Maja Severloh vom Hünfelder SV dreht im Bürgerpark ihre Runden - beobachtet von Computer-Erfinder Konrad Zuse.
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Maja Severloh vom Hünfelder SV dreht im Bürgerpark ihre Runden - beobachtet von Computer-Erfinder Konrad Zuse.

Langstrecken-Läuferin

Kämpferin mit Disziplin und Köpfchen: Maja Severloh aus Hünfeld hat 5000-Meter-DM im Visier

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Schnee, Regen, Kälte und eisiger Wind können Maja Severloh nicht bremsen. Die 17-jährige Leichtathletin des Hünfelder SV zieht einsam ihre Runden. Auf dem Fahrradweg, im Bürgerpark oder auf Feld- und Waldwegen. Dabei hat sie immer ihr großes Ziel vor Augen: die 5000-Meter-DM im Mai.

Hünfeld - Durch den Corona-Lockdown ist Maja Severloh bisher sehr gut gekommen. „Mein Training hat sich nicht sehr verändert“, nennt sie den großen Vorteil einer Langstrecklerin, die den Sport immer und überall ausüben kann und nicht auf Geräte oder Trainingsstätten angewiesen ist. Als Alternativtraining bot sich zudem Skilanglauf an, wobei Maja die Technik des Skatens erlernte und Spaß daran fand.

Eines aber fehlt ihr: die Gesellschaft ihrer Mitstreiterinnen. „Es ist schon ein bisschen einsamer geworden, da wir wegen der Corona-Maßnahmen nicht gemeinsam im Stadion trainieren dürfen.“ Um sich nicht komplett aus den Augen zu verlieren, steht über Zoom ab und an ein Spieleabend auf dem Programm oder gemeinsames Krafttraining aus der Ferne.

Hünfeld: Maja Severloh hat 5000-Meter-DM im Visier - Kämpferin mit Disziplin und Köpfchen

Zudem hat sie noch einen Wunsch: „Mit Antonia Seemann würde ich gerne einmal trainieren, unsere Trainer stehen in Kontakt“, sagt Maja, die sich gemeinsame Einheiten mit Fliedens erfolgreicher 5000-Meter-Läuferin gut vorstellen kann. Antonia Seemann fiebert im Corona-Lockdown ihrem Triathlon-Debüt entgegen. Im vergangenen Jahr schraubte die Wigbert-Schülerin ihre Bestzeit über die 5000 Meter auf 18:26:75 Minuten, was Rang vier in der deutschen Bestenliste der U 18 und Platz 14 in der U 20 bedeutete, der sie seit diesem Jahr angehört. Eine Fußverletzung im Sommer bremste Maja Severloh aus, sonst wären wohl noch schnellere Zeiten als ihre bis dato erzielten Bestzeiten auf ihren Paradestrecken 3000 Meter und 5000 Meter sowie auf den Unterdistanzen möglich gewesen.

Maja Severloh: Mit Antonia Seemann würde ich gerne einmal trainieren

Das soll in diesem Jahr nachgeholt werden. Mit ihrem Trainer Nils Milde bildet Maja Severloh seit 2017 ein erfolgreiches Duo. „Ich bin superglücklich mit meinem Trainer, mit dem ich viele Einheiten zusammen trainieren kann und der mich sogar während der Verletzungspause bei Laune gehalten hat“, lobt Maja ihren Coach in höchsten Tönen. Besagter ist von seinem Schützling ebenfalls sehr angetan. Auf die Frage, was Maja auszeichnet, ist er kaum zu bremsen. „Das sind viele Dinge. Maja ist eine große Kämpferin, läuft mit Köpfchen, ist sehr diszipliniert, hat einen super Charakter und ist fast immer gut gelaunt.“

Sportlich habe sie sich von einer „langsamen“ Langstreckenläuferin zu einer spurtstarken Athletin kontinuierlich weiterentwickelt. So soll es weitergehen, ist Mildes Wunsch. Ohne seine Athletin unter Druck setzen zu wollen, hat er doch eine Zielvorgabe für die 17-Jährige: Über die 5000 Meter schneller zu sein als der Trainer.

Wunsch von Maja Severloh für 2021: Gesunde und verletzungsfreie Wettkampfsaison

Training ist ja schön, doch Wettkämpfe sind das Salz in der Suppe. Und die vermisst Maja schmerzlich. „Mein letzter Wettkampf ist schon ein paar Monate her. Ich kann es kaum abwarten, endlich mal wieder an den Start zu gehen.“

Für das Jahr 2021 wünscht sich die Hünfelderin eine gesunde und verletzungsfreie Wettkampfsaison. „Dafür sind die Deutschen Meisterschaften im Mai natürlich der beste Start. Ich werde auf jeden Fall mit viel Lust und Energie dort laufen“, zählt sie schon die Monate. Ein weiterer Höhepunkt wären die Deutschen Jugendmeisterschaften (30. Juli bis 1. August) in Rostock.

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