Sprinter Michael Pohl aus Schlüchtern hat mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel das Ticket für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio gelöst.
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Sprinter Michael Pohl aus Schlüchtern hat mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel das Ticket für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio gelöst.

Bei Staffel-WM in Polen

Sprinter Michael Pohl aus Schlüchtern löst Ticket für die Olympischen Spiele und steigt im Finale aus

Riesenschreck: Michael Pohl hat als Startläufer der deutschen 4x100-Meter-Staffel das Finale der World Athletics Relays abgebrochen. Mit Wadenproblemen verließ der Sprinter aus dem Main-Kinzig-Kreis die Bahn. Das Ticket für die Olympischen Spiele hatte er schon vorher in der Tasche.

Chorzow - Bei seinem Ausstieg im Finale blieb Michael Pohl wohl von einer ernsten Verletzung verschont. Auch sportlich ist das Aus zu verschmerzen: Das Primärziel –die Olympiaqualifikation – hatte die DLV-Staffel mit Erreichen des Endlaufs vorher schon sichergestellt.  „Die linke Wade hat dichtgemacht, und ich konnte nur noch geradeaus laufen“, schilderte Michael Pohl.

Als Startläufer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hatte er nach 30 Metern in der Kurve an Geschwindigkeit verloren und sich einige Meter weitergeschleppt, ehe er schließlich noch vor der Stabübergabe an Teamkamerad Joshua Hartmann von die Bahn verließ.

Main-Kinzig-Kreis: Sprinter Michael Pohl löst Olympia-Ticket und steigt im Finale aus

„Aber es geht mir gut“, war Pohl kurz nach dem Rennen am Sonntagabend guter Dinge, trotz seines Malheurs bei diesen inoffiziellen Staffelweltmeisterschaften des IAAF verletzungsfrei geblieben zu sein. Belastbare Untersuchungsergebnisse lagen zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht vor. Das Rennen gewann Südafrika in 38,71 Sekunden vor Italien (39,21). 

Tags zuvor hatte Pohl noch als Ersatzmann zugeschaut, wie der Deutsche Rekordler Julian Reus (Top Team Thüringen), Joshua Hartmann (ASV Köln), der Deutsche Meister Deniz Almas (VfL Wolfsburg) und Marvin Schulte (SC DHfK Leipzig) mit der viertschnellsten Vorlaufzeit (38,70 Sekunden) in den Endlauf einzogen. Damit war die Olympianorm, ein Platz unter den ersten acht, erfüllt. 

„Letzte Woche gingen wir noch davon aus, dass wir zusätzlich im Finale eine Wertung erzielen müssen, aber auf einer Pressekonferenz am Freitag wurde bekanntgegeben, dass es aufgrund der kalten Temperaturen hier ausreicht, einfach nur anzutreten“, erläuterte Pohl, der erst am Sonntag wegen auftretender Probleme bei Deniz Almas ins Aufgebot gerutscht war.

Sollte der DLV dem Erwarten nach weiter an ihm festhalten, wäre Michael Pohl zumindest als Mitglied des Staffelkaders bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei. „Das ist supertoll, mein Hauptziel bleibt aber nach wie vor die Qualifikation als Einzelläufer“, meinte der 31-Jährige, der auf Platz 40 der bereinigten Weltrangliste (Gesamtrang 52) äußerst aussichtsreich im Rennen um einen Solo-Startplatz bei Olympia liegt. (von unserem Redaktionsmitglied Christian Appel)

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