Maximilian Kaiser stellte sich im Vorfeld des Neulingslehrgangs den Fragen von Steffen Kollmann.
+
Maximilian Kaiser stellte sich im Vorfeld des Neulingslehrgangs den Fragen von Steffen Kollmann.

Im Interview

„Ohne Lernen wird’s nicht gehen“: Lehrwart Maximilian Kaiser vor dem Start des Schiedsrichter-Neulingslehrgang 

  • Steffen Kollmann
    vonSteffen Kollmann
    schließen

Heute ist es soweit, der Schiedsrichter-Neulingslehrgang des Kreises Lauterbach-Hünfeld startet. Wir haben im Vorfeld den neuen, alten Lehrwart Maximilian Kaiser (38) interviewt.

Hünfeld - Der in Hünfeld lebende Lehrer und Referee der SG Kiebitzgrund spricht über seine Erwartungen.

Sieben Jahre waren Sie, bevor Sie zwischenzeitlich Kreisschiedsrichterobmann wurden, bereits als Lehrwart tätig, haben also einige Neulingslehrgänge miterlebt. Jetzt muss dieser erstmals weitgehend digital stattfinden. Welche Gefühle haben Sie dabei?
Es ist sicherlich spannend, da uns viele Herausforderungen bevorstehen. In der Schiedsrichter-Ausbildung geht es nicht nur um das reine Regelwissen, auch die Persönlichkeit, die man darstellen muss, und Körpersprache sind super wichtig. Dies zu vermitteln, wird digital sehr schwierig werden. Für die entscheidenden Fußballregeln werden wir viel mit Videos arbeiten.
Andere Kreise wie Fulda haben mit ihren Lehrgängen schon begonnen. Haben Sie sich mit dem Fuldaer Lehrwart Marcus Klimek über seine Erfahrungen ausgetauscht?
Ja, es gab einen Austausch. Die wichtigste Erkenntnis war, dass Marcus zufrieden war und mir das positive Feedback gegeben hat, dass es auf diese Weise funktionieren kann.
Die ersten Einheiten finden digital statt, später wird es Präsenzveranstaltungen geben müssen – beispielsweise, um die Prüfung abzulegen. Wie planen Sie die kommenden Wochen und wie sehen weitere Schritte aus?
Alles hängt von den Kontaktbeschränkungen ab. Ziel ist es, die Prüfung am 8. Mai stattfinden zu lassen - und dann wäre es super, wenn es in dieser Saison zumindest noch ein paar Freundschaftsspiele geben würde. Die Begleitung der neuen Schiedsrichter bei den ersten Begegnungen ist wichtig. Wir bieten dafür ein Tandemspiel an.

Hünfeld: Lehrwart Maximilian Kaiser vor dem Start des Schiedsrichter-Neulingslehrgang im Interview

Ein Tandemspiel?
Das bedeutet, dass zwei Schiedsrichter auf dem Platz stehen. In der ersten Halbzeit pfeift der erfahrene Schiedsrichter, der Neuling begleitet ihn und kann Fragen stellen und Dinge erklärt bekommen. In der zweiten darf dieser dann ran, während der Erfahrene nur noch Mentor ist. Er muss sich dann zurückhalten und sollte nur bei groben Fehlern eingreifen.
Ähnlich wie beim Video Assistant Referee in der Bundesliga also.
Quasi, auch wenn man das eigentlich kaum miteinander vergleichen kann. Der Verband hat dieses Konzept vor ein paar Jahren entwickelt, und wir haben damit gute Erfahrungen gesammelt. Nach diesem Tandemspiel soll es dann noch drei Patenspiele geben, in denen der neue Schiedsrichter von außen begleitet wird.
Werden Sie den Lehrgang allein leiten oder gibt es weitere Vorträge von anderen Schiedsrichtern?
Mein Stellvertreter Elias Appel und ich werden federführend sein. Aber sicherlich werden sogar einige andere Schiedsrichter wie Joshua Herbert mithelfen. Insgesamt haben uns 14 Anmeldungen erreicht, was für unseren kleinen Kreis in dieser Zeit nicht schlecht ist.

Maximilian Kaiser: So ein Lehrgang lebt grundsätzlich von der Interaktion der Teilnehmer

Am Neulingslehrgang nehmen immer viele Jugendliche teil. Wird es schwer, diese aufgrund der fehlenden Präsenz zu motivieren?
Ich denke und hoffe, dass jeder, der sich für den Lehrgang angemeldet hat, Interesse zeigt. Durch die Schule sind Kinder die Videokonferenzen gewöhnt, und länger als 90 Minuten werden diese nicht gehen. Aber natürlich wird es vermehrt auf die Eigeninitiative ankommen, denn das Selbststudium wird eine wichtigere Rolle einnehmen.
Abschließend: Trauen Sie mir zu, die Prüfung zu bestehen?
Ich gehe davon aus, dass jemand mit Ihrer Fußballerfahrung bestehen wird. Die erfahrenen Teilnehmer helfen innerhalb eines Lehrgangs, da man tiefere Diskussionen führen kann. So ein Lehrgang lebt grundsätzlich von der Interaktion der Teilnehmer. Ich sage aber gleich, dass die Fußballregeln in den vergangenen Jahren komplexer geworden sind. Ohne Vorbereitung, beispielsweise durch das E-Learning-Portal des DFB, wird man nicht bestehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema