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Über 1000 Stunden auf dem Rad: Julian Stumpf fährt mit dem Mountainbike Marathon

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Von: Sabine Kohl

Mitte April geht es wieder los: Mountainbike-Marathoni Julian Stumpf startet mit einem Fünf-Tage-Rennen in Kroatien in die Saison 2022.
Mitte April geht es wieder los: Mountainbike-Marathoni Julian Stumpf startet mit einem Fünf-Tage-Rennen in Kroatien in die Saison 2022. © Sabine Kohl

1000 bis 1200 Stunden verbringt Julian Stumpf pro Jahr auf dem Fahrrad. Der 33-Jährige aus der Rhön trainiert allerdings nicht für die Tour de France, sondern ist als Marathon-Mountainbiker aktiv. Mitte April startet er mit einem Fünf-Tages-Rennen in Kroatien in die neue Saison.

Gersfeld - Eigentlich ist die Rhön nicht das ideale Trainingsgelände für einen Mountainbike-Marathoni. Zu flach. „Eine Stunde ständig bergauf zu fahren, das ist hier schwierig“, sagt Julian Stumpf. Und er muss es wissen. Immerhin ist der Hettenhausener mit seinem Mountainbike beinah täglich auf den Straßen, Wegen und Trails des Mittelgebirges unterwegs und dürfte diese mittlerweile wie seine Westentasche kennen.

Besser taugt ein Training im Hochgebirge, zum Beispiel in den Alpen, wo auch viele der Mountainbike-Marathons stattfinden. Trainingslager außerhalb der Heimat waren während Corona allerdings schwierig. „Ich war nur einmal für zwei Wochen in Livigno in Italien zum Höhentraining“, berichtet Stumpf. Die 950 Meter, die die Wasserkuppe den Meeresspiegel überragt, reichen nicht, um sich auf Rennen vorzubereiten, die zum Teil auf 2500 bis 3000 Höhenmeter hinausgehen. Zuhause trainiert der 33-Jährige deshalb mit einem Höhenzelt. Zum Anfang einer Saison merke man den Trainingsnachteil aber meist dennoch. Später relativiere es sich.

Mountainbike-Marathon - Julian Stumpf verbringt mehr als 1000 Stunden auf dem Rad

Wie vielleicht auch Stumpfs Erfolg bei der Alpentour Trophy im vergangenen September zeigt. Bei dem Vier-Tage-Rennen rund um das Skigebiet in Schladming am Dachstein (insgesamt 220 Kilometer und 8800 Höhenmeter) hat der 33-Jährige den fünften Platz im Gesamtklassement belegt. Und bei der Bike Transalp, einer siebentägigen Alpenüberquerung im Juli, wurde er Vierter.

Eigentlich kommt Julian Stumpf vom Skilanglauf. Als Kind und Jugendlicher war er bei der SKG Gersfeld beheimatet, das Mountainbiking gehörte damals zum Sommertraining. „Als ich in die Lehre gegangen bin, habe ich mit dem Sport erst mal aufgehört“, erzählt der Zerspanungsmechaniker. Das Radfahren aber blieb. Zunächst im Alltag, später wieder sportlich. „Seit 2015 bin ich ambitioniert im Wettkampfsport unterwegs. Die Leidenschaft, mich mit anderen zu messen ist einfach geblieben.“

Und dafür nimmt er einiges in Kauf. Fast seine gesamte Freizeit sowie ein großer Teil des Jahresurlaubs gehen für Training und Wettkämpfe drauf. Wenigstens eine Woche Ferien im Jahr mit der Freundin, die wolle er sich aber schon nehmen, sagt Stumpf. Und irgendwann auch kürzer treten, spätestens wenn die Familienplanung im Raum stehe. (Lesen Sie hier: 48 Stunden Hallenbike - Radler fahren bei Spendenaktion fast 15.000 Kilometer)

Saisonstart am 19. April beim Four-Islands-Rennen in Kroatien

Bis dahin macht der 33-Jährige es sich dadurch ein wenig leichter, dass er seit 2019 mit einem Trainer arbeitet. Seiner kommt aus München, gibt Anleitung und erstellt Zeitpläne für die Übungseinheiten. Vorwiegend auf dem Rad natürlich, aber auch einige Stretching- und Athletikeinheiten sowie ein bisschen Yoga. Um die einseitige Belastung auszugleichen, wie Stumpf erläutert.

In diesem Jahr hat er sich außerdem einem neuen Team angeschlossen. Humanpwr ist – laut eigener Aussage – das stärkste Mountainbike-Marathon-Team Österreichs. Ihm gehört mit David Schöggl etwa der Gewinner der letztjährigen Transalp an. Als Deutscher, noch dazu in einem Mittelgebirge beheimatet, dort aufgenommen zu werden, sei schon eine Ehre, so Julian Stumpf. Das Team und seine Sponsoren erleichtern die Teilnahme an Wettkämpfen erheblich, indem es das Organisatorische regelt und einen Großteil der Kosten stemmt.

Mit dieser Unterstützung im Rücken hat Stumpf sich für die Saison 2022 einiges vorgenommen. Los geht es am 19. April mit dem Four-Islands-Rennen, einem Fünf-Tages-Rennen im Norden Kroatiens, geplant sind außerdem etliche Rennen in Deutschland sowie die WM in Dänemark und im Sommer die EM in Polen – sofern die weltpolitische Lage es zulässt.

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