Die SG Barockstadt mit Marcel Trägler (links) und der Hünfelder SV mit Marcel Dücker in einem Hessenliga-Spiel.
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Erfolgsgarant und Sorgenkind: Während die SG Barockstadt um Marcel Trägler (links) eine tolle Saison spielt und für den großen Wurf bereit scheint, müssen sich der Hünfelder SV und Marcel Dücker mächtig steigern, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Torgranate-Analyse

Der Check zur Hessenliga: Weg zur Meisterschaft führt über Barockstadt 

  • Steffen Kollmann
    vonSteffen Kollmann
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Durch Corona geht in den Fußballligen seit Ende Oktober nichts. Wie es weitergeht, steht in den Sternen. Die Fußball-Experten von torgranate.de blicken in ihrer Analyse auf das Geschehene in der Hessenliga zurück und wagen einen Ausblick.

Osthessen - Gerade einmal 30 Prozent aller 380 Spiele sind absolviert, dennoch lässt sich eine klare Tendenz feststellen: Es deutet alles auf einen Titelzweikampf zwischen der SG Barockstadt und Hessen Dreieich hin. Beide Mannschaften haben erst einmal verloren – Dreieich im direkten Duell bei Wintermeister Barockstadt. Deutlich mehr Mannschaften müssen den Blick Richtung Abstiegsränge werfen. Platz 6 und 20 trennen nur zwölf Punkte, so dass die vier verbliebenen Osthessen Flieden, Steinbach, Neuhof und Hünfeld allesamt im Abstiegskampf stecken – so, wie es im Vorfeld schon prophezeit wurde.

Top

Losgehen muss es hier mit der Barockstadt. Elf von zwölf Spielen wurden gewonnen, gerade einmal 0,5 Gegentreffer im Schnitt kassiert. Die Abgänge der Schlüsselspieler Dominik Crljenec und Andre Fließ wurden mit den Neuen hervorragend kompensiert, insbesondere Mittelfeldspieler Tolga Duran entzückt mit seiner technischen Klasse. Die Art und Weise, wie Trainer Sedat Gören seine Truppe spielen lässt, kann sich sehen lassen. Ein Sonderlob hat auch der SV Flieden verdient. Die Buchonia galt als heißer Abstiegskandidat, steht mit 1,5 Zählern pro Spiel als zweitbester Osthesse aber super da. Und das, obwohl der so wichtige Sturmtank Fabian Schaub verletzungsbedingt selten zum Einsatz kam. Beachtlich ist auch die Entwicklung des SV Steinbach. Die „Jungen Wilden“ haben sich spielerisch klasse entwickelt und durften nicht umsonst einen Spieltag lang auf Platz eins übernachten. Der SV Neuhof steht trotz abermals großen Umbruchs im Sommer ebenfalls über dem Strich.

Flop

Nur bei einem Team der Region lief es nicht rund: dem Hünfelder SV. Der Verbandsliga-Meister, im Vorfeld als zweitbester Osthesse gehandelt, fand schwer in die Saison und verabschiedete sich mit fünf Spielen ohne eigenen Treffer. Gerade an der Torausbeute muss Trainer Johannes Helmke in seiner ersten Hessenliga-Saison arbeiten.

In Erinnerung bleibt

Fünf Osthessen bedeuten: So viele Hessenliga-Derbys wie nie zuvor! Zumindest bis zur Unterbrechung. Und in den letzten Wochen vor der erneuten Zwangspause überschlugen sich die Nachbarschaftsduelle geradezu, wenngleich Highlights zwischen Hünfeld und Steinbach sowie Neuhof und Flieden Corona-bedingt ausfielen. Apropos SVN: Der machte Anfang Oktober ungewollt Schlagzeilen, als fünf Spieler und zwei Co-Trainer den Verein verließen, Vorwürfe wie zu großer Sponsoreneinfluss wurden laut. Ein unschönes Bild in einer eigentlich ruhigen Spielzeit.

Zahlenspiel

Die Zahl der Saison lautet 250. Denn nur so viele Zuschauer durften ohne ein aufwendig angefertigtes, abgesegnetes Hygienekonzept an die Sportplätze. So gab es gerade zum Saisonstart, als das Wetter noch gut war, zahlreiche Spiele, die eine wesentlich bessere Kulisse verdient gehabt hätten. Spitzenreiter in dieser Rubrik ist das Derby zwischen Barockstadt und Flieden, das 950 Leute in die Johannisau lockte – während am gleichen Tag zum Duell zwischen Griesheim und Steinbach kein einziger Zuschauer kommen durfte.

Ausblick

Egal wie es weitergeht – der Weg zur Meisterschaft führt nur über Barockstadt. Es sieht gut aus, dass erstmals seit 20 Jahren (Borussia Fulda in der Saison 2000/01) ein Team aus der Region in die Regionalliga aufsteigt. Zumal im Vergleich zu anderen Ligen Platz zwei für eine Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigt. Daher – und weil es aus der Regionalliga im Sommer keine Absteiger gab – ist die Chance wohl so groß wie noch nie. Schwieriger zu prognostizieren ist der Abstiegskampf. Bei bis zu sechs Absteigern könnte es sein, dass es trotz guter bisheriger Serie für alle Osthessen lange spannend bleibt.

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