Sara Gambetta liebt es, wenn die Kugel fliegt.
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Sara Gambetta liebt es, wenn die Kugel fliegt.

Probleme mit der Technik

Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund: Kugelstoßerin Sara Gambetta aus Rimbach peilt EM-Norm an

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Die EM-Teilnahme ist das Ziel. Unter Druck setzen lässt sich Sara Gambetta (SV Halle) nicht. Denn wenn es bei den Deutschen Hallenmeisterschaften am Samstag in Dortmund nicht mit der Norm von 18,20 Metern klappen sollte, gibt es für die 28-jährige Kugelstoßerin einen Plan B. 

Rimbach - So ganz genau weiß Sara Gambetta derzeit nicht, wo sie steht. „Mal schauen, wo es am Samstag hingeht“, will sich die Rimbacherin überraschen lassen. Möglichst weit soll die Kugel fliegen. Dass sie es drauf hat, hat die Lehramtsstudentin beim ersten Hallenwettkampf im Januar in Chemnitz gezeigt, als die Kugel auf 18,18 Meter flog, und sie beim Sieg der WM-Dritten Christina Schwanitz (LV Erzgebirge, 19,11 m) als Zweite die Norm um die Winzigkeit von zwei Zentimetern verfehlte. Optimal war der Stoß zudem nicht.

Kugelstoßen: Deutsche Hallenmeisterschaften in Dortmund - Sara Gambetta aus Rimbach peilt EM-Norm an

Bei den zwei in kurzen Abständen folgenden Wettkämpfen ging es allerdings statt nach vorne eher zurück. 18,08 Metern in Karlsruhe folgten 17,67 Meter in Rochlitz. „Meine Stöße waren so unsauber, dass ich hinterher Probleme mit dem Ellenbogen und der Schulter hatte“, erklärt Gambetta. Eine Woche Trainingslager in Kienbaum brachten zudem die Erkenntnis, dass ihr Kraftniveau auf einem hohen Level steht. „Die Zubringerwerte sind super, die Technik reißt mich nicht so vom Hocker. Da ist immer zu viel Kopf dabei“, spielt sie auf die psychische Seite an, endlich das zeigen zu wollen, was möglich sein könnte. „Das muss aus dem Kopf raus, so gelingt es nicht.“

Drei Startplätze hat der DLV für die Hallen-EM (4. bis 7. März) im polnischen Torun. Am Samstag ist die letzte Möglichkeit, die Norm zu stoßen. Um die zwei restlichen Tickets hinter Christina Schwanitz kämpfen vermutlich drei Athletinnen. Neben Sara Gambetta sind dies Katharina Maisch (LV Erzgebirge) und Julia Ritter (TV Wattenscheid). Die amtierende Hallenmeisterin Alina Kenzel (Waiblingen) hat Gambetta nicht auf dem Zettel. Sie habe erst vor vier Monaten ihre Technik auf Drehstoß umgestellt. Dass dies für die Rimbacherin eine Option wäre, dem erteilt sie eine Absage. „Um Gottes Willen. Meine Zeit ist abgelaufen. Das reizt mich auch nicht.“

Sara Gambetta ist im besten Kugelstoßalter - Weitere Stufe auf der Karriereleiter soll erklimmt werden

Dabei kommt Gambetta, die am Donnerstag 28 Jahre alt geworden ist, nun ins beste Kugelstoßalter. „Das liegt zwischen Ende 20 und Anfang 30.“ Die Zeit rückt also näher, um eine weitere Stufe auf der Karriereleiter zu zünden.

Sollte es am Samstag mit der Norm nicht klappen, bedeutet das nicht das EM-Aus. In der Regel würden die 16 besten Kugelstoßerinnen der europäischen Rangliste zur EM eingeladen, das habe der Bundestrainer bestätigt. Sieben hätten erst die Norm gestoßen, sie stünde auf Rang acht, was eine Teilnahme auch ohne Norm bedeuten könnte. Darauf verlassen will sich die WM-13. allerdings nicht. 18,20 Meter hat sie auf jeden Fall drauf. Jetzt muss nur noch der Kopf mitspielen.

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