Kimmich infiziert   

Corona-Chaos bei den Bayern – Jamal Musiala mittendrin und nun wohl doch geimpft

  • Sebastian Reichert
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Corona-Chaos beim FC Bayern München und ein Junge aus Fulda mittendrin: Nach Medienberichten soll sich der 18-jährige Jamal Musiala, der derzeit wegen einer Corona-Quarantäne ausfällt, nun doch gegen das Virus impfen lassen haben. Indes wurden Joshua Kimmich und Eric Maxim Choupo-Moting positiv getestet.

München/Fulda - Während des Champions-League-Spiels des FC Bayern am Dienstag bei Dynamo Kiew, das die Münchener 2:1 gewannen, hatte die Fußball-Zeitschrift „Kicker“ berichtet, dass sich Serge Gnabry und Jamal Musiala nun erstmals gegen Corona haben impfen lassen. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ bestätigte diese Informationen.

Der 18-jährige Jamal Musiala, der seine frühen Kindheitsjahre in Fulda verbrachte, beim TSV Lehnerz spielte und dem Experten mittlerweile prophezeien, gute Chancen zu haben nach Lothar Matthäus der nächste deutsche Weltfußballer zu werden, hatte nach „Bild“-Berichten zu einem Kreis von mindestens vier Spielern vom FC Bayern gehört, die noch keine Corona-Impfung erhalten haben.

Jamal Musiala (FC Bayern): Chaos um Corona-Impfung - Junge aus Fulda mittendrin

Neben Jamal Musiala waren das nach überstimmenden Berichten Joshua Kimmich, Michael Cuisance und Eric Maxim Choupo-Moting. Sowohl Kimmich als auch Choupo-Moting sind unterdessen positiv getestet worden, wie der deutsche Fußball-Meister am Mittwoch mitteilte. Die beiden Spieler des FC Bayern befinden sich demnach in häuslicher Isolation.

Zuvor hatten sie sich schon in Quarantäne befunden, weil sie als Kontaktpersonen eines infizierten Bayern-Mitarbeiters identifiziert worden waren. Nach dem 4:0 des FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim am 23. Oktober hatte Nationalspieler Kimmich im Sky-Interview gesagt, dass er „persönlich noch ein paar Bedenken“ habe, „gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“. Er hatte sich deshalb noch nicht für eine Corona-Impfung entschieden.

Danach war rund um das Thema Corona-Impfung beim FC Bayern eine hitzige Debatte aufgekommen. Unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) und die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Alena Buyx, die sagte, dass Joshua Kimmich Falschinformationen aufgesessen sei, äußerten sich zu Streit um die ungeimpften Fußballer.

Am 21. November berichtete dann „Bild am Sonntag“, dass mehrere noch ungeimpfte Fußballprofis des FC Bayern auf Teile ihres Gehalts verzichten müssen. Demnach sollen die Bayern-Chefs jene vier Spieler, die bisher in Corona-Quarantäne mussten, nach einem Gespräch am vorigen Donnerstag von dieser Entscheidung unterrichtet haben. Sie sollen rückwirkend für die Quarantänewoche kein Gehalt bekommen.

Laut „BamS“-Bericht wollen die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters um den Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn, Präsident Herbert Hainer, Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Finanzchef Jan-Christian Dreesen damit ein Zeichen setzen und den Druck erhöhen, sich impfen zu lassen. Der Verein, dem diese nach außen gedrungenen Interna „aus Mannschaftskreisen“ nicht gefallen werden, äußerte sich zu dem Medienbericht auch auf Nachfrage nicht.

Jamal Musiala (FC Bayern): Stiko-Empfehlung für unter 18-Jährige erst im August

Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Jamal Musiala, Cuisance und Eric Maxim Choupo-Moting hatten am Dienstag in der Champions League in der Ukraine gefehlt, weil sie sich als Corona-Kontaktpersonen in Quarantäne befinden. Laut grundsätzlicher Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) müssen aber auch enge Kontaktpersonen ohne Symptome nicht mehr in Quarantäne, wenn sie geimpft sind. Darum geht es dem FC Bayern wohl.

Corona-Chaos beim FC Bayern München und ein Junge aus Fulda mittendrin: Nach Medienberichten soll sich nun Jamal Musiala, der derzeit wie Joshua Kimmich wegen einer Corona-Quarantäne ausfällt, doch gegen das Virus impfen lassen haben.

Serge Gnabry hatte sich im April mit dem Coronavirus infiziert und galt deshalb sechs Monate lang als genesen. Als Genesener würde er nun unmittelbar nach einer Impfung als vollständig geimpft gelten. Sollte Jamal Musiala jetzt eine Erstimpfung erhalten haben, hätte der Youngster hingegen erst frühestens nach der Winterpause, in der wohl die zweite Impfung erfolgen soll, einen vollständigen Schutz vor dem Virus.

„Bild“ und „Sport Bild“ berichteten zudem, dass auch Joshua Kimmich und Michael Cuisance eine Corona-Impfung in Erwägung ziehen würden. Trainer Julian Nagelsmann scheinen indes die aus FCB-Sicht vermeidbaren Quarantäne-Ausfälle von Spielern zu nerven. Bei der Pressekonferenz meldete sich - nachdem zuvor eigentlich schon die letzte Frage gestellt worden war - noch ein „Bild“-Journalist. „Corona?“, fragte Nagelsmann. „Dann gehen wir!“ Er stand auf und ging weg.

Corona-Chaos beim FC Bayern: Trainer Nagelsmann spricht von „Gratwanderung“

Zuvor hatte der Trainer des FC Bayern bereits erklärt, dass das Stoppen der Gehaltszahlungen durch den Arbeitgeber im Falle eines Ausfalls aufgrund einer Corona-Quarantäne nichts Fußball-spezifisches sei. Gleiches gelte auch beim Ausfall einer Zahnarzthelferin. Nagelsmann sprach von einer „Gratwanderung“ für ihn als Trainer. „Ich respektiere die Meinungen der Spieler.“ Aber er könne auch den Verein verstehen, vom Arbeitsrecht Gebrauch zu machen. Er wolle als „Verbindungsglied“ wirken. „Ich glaube, das klappt ganz gut - hoffe ich.“

Zu den kolportierten Corona-Impfungen von Jamal Musiala und Serge Gnabry sagte der Trainer des FC Bayern: „Ich kann das noch nicht bestätigen. Sollte es der Fall sein, dann freue ich mich darüber, dann ist es ein erster Schritt.“ Das medizinische Personal stehe in Kontakt mit den Profis in Quarantäne (lesen Sie auch hier: Jamal Musiala freut sich über Unterstützung aus Osthessen - „verbinde nur Positives mit Fulda“).

Auf Nachfrage der Fuldaer Zeitung äußerte sich der FC Bayern unterdessen am Mittwoch (24. November) nicht zu einer etwaigen Impfung von Jamal Musiala. Im Fall des in jungen Kinderjahren in Fulda aufgewachsenen Nationalspielers dürfte indes wohl auch sein Alter einer Rolle spielen (lesen Sie auch hier: Jamal Musiala - das ist der jüngste Torschütze vom FC Bayern in Zahlen).

Quarantäne-Ausfälle beim FC Bayern: Nagelsmann spricht von „kleiner Gefahr für Saisonziele“

Mitte August hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) sich für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder zwischen 12 und 17 Jahren ausgesprochen. Zuvor hatte die Stiko Impfungen bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren nicht allgemein empfohlen - sondern nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Jamal Musiala war erst am 26. Februar 18 Jahre alt geworden.

Nun scheint es so, als ob das Mega-Talent des FC Bayern wohl schon bald nicht mehr aufgrund von Corona-Quarantänen ausfallen muss. Julian Nagelsmann wird darüber froh sein. Der Trainer erklärte: „Es kommt immer darauf an, wie es sich in Zukunft gestaltet. Wenn natürlich die Spieler weiterhin in Quarantäne müssen, wenn sie ungeimpft sind, dann hat das immer eine kleine Gefahr für die Saisonziele.“

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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