Volle Konzentration: Sara Gambetta legt in den letzten Versuch alles rein und kann ihn nicht halten.
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Volle Konzentration: Sara Gambetta legt in den letzten Versuch alles rein und kann ihn nicht halten.

Leichtathletik-Meisterschaft

Vizemeisterschaft: Sara Gambetta stößt bei DM 18,06 Meter - Verletzung schickt Zentgraf ins Aus

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Erst kann Sara Gambetta ihren gut 18,50-Meter-Stoß nicht halten, dann muss Severin Zentgraf mit Oberschenkelproblemen nach der ersten Hürde passen: Ihre Auftritte bei der Hallen-DM in Dortmund hatten sich die beiden hiesigen Leichtathleten anders vorgestellt.

Fulda/Dortmund - Einige Stunden nach Wettkampfende war Sara Gambetta (SV Halle) immer noch bedient. Die Kugelstoßerin aus Schlitz-Rimbach wurde zwar hinter Christina Schwanitz (LV Erzgebirge, 18,87 m) Deutsche Vizemeisterin, mit ihren 18,06 Metern verfehlte sie aber die EM-Norm (18,20 m) erneut. „Ich bin nur enttäuscht und verärgert, dass ich den letzten Versuch nicht halten konnte“, sagt die 28-Jährige.

Gambetta wollte die EM-Norm „offiziell machen“. Denn dass sie Anfang März (4. bis 7.) mit zur Hallen-EM nach Torun fährt, steht wohl außer Frage. Als Neunte der europäischen Bestenliste gilt sie ebenso als gesetzt wie die DM-Dritte Katharina Maisch (LVErzgebirge, 17,65) als Elfte des Rankings. Dem müsse nur noch der Deutsche Leichtathletik-Verband zustimmen. Aber da Gambettas Hallen-Bestleistung bei 18,18 Metern und die von Maisch bei 18,12 Metern liegt, sollte das nur Formsache sein. Zumal Sara Gambetta heute mit dem Stoß-Bundeskader zum EM-Trainingslager ins Olympische Trainingszentrum Kienbaum aufbricht.

Leichtathletik-DM: Sara Gambetta stößt 18,06 Meter und holt Silber

Von dort aus geht es eine Woche später ins polnische Torun. Gambetta geht davon aus, dass die Leichtathletik-verrückten Polen alles daran setzen werden, die Hallen-EM auszurichten. Um das Hygienekonzept einzuhalten, fahren die Werfer gemeinsam in einem Kleinbus von Kienbaum nach Torun und später wieder zurück, um möglichst wenige Kontakte mit anderen Athletinnen und Athleten zu haben.

Einen Tag nach dem Wettkampf konnte sich Sara Gambetta zumindest über ihre Vizemeisterschaft freuen. Bereits beim Einstoßen hat sie gezeigt, dass Weiten um die 18,50 Meter gut möglich sind. Nach fünf konstanten Durchgängen (17,88 m, 18,03 m, 17,93 m, 18,06 m, 17,99 m) im Wettkampf habe sie in den letzten Versuch mehr Aggressivität reingelegt. „Der Oberkörper ging dann zu weit über den Balken, und ich konnte den Versuch nicht mehr halten“, blickt sie zurück. Sie trat mit einem Fuß aus den Ring. Ungültig.

Leichtathletik-DM: Verletzung schickt Severin Zentgraf ins Aus

Zwei Stunden später stand Severin Zentgraf (USC Mainz) im Startblock. Für den Ehrenberger kam es noch ärger. Die Ausgangssituation war optimal. Von den 13 gemeldeten Athleten über die 60 Meter Hürden traten am Samstag nur zehn an, acht qualifizierten sich für das Finale. Die Chancen für den 23-Jährigen waren sehr gut. Doch bereits an der ersten Hürde ereilte Zentgraf das Aus: „Der Beuger hat dicht gemacht, ich bin weggeklappt und hoffe nur, dass es kein Muskelfaserriss ist.“ Mit der Oberschenkelmuskulatur hatte Severin Zentgraf beim Stabhochsprungtraining vor drei Wochen schon seine Probleme.

Das Aufwärmen und Einlaufen am Samstag sei aber problemlos gewesen. Neben der Verletzung ist die Tatsache ärgerlich, dass eine Zeit von 8,45 Sekunden gereicht hätte, um in den Endlauf einzuziehen. „Ich glaube nicht, dass es eine DM gegeben hat, bei der man mit solch einer Zeit ins Finale eingezogen ist“, ärgert sich Zentgraf, der ursprünglich seine Bestzeit von 8,19 Sekunden toppen wollte, über die verpasste Chance. Der Titel ging an Erik Balnuweit (TV Wattenscheid, 7,70 Sek.).

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