Physiotherapeut Niklas Mazeczek (links) legt Hand an Kevin Trapp, Torwart von Eintracht Frankfurt.
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Physiotherapeut Niklas Mazeczek (links) legt Hand an Kevin Trapp, Torwart von Eintracht Frankfurt.

„Besonderes Privileg“

Aus Schlüchtern zu Eintracht Frankfurt - Physiotherapeut Niklas Mazeczek hat seinen Traumjob gefunden

Von Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis zu Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt: Bei einem Profiverein zu arbeiten ist der Lebenstraum vieler Physiotherapeuten. Niklas Mazeczek hat ihn verwirklicht. 

Frankfurt - Seit einem Jahr betreut Mazeczek die Fußballer von Eintracht Frankfurt physiotherapeutisch. „Für mich ist es ein besonderes Privileg, dies tun zu dürfen. Im Herzen bin ich Fußballer“, sagt der 34-Jährige, der aus einer sportbegeisterten Familie aus Schlüchtern stammt.

Berufserfahrung bringt der Sportphysiotherapeut und Osteopath, der sich nebenbei auf seine Heilpraktikerprüfung vorbereitet, ausreichend mit. Zuvor war er auf der anderen Mainseite bei Kickers Offenbach tätig. Als Mazeczek zwischen den Jahren vor zwölf Monaten einen Anruf des leitenden Mannschaftsarztes Prof. Dr. Florian Pfab bekam, konnte er sein Glück kaum fassen.

Main-Kinzig-Kreis: Aus Schlüchtern zu Eintracht Frankfurt - Physio Niklas Mazeczek hat Traumjob

„Um ehrlich zu sein: Ich habe gedacht, dass mich jemand auf den Arm nehmen will“, berichtet er. Es folgte ein positives Einstellungsgespräch mit dem leitenden Physiotherapeuten Christian Haser. Die letzte Hürde zum Traumjob war ein finales Gespräch mit SGE-Trainer Adi Hütter, Manager Fredi Bobic und Bruno Hübner, Sportdirektor von Eintracht Frankfurt.

Es blieben ihm gerade einmal zwei Tage, um dies alles zu realisieren. „An meinem ersten Arbeitstag, am 2. Januar, saß ich dann schon im Flieger auf dem Weg ins Trainingslager der Eintracht nach Florida“, berichtet Niklas Mazeczek, der mit seiner kleinen Familie in Bad Soden-Salmünster lebt.

Bundesliga und Europa League mit 50.000 Fans im Stadion hautnah von der Bank aus zu erleben, wenn ich daran denke, bekomme ich noch immer Gänsehaut“, schwärmt Mazeczek. An einem normalen Trainingstag bei Eintracht Frankfurt befindet sich der Physiotherapeut ab 7 Uhr auf dem Gelände. Zuerst kümmert sich das Physio-Team um die optimale Trainingsvorbereitung.

Main-Kinzig-Kreis: Niklas Mazeczek bekommt bei Eintracht Frankfurt „Gänsehaut“

Die Getränkeflaschen der Spieler von Eintracht Frankfurt werden befüllt, Mineralgetränke gemischt, die Suplementierung bereitgestellt, Eisboxen vorbereitet. Zu dieser Uhrzeit ist noch kein Profi da, die Vorbereitung ist in vollem Gange. „Wenn die Jungs eintrudeln, muss alles an seinem Platz sein“, sagt Niklas Mazeczek.

Danach steht ein Treffen mit der kompletten medizinischen Abteilung von Eintracht Frankfurt auf dem Plan. Es dient dazu, alle auf den gleichen Stand zu bringen. Behandlungen von Spielern werden durchgesprochen, der Rehaverlauf diskutiert. „Diese Besprechungen sind extrem wichtig für die optimale Versorgung der Profis.“

Gegen 9 Uhr kommen die ersten Spieler der SGE. Einige frühstücken, andere haben schon die ersten Behandlungen. „Für uns Physiotherapeuten fängt da die eigentliche Arbeit an. Wir behandeln kleinere Blessuren, legen Tapeverbände an oder mobilisieren Gelenke.“

Eintracht Frankfurt: Physiotherapeut Niklas Mazeczek ist ganz nah am Team

Für „seine“ Jungs bei Eintracht Frankfurt hat der Physio immer ein offenes Ohr. „Wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, kommt es zu guten und manchmal auch lustigen Gesprächen. Man ist wirklich hautnah an der Mannschaft“, berichtet Physiotherapeut Mazeczek

Gegen 10 geht das Training bei Eintracht Frankfurt los. Einer der fünf Physiotherapeuten aus dem Team geht mit auf den Trainingsplatz, um bei Verletzungen erste Hilfe leisten zu können. „Die Erstversorgung ist bei Sportverletzungen extrem wichtig“ weiß Mazeczek.

Während das Training bei Eintracht Frankfurt stattfindet, werden verletzte Spieler behandelt oder es wird die Regeneration der trainierenden Spieler vorbereitet. Beispielsweise werden Badewannen mit kaltem oder warmem Wasser vorbereitet und Proteinshakes angerührt. „Alles ist optimal auf jeden einzelnen Spieler abgestimmt.“

An Spieltagen ist die Arbeit stressiger. Vor einem Auswärtsspiel wird bei Eintracht Frankfurt noch trainiert, ehe das Team nachmittags, einen Tag vor der Partie, mit dem Flugzeug anreist. „Ein Arzt und drei Therapeuten sind immer dabei“, sagt Physiotherapeut aus Schlüchtern. „Nach der Ankunft bereiten wir den Behandlungsraum im Hotel vor und behandeln gegebenenfalls bis in die Abendstunden.“

SGE-Physiotherapeut Niklas Mazeczek lebt mit seiner Familie in Bad Soden-Salmünster

Am Spieltag ist Niklas Mazeczek schon früh im Stadion und bereitet die Kabine vor. „Wenn die Spieler aus dem Bus steigen, muss jeder Handgriff sitzen.“ Es gibt einen straffen Zeitplan bei Eintracht Frankfurt. Während des Spiels beobachtet man die Spieler ganz genau. Bewegungsabläufe werden ständig kontrolliert.

Nach dem Spiel werden dann bei den Kickern von Eintracht Frankfurt Salbenverbände angelegt und Wunden verbunden, bevor es mit dem Flieger wieder zurück an den Main geht. Man müsse stressresistent sein und viel Spaß am Fußball haben, sonst könne man das nicht lange durchhalten, sagt Physiotherapeut Mazeczek.

„Es ist total schön, dass meine Familie da so mitzieht. Denn es gibt im Profifußball wenige gemeinsame Wochenenden mit meiner Frau Georgia und meinem Sohn Phil.“ Nach einem normalen Bundesliga-Wochenende bei Eintracht Frankfurt gibt es meist einen Tag trainingsfrei.

„Da kommt es schon vor, dass unser Vierjähriger lieber mit dem Papa spielt als in die Kita zu gehen“, sagte der SGE-Physiotherapeut. „Glücklicherweise haben die Erzieherinnen Verständnis dafür, dass der kleine Phil auch mal den Kindergarten schwänzt.“ (von Dietmar Kelkel)

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