Die Handballsaison im Kreis Fulda startet am 17. Oktober. Auf dem Foto ist ein Schiedsrichter zu sehen.
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Die Handballsaison startet am 17. Oktober. Ab dem 12. September sind jedoch schon Punktspiele zulässig. Allerdings nicht für alle Ligen.

Start erst im Oktober

HHV verschiebt Rundenstart um fünf Wochen - Das sagen die Handballer aus der Region

Was für ein Chaos! Der Hessische Handball-Verband hat den Rundenstart auf den 17./18. Oktober verschoben. Trotzdem ist es möglich, Spiele bereits ab dem 12./13. September auszutragen. Allerdings gilt dies nicht für die Meisterschaftsrunde im Bezirk Fulda-Melsungen. 

Fulda - Am Mittwoch gab der Hessische Handball-Verband (HHV) in einer Pressemitteilung bekannt, das Präsidium habe sich aufgrund der sich dauernd ändernden Corona-Lage noch einmal mit dem geplanten Ablauf der Saison 2020/21 beschäftigt und beschlossen, den ursprünglich für den 12./13. September geplanten Rundenbeginn grundsätzlich auf den 17./18. Oktober zu verschieben. Dieser Beschluss entspreche im Wesentlichen der Entscheidung des AK Spieltechnik.

Gleichzeitig habe das Präsidium den Vereinen aber die Möglichkeit eröffnet, Meisterschaftsspiele auch schon im Zeitraum zwischen dem 12. September und 17. Oktober zu spielen oder in diesen Bereich vorzuziehen, sofern die beiden beteiligten Vereine dies wünschen. Die Detailfragen zu diesem Beschluss werden in den Durchführungsbestimmungen festgelegt, die Anfang September veröffentlicht werden.

Hessischer Handball-Verband verschiebt Rundenstart - Spielausschuss aus Fulda-Hersfeld ist erfreut

Dies sorgte bei den hiesigen Vereinsvertretern für Verwirrung und Kopfschütteln. Am Abend meldete sich dann auch der Bezirksspielausschuss des Bezirks Fulda-Hersfeld in einer Pressemitteilung zu Wort. Über den Beschluss der Verschiebung des Saisonauftaktes um fünf Wochen nach hinten zeigte sich der Bezirksspielausschuss sehr erfreut. In der Mitteilung des Pressewartes heißt es aber: Die Saison im Handballbezirk Melsungen-Fulda werde am 17./18. Oktober beginnen mit den Spielen im Aktivenbereich, am 24. Oktober folge dann die Meisterschaftsrunde der Jugend.

Abweichend von der Entscheidung des Hessischen Handballverbandes, habe der Bezirksspielausschuss einstimmig beschlossen, keine Spiele vor diesem Zeitraum auszutragen, sondern diese Partien während der laufenden Saison nachzuholen beziehungsweise am Ende der jeweiligen Meisterrunde auszutragen. Diese Maßnahme werde die Arbeit der Klassenleiter entscheidend erleichtern.

Für die Vereine bedeutet dies, dass sich die Meisterschaftsrunde im Bezirk Melsungen-Fulda nach hinten verschieben kann. (rd,an)

Reaktionen aus der Region: Das sagen die Handballvertreter

Handballtrainer Jakub Kowacki (Porträtbild)
Jakub Kowacki, Trainer TV Flieden, findet das keine gute Idee
„Unsere Abteilungsleitung mit Werner Müller und Dominic di Meglio sagen uns immer sofort, wenn es wieder Neuerungen gibt. Wir halten uns selbstverständlich auch daran, weil wir natürlich unbedingt wieder spielen wollen.“ Die Vereine entscheiden zu lassen, ob die ein oder andere Partie vor Mitte Oktober ausgetragen werden soll, hält Kowacki für keine gute Idee: „Das wäre Wettbewerbsverzerrung. Im Kreis und der Stadt Offenbach etwa dürfen die Mannschaften derzeit gar kein Mannschaftstraining machen. Diese Vereine sind dann auch in der Vorbereitung klar im Nachteil und hätten zudem gegenüber anderen, die früher anfangen können, vielleicht vier oder fünf Spiele weniger bestritten. Wenn man Freizeithandball ohne Leistungsgedanken spielt, wäre das vielleicht noch möglich – aber nicht Bezirksoberliga aufwärts. Das Wichtigste in diesen Zeiten ist aber, dass wir auf unsere Gesundheit aufpassen.“
Stefan Hahner, Abteilungsleiter FT Fulda.
Stefan Hahner, Abteilungsleiter FT Fulda, sagt, dass sie erst Mitte Oktober anfangen werden
„Wir werden definitiv erst Mitte Oktober anfangen“, er habe sich vom HHV diesbezüglich eine klarere Linie gewünscht: „Das ist weder Fisch noch Fleisch. Wer Bock hat, spielt halt schon mal zwei Spiele, der andere wartet eben noch. Dadurch wird die Runde einfach nur verzerrt. Jeder Landkreis hat ganz unterschiedliche Vorgaben. Im Kreis Hersfeld/Rotenburg etwa dürfen die Kabinen und Duschen schon seit längerem wieder benutzt werden, bei uns hingegen noch nicht. Und so muss jeder Verein für seine Halle sein eigenes Hygienekonzept erarbeiten.“ Dass hierin sehr viele Widersprüche enthalten sind, ist ihm bewusst: „Wenn man nur im Abstand von 1,50 Meter mit Maske die Halle betreten darf und die Auswechselbänke in der Halbzeitpause desinfiziert werden müssen, ist es nur sehr schwer nachzuvollziehen, dass es anschließend im Spiel zwangsläufig zum Körperkontakt kommen muss. Aber die Spieler tun alles dafür, dieses Konzept umzusetzen, damit sie ihrem Sport wieder nachgehen können.“
Martin Abel, Abteilungsleiter Hünfelder SV.
Martin Abel, Abteilungsleiter Hünfelder SV, glaubt, dass ein Start im Oktober besser ist
„Der Beschluss kam ja heute erst raus. Daher kann ich zum jetzigen Zeitpunkt dazu auch noch nicht viel sagen. Erst einmal muss ich mit den Trainern und Betreuern sprechen und diese fragen, was sie davon halten. Und sollte wirklich ein Spiel vorverlegt werden, muss ja auch noch der Gegner zustimmen. Vom Organisatorischen her gesehen halte ich einen Start Mitte Oktober sogar für die bessere Lösung, zumal wir vom 12./13. September bis 17./18. Oktober drei Heimspiele wohl ohne Zuschauer austragen müssten. Betroffen sind wir diesbezüglich wohl nur durch die Landesligamannschaft. Die restlichen Mannschaften spielen ja auf Bezirksebene. Und da ist es so, dass erst Mitte Oktober angefangen werden kann.“
Christoph Dimmerling, HSG Großenlüder/Hainzell.
Christoph Dimmerling, HSG Großenlüder/Hainzell, findet es schwierig, richtige Lösungen zu finden
„Es ist schwierig, da die richtige Lösung zu finden. Wir hatten das Training jetzt darauf ausgelegt, dass es am 12. oder 13. September losgehen soll. Da ist jetzt natürlich wieder etwas die Luft raus. Am Dienstag haben wir uns vom Vorstand getroffen, um ein Hygienekonzept für Spiele mit Zuschauern zu erarbeiten. Da sind wir jetzt schon mal einen Schritt weiter. Was die Trainer davon halten, Spiele vorzuverlegen, kann ich heute noch nicht sagen. Wir treffen uns erst am Freitag wieder.“

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