Die Frauen der SG Freiensteinau bejubeln im Mai 2009 die Teilnahme an der Relegation zur Landesliga Nord, wo sie aber scheiterten. Mittendrin Trainer Stefan Fuchs.
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Die Frauen der SG Freiensteinau bejubeln im Mai 2009 die Teilnahme an der Relegation zur Landesliga Nord, wo sie aber scheiterten. Mittendrin Trainer Stefan Fuchs.

50 Jahre Frauen-Fußball

Bereit für die Hessenliga: Die SG Freiensteinau ist im Fußballkreis Schlüchtern bei den Frauen das Nonplusultra

Mit zwei Teams stellt die SG Freiensteinau im Fußballkreis Schlüchtern bei den Frauen das Nonplusultra dar. Während die „Zweite“ in der Gruppenliga auf Platz vier rangiert, nimmt die „Erste“ in der Verbandsliga Nord Platz zwei ein.

Freiensteinau - Obwohl Jennifer Zeller – bei der Meisterschaft in der Gruppenliga 2019 mit 36 Treffern unangefochtene Torschützenkönigin – und Christina Reichenauer als Torschützinnen immer wieder in Erscheinung treten, möchte Kapitänin Nina Muth keine Akteurin gesondert hervorheben: „Wir können nur als Mannschaft Spiele gewinnen. Die beiden sind sicherlich Leistungsträgerinnen. Aber ich denke, dass jede einzelne Spielerin wichtig ist.“ Voraussetzung für die größten sportlichen Erfolge der beiden Teams vor eineinhalb Jahren mit den Aufstiegen in Verbands- und Gruppenliga ist sicherlich auch die Trainingsbeteiligung. Und die ist in Freiensteinau laut Nina Muth „super im Schnitt mit 25 Mädels“. Das Gros des Kaders stammt aus dem näheren Umkreis. „Die weitesten Wege haben die Mädels aus Jossa und Flieden“, verrät Muth, die gleichzeitig auch als Leiterin der Frauenabteilung fungiert. 

Die Wurzeln des Freiensteinauer Frauenfußballs reichen fast 25 Jahre zurück. Zuvor trug das Team die Farben des SV Nieder-Moos, „zog dann aber 1997 auf Initiative von Angela Eckhardt und Sylvia Seltner weiter nach Freiensteinau“ (Nina Muth). Dort wurde die Mannschaft zunächst noch etwas belächelt. „Aber die Resonanz der Zuschauer und auch der Rückhalt vom Verein waren schon immer super“, findet die Spielführerin lobende Worte für das Umfeld. 

Der Stellenwert des Frauenfußballs ist, so Muth, in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten ein ganzes Stück gestiegen: „Wir haben ja aktuell den Luxus, zwei Mannschaften und eine Mädchenmannschaft mit insgesamt über 50 Mädels zu haben.“ Doch der gesellschaftliche Wandel macht auch vor der Frauen-Abteilung der SG Freiensteinau nicht halt, berichtet Muth.

„Wir sehen bei unseren Mädels, dass der Kader auch immer mehr schrumpft und es schwierig wird, neue Mädels zu finden.“ Zudem nimmt die Zahl der Mädchenmannschaften immer weiter ab. So wurde das Freiensteinauer Team im Fußballkreis Frankfurt eingruppiert, was mit erheblichem logistischen Aufwand verbunden ist. Schließlich müssen bei den Auswärtsspielen beim KSV Langenbergheim, bei der JSG Kassel/Bieber und bei RW Großauheim erhebliche Strecken auf sich genommen werden.  

Das Aushängeschild verkörpert aber natürlich die Verbandsligamannschaft, die in dieser Saison bislang fünfmal angetreten ist und dabei vier Siege feiern konnte. Lediglich Tabellenführer TSV Klein-Linden musste sich Freiensteinau geschlagen geben (1:4). Daher wäre ein Aufstieg in die Hessenliga keineswegs unrealistisch.

„Der Verein steht komplett hinter den Frauen. Unser Ziel war es schon immer, höherklassig zu spielen. Wenn die Möglichkeit zum erneuten Aufstieg bestehen sollte, würden wir dies auf jeden Fall machen“, verrät Muth – mit nun mehr 38 Lenzen auch die Erfahrenste im Kader. Dennoch werden in Freiensteinau weiterhin „die Bälle flach“ gehalten. „Da wir ja gerade erst mit beiden Mannschaften aufgestiegen sind, denken wir zunächst mal daran, die Klassen zu halten“, nennt Muth das vorrangige Ziel für diese Spielzeit. (rd )

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