Barockstadts Patrick Schaaf springt im Kopfballduell höher als Fliedens Aaron Neu.
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Barockstadts Patrick Schaaf springt im Kopfballduell höher als Fliedens Aaron Neu.

Corona-Saison

Hessischer Fußball-Verband will über unterbrochene Saison entscheiden: Feiert nur die SG Barockstadt? 

Bald soll Gewissheit herrschen: Der Hessische Fußball-Verband (HFV) ist gewillt, am 27. März eine endgültige Entscheidung über den Ausgang der unterbrochenen Fußballsaison zu treffen.

Fulda - Auf der Verbandsvorstandssitzung am Donnerstagabend, durch die Präsident Stefan Reuß führte und die dem Vernehmen nach harmonisch verlief, wurden die Kreisfußballwarte über die weitere Vorgehensweise informiert. So sollen zunächst in Kreiskonferenzen Meinungsbilder der Vereine eingeholt werden, die gebündelt bis zum 25. März dem HFV zugehen sollen. Anschließend sichtet der Verband das Material und will zwei Tage später in einer neuerlichen Verbandsvorstandssitzung Nägel mit Köpfen machen – und kommunizieren.

Die Kreise sollen über zwei Möglichkeiten beraten: Annullierung der Meisterschaftsrunde oder Durchführung der Vorrunde. Reuß erklärte, dass eine einheitliche Lösung für Männer-, Frauen- und Jugendfußball angestrebt werde, und verwies gleichzeitig, dass sich bereits jetzt Gedanken über die kommende Saison gemacht würden. Alternative Spielmodelle könnten dann für mehr Flexibilität sorgen. Im Falle einer Annullierung würde diese Entscheidung nur für die Meisterschaftsrunde und nicht für Pokalspiele gelten.

Hessischer Fußball-Verband entscheidet über Corona-Saison

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Wird annulliert, gäbe es keine Auf- und Absteiger, die Ligen würden genauso aussehen wie in dieser Saison. Einzige Ausnahme könnte die Hessenliga sein. Da es sechs Absteiger aus der Regionalliga Südwest geben wird, könnte es Aufsteiger aus der Hessenliga – wo die SGBarockstadt Erster ist – in diese Liga geben. „Wir hoffen in jedem Fall darauf, dass es zu Aufsteigern kommen wird. Das liegt aber an den Verbänden und Spielklassen unter uns“, erklärt Regionalliga-Geschäftsführer Sascha Döther.

Konkreter als der HFV haben sich in dieser Frage die Vertreter der zweigeteilten Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar geäußert. Diese wollen selbst bei einer Annullierung die beiden Erstplatzierten Eintracht Trier und Wormatia Worms als Aufsteiger in die Regionalliga Südwest melden. Auf eine ähnliche Positionierung des Verbands hofft die SG Barockstadt, die die Lizenzbewerbung fristgerecht bis 17. Mai einreichen wird. „Das haben wir schon in den Jahren zuvor getan. Wir hoffen weiterhin, eine Lösung auf sportlichem Weg hinzubekommen. Wir befinden uns aber schon jetzt im Austausch mit anderen Vereinen in ähnlichen Situationen, wie zum Beispiel Trier, um abzuklopfen, was möglich ist“, erklärt SGB-Manager Sebastian Möller.

Sollte der SG Barockstadt bei einer Annullierung die Aufstiegsmöglichkeit genommen werden, möchte sich der Club rechtliche Schritte vorbehalten. Döther öffnet die Tür für mögliche Aufsteiger zumindest ein Stück. Vor wenigen Tagen wurden die Termine für die Aufstiegsspiele veröffentlicht, auch aus dem Rahmenterminplan für nächste Saison geht hervor, dass die Regionalliga Südwest mit vier Aufsteigern plant: „In unserem Sinne wäre eine vergleichbare Regelung. Wenn nur eine Oberliga einen Aufsteiger meldet, wird es schwierig. Wir werden mit 19 oder 20 Teams in die nächste Saison starten – sollte es keine Aufsteiger geben, können wir die Absteigerzahl reduzieren.“ (jg, kol)

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