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Leichtathletik-WM: Sara Gambetta wird im Kugelstoßen Neunte mit 18,17 Metern

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Von: Angelika Kleemann

Leichtathletik-WM in Belgrad: Sara Gambetta hat sich dieses Ziel gesetzt
Sara Gambetta greift am Freitagabend bei der Leichtathletik-WM in Belgrad an. © Michael Kappeler/dpa

Ihr WM-Trauma wird Sara Gambetta (SV Halle) auch in der Halle nicht los. Indiskutable 18,17 Meter und Rang neun bedeuteten für die Kugelstoßerin aus Schlitz-Rimbach gestern Abend in Belgrad das Ende ihres Medaillen-Traumes.

Update vom 19. März, 8.31 Uhr: Bei zwei Weltmeisterschaften verpasste die Olympia-Achte als 13. bereits hauchdünn in der Qualifikation den Endkampf, gestern Abend fehlten ihr zum Einzug ins Finale der besten acht wieder nur drei Zentimeter.

Entsprechend bedient war Sara Gambetta nach dem Wettkampf. Keinen der drei Stöße (18,16 m, 18,17 m, 17,66 m) traf sie nur ansatzweise, lieferte ihren schlechtesten Wettkampf der ganzen Hallensaison ab und war weit entfernt von ihrem Ziel 19 plus. Als Sechste der Meldeliste mit einer Bestleistung von 19,05 Metern angereist, wollte die Deutsche Hallenmeisterin in Belgrad noch einen draufsetzen, zumal sie sich in blendender Form befand. Doch es kam anders. „Ich habe mich schon nicht gut eingestoßen, das hat sich im Wettkampf fortgesetzt. Ich bin total sauer auf mich, dass ich so schlecht gestoßen habe, denn 18,17 Meter sind nicht mein Anspruch“, ärgert sich die 29-Jährige. Kaum besser erging es der zweiten deutschen Starterin Katharina Maisch (LV Erzgebirge), die mit ihrer ebenfalls schlechtesten Saisonleistung (17,83 m) Elfte wurde.

Leichtathletik-WM in Belgrad: Sara Gambetta wird im Kugelstoßen Neunte

Jetzt steht erst einmal eine Analyse des Wettkampfes an, dann will Sara Gambetta ein paar Tage „die Füße hochlegen“, denn am kommenden Wochenende geht es schon wieder ins Trainingslager nach Zypern zur Vorbereitung auf die Freiluftsaison. „Es werden auch wieder andere Tage kommen“, blickt sie optimistisch nach vorne.

Im Finale lief die Konkurrenz zur Höchstform auf. Im fünften Durchgang verbesserte die Amerikanerin Chase Ealey ihre Hallen-Jahresbestleistung um einen Meter und übertraf als erste Stoßerin des Jahres mit 20,21 Metern die 20-Meter-Marke. Die Antwort der Favoritin Auriol Dongmo (Portugal) folgte prompt: Dynamisch katapultierte die Europameisterin die Kugel auf 20,43 Meter, sorgte für klare Verhältnisse und sicherte sich den WM-Titel. Dritte wurde die Niederländerin Jessica Schilder (19,48 m).

Erstmeldung vom 17. März: Fulda/Belgrad - Als Sechste der Meldeliste ist die Olympia-Achte des SVHalle in die serbische Hauptstadt gereist. Druck verspürt Sara Gambetta aus Rimbach (Vogelsberg) nicht. „Ich bin ganz entspannt und hoffe, dass das am Freitagabend auch so bleiben wird“, sagt sie am Mittwoch beim Zwischenstopp auf dem Frankfurter Flughafen. Denn sie weiß, was sie drauf hat und zeigt Nervenstärke.

„Gerade im letzten Jahr habe ich bei internationalen Wettkämpfen so viel dazugelernt und mir eine innere Ruhe zugelegt. Die vermisse ich allerdings noch bei nationalen Veranstaltungen“, gibt sie mit Anspielung auf die Hallen-DM zu. Bei der sei sie sehr nervös gewesen.

Die Erinnerung an Leipzig ist allerdings eine gute: Die 29-Jährige stieß erstmals über 19 Meter und holte sich mit 19,05 Metern zudem ihren ersten Hallentitel.

Leichtathletik-WM in Belgrad: Sara Gambetta hat sich dieses Ziel gesetzt

Das macht Lust auf mehr. Nach der DM habe sie zwei Wochen gut trainiert und gerade in der letzten Woche viel gestoßen. Die Zuversicht ist groß, dass es am Freitag (18.55 Uhr) noch weiter gehen kann. „Der Stoß bei den deutschen Meisterschaften hat sich für mich nicht so weit angefühlt“, sagt sie, deshalb sei mehr möglich ist.

Eine 19 soll auf jeden Fall vor dem Komma stehen, damit wäre sie zufrieden. Was solch eine Weite in der Endabrechnung bedeuten könnte? Schulterzucken. Von einer Top-Acht-Platzierung bis hin zu einer Medaille sei alles möglich.

Konkurrenz bei Leichtathletik-WM in Belgrad für Sara Gambetta ist groß

Die Konkurrenz ist groß – auch wenn die drei Medaillengewinnerinnen von Tokio nicht dabei sind – und aufgrund der Vielzahl an Drehstoßerinnen unberechenbar. 10 der 16 gemeldeten Kugelstoßerinnen haben in dieser Hallensaison schon 18,80 Meter und weiter gestoßen, unter ihnen die zweite deutsche Starterin Katharina Maisch (LVErzgebirge, 18,88 m). Acht kommen in den Endkampf. Der ist Gambettas Minimalziel.

Die Meldeliste führt die Olympia-Vierte Auriol Dongmo (Portugal) mit 19,90 Metern an vor den Drehstoßerinnen Maggie Ewen (USA, 19,79) und Jessica Schilder (Niederlande, 19,72). Einen Sieg gegen Dongmo feierte Gambetta im vergangenen Jahr bei der Team-EM. Und Drehstoßerinnen sind nicht für Stabilität bekannt. Es wird sehr spannend.

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