Anna Hahner belegte beim Island Ultra Trail auf Madeira den dritten Platz.
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Anna Hahner belegte beim Island Ultra Trail auf Madeira den dritten Platz.

Vorfreude auf Heimat

Dritter Platz zum 32. Geburtstag: Anna Hahner startet beim Madeira Island Ultra Trail 

Ein besonderes Geschenk machte sich Anna Hahner zu ihrem 32. Geburtstag. Beim Madeira Island Ultra Trail lief sie nach 42 Kilometern und 2000 Höhenmetern auf der portugisieschen Atlantikinsel als Dritte über die Ziellinie.

Madeira - „Es war so cool auf der Strecke. In den Abschnitten, wo es richtig hart war, habe ich mir einfach überlegt, wie dankbar ich bin, diesen Wettkampf an meinem Geburtstag laufen zu dürfen“, berichtet die gebürtige Nüsttalerin aus dem Kreis Fulda nach dem Rennen. Es war ihr 13. Wettkampf in diesem Jahr, davon drei Marathons. Auf Madeira trat sie nun zum letzten Mal vor dem Jahreswechsel an.

Und das inklusive Geburtstagsständchen: „Bei der ersten Verpflegungsstelle am höchsten Punkt des Rennens habe ich von weitem schon ein ‚Happy Birthday‘ gehört, das unser Teamchef mit einer anderen Athletin mir gesungen haben. Da hatte ich richtig Gänsehaut“, erzählt Anna Hahner. Ihre Schwester Lisa war übrigens nicht vor Ort, nicht das erste Mal im Leben der 32-jährigen Zwillinge natürlich. Aber so weit voneinander entfernt seien sie an ihrem Ehrentag noch nie gewesen, sagt Anna. Aber: „Gefühlt war Lisa beim Rennen die ganze Zeit bei mir. Sie hat mir vor dem Abflug Ohrringe geschenkt, die ich im Rennen getragen habe.“

Madeira Island Ultra Trail: Anna Hahner belegt dritten Platz

Nach 4:20 Stunden überquerte Anna mit einem Freudensprung die Ziellinie hinter der Spanierin Sheila Avilés Castano und der Französin Esther Eustache. Der Madeira Island Ultra Trail gehört zu den beliebtesten Trailläufen der Welt und findet üblicherweise im Frühjahr statt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Lauf in diesem Jahr in den November gelegt. Für Anna Hahner ein Glück, die ja erst Ende Juni ihr erstes Trailrennen absolvierte.

„Die Strecke war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Wir sind durch super schöne Natur gelaufen, haben uns super steile Passagen den Berg hoch gekämpft und über lehmige Downhill-Abschnitte den Weg nach unten gesucht. Das war technisch schon sehr anspruchsvoll zu laufen“, beschreibt Hahner die Strecke. Genau das sei es, was für sie das Trailrunning ausmache. „Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, auf die man sich einstellen muss. Die letzten Kilometer waren recht flach, das hat also bedeutet, noch einmal aufs Gaspedal zu drücken und das letzte aus sich heraus zu holen.“ (Lesen Sie auch: 3 Tage, 91 km, 5600 Höhenmeter: Anna Hahner wird Siebte bei Rennen auf den Azoren)

Zucker und Koffein für die letzten Kilometer des Island Ultra Trails

Es gebe wenige Momente in ihrem Leben, in denen sie Cola trinke, erklärt Anna schmunzelnd. Doch auf den letzten Kilometern während eines Marathons sei dieses Getränk genau das, was sie brauche. „Bei Kilometer 30 habe ich meine Flasche an der Verpflegungsstelle mit Cola aufgefüllt. Der Zucker und das Koffein gibt mir für die letzten Kilometer noch mal einen Kick.“ Trailläufer transportieren – im Gegensatz zu Straßen-Marathonläufern – ihre Verpflegung selbst.

Hahner selbst – so sagte sie kürzlich in einem Podcast-Interview – wolle sich ungern in die eine oder andere Kategorie einordnen lassen. Sie wolle einfach als Läuferin, egal ob Trail oder Straße, wahrgenommen werden. Obwohl sie nun Trail laufe, betrachte sie das Kapitel Straße noch nicht als abgeschlossen. „Ich kann mir durchaus vorstellen, auch wieder bei einem Straßenlauf an der Startlinie zu stehen.“

Läuferin Anna Hahner freut sich auf Weihnachten in der Heimat

Jetzt wolle sie aber erst einmal zwei Wochen Pause machen, auf die sie sich freue. Ein straffes Programm sei es in den vergangenen Monaten gewesen, so die Nüsttalerin. „Die vielen Wettkämpfe haben mir sehr geholfen, im Trailbereich Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Anna Hahner ihre vielen Starts in diesem Jahr.

„Ich bin zwar eine erfahrene Läuferin, doch im Trailbereich war ich bis Juni total grün hinter den Ohren.“ Umso mehr freue sie sich, sich jetzt bereits international messen zu dürfen. Nach der Pause soll das Wintertraining aufgenommen werden, dann auch wieder mit Langlauf-Einheiten in den Chiemgauer Alpen.

Und über Weihnachten wird sie die Energiespeicher in ihrem Heimatdorf Rimmels auftanken: „Über die Feiertage sind all meine Geschwister zu Hause. Ich freue mich sehr darauf, mit der ganzen Familie Zeit zu verbringen. Ich genieße es immer total, wenn ich ‚Fulda‘ auf dem Bahnhofschild lese und weiß, dass ich wieder in der Heimat bin.“

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