Setzt sich noch längst nicht zur Ruhe: Jürgen Schuck beim Coaching im Weitsprung.
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Setzt sich noch längst nicht zur Ruhe: Jürgen Schuck beim Coaching im Weitsprung.

LGFulda

Leichtathletik-Trainer Jürgen Schuck nach 50 Jahren kaum abgenutzt: „Das Feuer in mir brennt noch“

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Abnutzungserscheinungen machen sich bei Jürgen Schuck selbst nach 50 Jahren nicht bemerkbar. Von Anfang an ist der Leichtathlet mit Leib und Seele Trainer bei der LGFulda, bekleidet zudem immer einen Vorstandsposten und lässt sich mit bald 67 Jahren erneut in die Pflicht nehmen – als Vorsitzender.

Fulda - „Mir steht ein gutes Team zur Seite. Dem Verein zuliebe mache ich es noch einmal für zwei Jahre“, nennt Jürgen Schuck aus Fulda seinen Beweggrund. Auf ihn ist Verlass. Wie immer.

Einmal Leichtathlet, immer Leichtathlet. Einmal LGFulda, immer LGFulda. Den Verein zu führen oder im Vorstand mitzuarbeiten, im HLV-Kreis Fulda-Hünfeld ein Pöstchen zu haben oder als Schiedsrichter und Kampfrichter zu fungieren, ist die eine Sache. Doch mehr als 50 Jahre als Trainer tätig zu sein, mehrmals in der Woche auf dem Sportplatz zu stehen, sich für andere die Wochenenden bei Wettkämpfen um die Ohren zu schlagen und seine eigene Weitsprung- und Dreisprungkarriere (mit Bestleistungen von 7,21 beziehungsweise 14,76 Metern) zugunsten der Trainertätigkeit ausklingen zu lassen, das verdeutlicht, mit welcher Leidenschaft Jürgen Schuck bei der Sache ist.

LGFulda: Trainer Jürgen Schuck (66) hängt noch zwei Jahre dran

„Das Feuer in mir brennt noch. Und so lange das der Fall ist, werde ich Trainer sein“, erklärt der dreifache Familienvater und zweifache Opa, dessen Frau Petra mit ähnlicher Leidenschaft bei der LGFulda wirkt. „Der Verein hat mich früher top unterstützt, es war eine sehr schöne Zeit. Jetzt gebe ich dem Verein was zurück“, sagt Jürgen Schuck bescheiden. Er bezeichnet es zudem immer wieder als Privileg, dass er Beruf und Hobby miteinander verbinden konnte. „Was Schöneres gibt es nicht“, sagt der pensionierte Sport- und Musiklehrer, der viele Jahre an der Bardoschule wirkte. Außerdem halte ihn die Trainertätigkeit jung und gesund. „Dadurch, dass ich so viel draußen bin, war ich in den vergangenen Jahren kaum krank“, nennt er einen positiven Nebeneffekt.

Viele Talente kommen mit elf, zwölf Jahren zu Schuck. „Die kann ich dann sechs bis sieben Jahre auf ihrem sportlichen Weg begleiten und versuchen, dass sie das Maximale an Leistung bringen. Das treibt mich an, ist spannend und macht Spaß“, beschreibt er den Reiz. Und es waren einige Athletinnen und Athleten, die es unter Jürgen Schuck schafften, hessische und süddeutsche Titel zu sammeln und sich für die Deutschen Jugendmeisterschaften zu qualifizieren.

Derzeit befindet sich der Pensionär in einer Zwangspause. Wegen des Corona-Lockdowns musste die LG wie alle anderen Vereine das Training komplett herunterfahren. Nur die beiden Kaderathletinnen Antonia Schrimpf und Isabel Jahn trainieren mit Uschi Möller, der Rest müsse sich mit Trainingsplänen alleine fit halten. „Die Gesundheit geht vor“, den Standpunkt vertritt Jürgen Schuck. Allerdings kann er nicht nachvollziehen, warum unter Einhaltung des Hygienekonzeptes in kleinen Gruppen nicht mehr draußen trainiert werden dürfe. „Das ist traurig“, sagt Schuck, gibt sich jedoch kämpferisch: „Da müssen wir durch.“ Die Hoffnung, dass ab Mai Wettkämpfe eingeschränkt stattfinden können, hält die Motivation hoch. Den Fulda-Marathon hat der Verein zudem angemeldet. Ob er am 12. September gestartet werden kann, steht allerdings in den Sternen.

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