Erschöpft, aber zufrieden nach getaner Arbeit: Friedrich Schulze.
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Erschöpft, aber zufrieden nach getaner Arbeit: Friedrich Schulze.

Unfassbarer Leistungsschub

Leichtathletik-Talent Friedrich Schulze aus Petersberg rockt aktuell den Neunkampf

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Sieben Bestleistungen im Neunkampf und um 700 Punkte verbessert: Der Auftakt hätte kaum besser sein können. Friedrich Schulze aus Petersberg-Steinau katapultierte sich zum Saisonauftakt mit 5376 Zählern an die deutsche Spitze der M 15. 

Jetzt stehen 14 Tage Urlaub an, dann geht die Rekordjagd des Leichtathleten weiter. Im Training habe sich angedeutet, was Friedrich Schulze im Wettkampf bestätigt hat, verdeutlicht Vater Dirk Klug. Der 14-Jährige, seit dieser Saison für den TV Gelnhausen am Start, beeindruckte beim Einladungsmehrkampf des Landeskaders in Frankfurt mit einem unfassbaren Leistungsschub.

Sieben Bestleistungen in neun Disziplinen

„Seine Heimtrainerin Miriam Merx und sein Mehrkampf-Kadertrainer Philipp Schlesinger sind sehr zufrieden“, berichtet Klug. Der Papa natürlich auch. Zumal die Bedingungen alles andere als gut waren: Erstens musste Friedrich Schulze seinen Neunkampf mehr oder weniger alleine bestreiten, da er der einzige Starter in der U 16 war.

Ganz alleine die 80 Meter Hürden zu laufen und sich dann noch um sieben Zehntel zu verbessern, sei schon respektabel, sagt Klug. Und zweitens erwies sich der drehende Wind als größter Gegner. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz lief es für Friedrich Schulze mit sieben Bestleistungen in neun Disziplinen hervorragend, selbst wenn Vater Dirk anmerkt, dass noch mehr drin ist.

Hochsprung-Bundestrainerin Sophia Sagonas zeigt Interesse

„Friedrich hat sich sehr gut geschlagen. Sicherlich ist noch Luft nach oben, aber die Leistungen sind unter diesen Umständen wirklich toll.“ Dass der inzwischen 1,92 Meter große Gymnasiast ein Riesentalent ist und Hochsprung-Nachwuchsbundestrainerin Sophia Sagonas Interesse an dem Mehrkampf-Kaderathleten zeigt, deutete sich schon 2019 an.

Ausgerechnet mit den Sprungresultaten (Hochsprung 1,85 m, Stabhochsprung 3,30 m) war Schulze nicht ganz zufrieden. „Da hatte er sich schon ein, zwei Höhen mehr erwartet“, erzählt sein Vater. Auf Höhenjagd begibt sich Schulze, der mit den 1,85 Metern ebenfalls die deutsche U15-Bestenliste anführt, nach seiner Trainingspause.

Großes Dank an Physiotherapeut Michael Franz

„Friedrich hat in der Corona-Zeit komplett durchtrainiert und vier bis fünf Einheiten in der Woche absolviert, das ist schon beachtlich.“ Jetzt brauche er eine Pause. Und so kommt der zweiwöchige Familienurlaub an die Lausitzer Seenplatte sehr gelegen, um zu regenerieren.

Zwei Einladungswettkämpfe im Hochsprung sind schon fix: Am 29. Juli geht es nach Frankfurt, am 1. August nach Weinheim. Seine Körpergröße könnte er überspringen. Allerdings schlägt Friedrichs Herz eher für den Mehrkampf. Und da muss der Kaderathlet einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Die Mehrkampf-DM in Vaterstetten ist für die U 16 gestrichen worden.

„Friedrich hat sich damit abgefunden. Dafür stehen einige Hessenmeisterschaften auf dem Plan“, berichtet Klug. Dass es für seinen Sohn in diesem Jahr so gut läuft, sei auch ein Verdienst von Physiotherapeut Michael Franz vom Zentrum Mensch in Eichenzell, der ihn in den letzten Wochen gut „gerichtet“ habe, lobt Klug: „Der Hüftschiefstand ist behoben.“

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