglich schien. Als dann die Lockerungen kamen und damit die Zusage des Gesundheitsamts des Landkreises Fulda, waren wir alle sehr erleichtert.
Und jetzt ist das große Wochenende fast gekommen. Am Samstag steht der Rhön-Radmarathon auf dem Programm, am Sonntag die Rhön-Rundfahrt. Sind Sie nervös?
Positiv angespannt würde ich es nennen. Wir hatten im Vorfeld so viele Orgateam-Sitzungen wie noch nie, und meinen, alles getan zu haben, was nötig ist, damit an beiden Tagen nichts schiefgeht. Aber es ist natürlich ein Abenteuer. Unser Verein ist einer der ersten, der nach dem Lockdown eine Veranstaltung dieser Größenordnung in Hessen ausrichtet. Da ist die Spannung selbstverständlich groß, ob alles klappt wie geplant.

Hessen: Rhön-Radmarathon in Bimbach mit 1500 Teilnehmern - Veranstalter „positiv angespannt“

Was ist anders als in den Vorjahren? Welche Auflagen müssen Sie erfüllen?
Zunächst haben wir die Teilnehmerzahl beim Radmarathon von 2000 auf 1500 reduziert. Außerdem gibt es keinen Massenstart. Stattdessen starten die Fahrer in mehreren Startblöcken zu je 125 gleichzeitig und mit Abstand. Wir dürfen keine Duschmöglichkeiten anbieten, es gibt keine Stände der Sponsoren vor Ort, außerdem nur einen eingeschränkten Festbetrieb im offenen Zelt. (Lesen Sie hier: Radsport: Rhön-Special-Cup gestartet - 450 Teilnehmer)
Wie viele Helfer haben Sie eingespannt, um alles umsetzen zu können? Mehr als in den Vorjahren?
Mehr nicht. Es sind wie immer um die 150 ehrenamtliche Helfer aus dem Verein im Einsatz. Aber wir mussten die Dienstpläne komplett umstrukturieren. Das hat mit die meiste Arbeit in der Vorbereitung gemacht. Beispielsweise brauchen wir weniger Leute beim Kuchenverkauf, dafür wesentlich mehr Ordner.

Rhön-Radmarathon in Bimbach: 302-Kilometer-Strecke fällt Corona zum Opfer

Sind die Corona-Auflagen auch der Grund, dass es in diesem Jahr keine 302-Kilometer-Strecke gibt, die 2019 zum 30-jährigen Bestehen des Radmarathons erstmals angeboten wurde?
Ja, richtig. Für die 302 Kilometer hätten wir einen noch früheren Start anbieten müssen. Außerdem wären die Fahrer noch sehr spät ins Ziel gekommen. Wir mussten aber in diesem Jahr die Kapazitäten unserer Helfer bündeln und können ohne die ganz lange Strecke die Starts und Zielankünfte besser kontrollieren. Das letzte was wir wollen, ist zu einem Superspreader-Event zu werden. Uns wurde mal vom Deutschen Radsport Bund attestiert, der Verein mit der größten Breitensportwirkung in Deutschland zu sein. Da möchten wir ein gutes Vorbild sein, damit andere Vereine sich vielleicht ein Beispiel an unserer Organisation für ihre eigenen Veranstaltungen nehmen können. 2022 soll es die 302 Kilometer aber wieder geben.
Üblicherweise sind die 2000 Startplätze für den Radmarathon innerhalb weniger Stunden vergeben. Wie war das in diesem Jahr?
Etwas verhaltener. Viele Starter waren heiß darauf, dass das Anmeldeportal öffnet. Etwa 1000 Startplätze waren innerhalb des ersten Tages belegt. Die übrigen Teilnehmer haben sich etwas mehr Zeit gelassen, vielleicht noch mal überlegt. Aber zwei oder drei Wochen nach Öffnung der Anmeldung waren alle Startplätze vergeben.

Anmeldung

Anmeldungen für die Rhön-Rundfahrt am Sonntag sind ausschließlich online möglich. Eine Nachmeldung vor Ort am Veranstaltungstag ist nicht möglich. Die Startzeitfenster liegen zwischen 7.30 Uhr und 10.30 Uhr.

Angeboten werden vom Veranstalter, dem RSC Bimbach, drei Strecken über 52, 85 und 114 Kilometer. Eine Familientour geht über 20 Kilometer. Für Mountainbiker ist eine 40 Kilometer lange Strecke mit 800 Höhenmetern ausgewiesen.

Starter müssen einen negativen Corona-Test vorweisen, eine vollständige Impfung oder einen Genesenennachweis. Weitere Informationen gibt es im Internet unter rhoen-radmarathon.de. / sko

Dürfen die Teilnehmer in diesem Jahr mit Neuerungen abseits von Corona rechnen?
Nein, wir orientieren uns an den Veranstaltungen der vergangenen Jahre. Wir wollten nicht mit neuen Events oder Veränderungen werben in einem Jahr, in dem sowieso schon so vieles anders ist. Was wir an Neuerungen im Kopf haben, wollen wir umsetzen, wenn alles wieder normal ist, hoffentlich nächstes Jahr.
Neben dem Radmarathon am Samstag steht am Sonntag die Rhön-Rundfahrt mit Touren für Familien und Mountainbiker auf dem Programm. Mit wie vielen weiteren Teilnehmern rechnen sie?
Bisher haben sich über das Online-Portal etwa 500 Teilnehmer angemeldet. Die werden sicher kommen. Andere warten vielleicht noch ab, wie das Wetter wird. Ich rechne etwa mit 700 Startern. Aber das werden wir sehen.

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