Die gute Seele des TTC: Die Kassiererin bei Heimspielen, Maria Frauenholz, ist 90 Jahre alt geworden.
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Die gute Seele des TTC: Die Kassiererin bei Heimspielen, Maria Frauenholz, ist 90 Jahre alt geworden.

Herzlichen Glückwunsch!

Kassiererin Maria Frauenholz ist am Samstag 90 Jahre alt geworden

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Seit 25 Jahren sitzt sie bei Heimspielen an der Kasse und hat noch kein Spiel des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell verpasst. Am Samstag ist Maria Frauenholz, die gute Seele des Vereins, 90 Jahre alt geworden.

Fulda - „Bodenständig und zuverlässig“, so beschreibt Sohn Stefan seine Mutter. Mit ihr als Heimspielkassiererin hat Maberzells Vorsitzender einen guten Fang gemacht. Ob es ums Kuchenbacken ging oder sich jemand sieben Jahre lang um Jan-Ove Waldners Sportwäsche kümmern musste, auf Maria Frauenholz war Verlass.

Immer perfekt frisiert, mit einem Lächeln im Gesicht, ein gutes Wort parat und stets hoch konzentriert versieht Maria Frauenholz ihren Dienst an der Kasse, verwöhnt zu Weihnachten die Besucher mit selbstgebackenen Plätzchen und die Kinder mit Süßigkeiten. 

Zu diesem Amt kam sie durch Zufall. „Nach dem Aufstieg in die Oberliga haben wir in der Saison 1994/95 begonnen, Eintritt zu verlangen“, berichtet Stefan Frauenholz. Der damalige Kassierer habe gleich nach Spielbeginn seinen Posten verlassen, um sich die Partie anzuschauen.

Das missfiel Mama Frauenholz. Das gehe doch nicht, dass niemand mehr an der Kasse sitze, klagte sie. Die Spiele waren für die damals 65-Jährige so aufregend, dass sie es nicht in der Halle aushielt, und so kam der Tausch zustande. Seitdem ist die Maberzellerin uneingeschränkte Herrin der Kasse – mit wechselnder Unterstützung. Zuerst assistierte ihr Mann Johann, der 1999 starb, dann für zehn Jahre Roswitha Schulz und seitdem Eva Geier.

Maria Frauenholz liebt ihren Posten, verrichtet ihn mit Akribie. Wie ernst es ihr ist, diese Aufgabe zuverlässig zu erfüllen, bekommen seit einem Vierteljahrhundert ihr Freundeskreis und die Verwandtschaft zu spüren. „Heimspiele haben immer Priorität“, berichtet Sohn Stefan.

Egal ob Geburtstagsfeiern, Ausflüge oder sonstige Festivitäten, da ist Maria Frauenholz zwar nicht abgeneigt – aber nur, wenn keine Heimspiele sind. Die Urlaube richteten sich nach den Spielplänen und wohl sogar etwaige Krankheiten, denn sie habe bei keinem einzigen Spiel gefehlt, weiß Stefan Frauenholz.

Damit es mit dem Siegen klappt, baut Maria Frauenholz zusätzlich zum Daumendrücken auf göttlichen Beistand. Nach dem Gottesdienstbesuch zündete sie immer eine Kerze für den TTC an. Seit drei Jahren verzichtet sie aufgrund ihrer Bewegungseinschränkung auf die Kirchenbesuche und weicht auf Messen im Fernsehen aus, die Tischtennisheimspiele sind ihr aber weiterhin heilig. 

Die Nervosität hat sich nicht gelegt und wird größer, je näher der Spielbeginn rückt. „Hoffentlich klappt es heute“, sagt sie und hält zur Unterstützung beide gedrückten Daumen hoch. Früher lenkte sie sich mit Häkelarbeiten ab und hörte am Klatschen der Zuschauer, wie das Spiel stand.

Heute macht sie Handarbeiten nur noch zu Hause, wagt sich dafür aber nach der Pause in die Halle, um ihrem TTC gemeinsam mit Freundin Eva beizustehen. „So ein Mist“, schimpft sie, wenn es mal nicht geklappt hat. Doch in den 25 Jahren gab es mehr Siege als Niederlagen.

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