Sprinter Michael Pohl fährt nicht zu den Olympischen Spielen 2021 in Tokio.
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Sprinter Michael Pohl fährt nicht zu den Olympischen Spielen 2021 in Tokio.

Keine Nominierung

Sprinter Michael Pohl fährt nicht zu den Olympischen Spielen 2021

Nun ist es amtlich: Olympia findet ohne Michael Pohl statt. Nachdem der 100-Meter-Sprinter aus Schlüchtern die Qualifikationsanforderungen für einen Einzelstart in Tokio nicht erfüllen konnte, hat der DLV auf die Nominierung des 31-Jährigen verzichtet. 

Schlüchtern - Auch im Kader der deutschen 4-x-100-Meter-Staffel findet Michael Pohl aus Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis keine Berücksichtigung .„Ich habe gehofft, vielleicht noch als Nachrücker reinzurutschen, da ich ziemlich knapp auf der Kippe stand. Aber es hat nicht sollen sein“, meinte Michael Pohl direkt nach der Bekanntgabe des Olympiakaders durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). 

Um als Einzelstarter nach Tokio fahren zu dürfen, hätte Pohl Platz 56 auf der Qualifikationsliste des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF belegen müssen. Dafür fehlten dem als zweitbesten Deutschen auf Rang 59 platzierten 31-Jährigen letztendlich vier Ranglistenpunkte. „Wäre ich bei meinen gewerteten Läufen eine Hundertstelsekunde schneller gewesen oder wäre bei der Deutschen Meisterschaft auf Platz drei statt fünf gelandet, hätte es gereicht“, erläuterte Pohl.

Olympia 2021: Sprinter Michael Pohl fährt nicht nach Tokio

Überraschend wurde vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hingegen Sprint-Kollege Steven Müller aus Kassel nominiert*, wie hna.de berichtete. Der 30-Jährige schaffte die Norm zwar nicht, aber Sprinter Steven Müller reichte dank starker Leistungen aus dem WM-Jahr 2019 noch Weltranglistenrang 72. Nach der „Road To Tokyo“-Liste ergatterte er den drittletzten von 56 Startplätzen über 200 Meter.

„Natürlich bin ich enttäuscht, das große Ziel, auf das ich jahrelang hingearbeitet habe, nicht erreicht zu haben“, erklärte Pohl, schränkte aber ein: „Meine Saisonbestleistung liegt bei 10,35 Sekunden. Damit bei Olympischen Spielen antreten zu müssen, hätte mich schon mit einem gewissen Schamgefühl erfüllt.“ Da sich außer Pohls dauerhaft verletzten Vereinskamerad vom Sprintteam Wetzlar, Kevin Kranz, kein DLV-Sprinter sportlich qualifiziert hat, nimmt in Tokio kein Deutscher am 100-Meter-Wettkampf teil.

Besser steht der DLV mit seiner 4-x-100-Meter-Staffel da, die sich bei der Staffel-WM im Mai für Olympia qualifiziert hat. Darin nimmt sie nun aber ohne Michael Pohl teil. Obwohl der Schlüchterner in den vergangenen Jahren Mitglied dieses Teams war, verzichtet der DLV auf seine Nominierung. „Das ist okay. Die sechs Nominierten sind in diesem Jahr schneller als ich. Außerdem liegen Staffelqualitäten eher bei denen als bei mir.“

„Nach so einer Enttäuschung kommen einem schon Gedanken an das Karriereende. Ich muss mich erst einmal sortieren. Klar habe ich jetzt ein Motivationstief. Aber man soll ja nicht abrupt aus dem Training aussteigen, deswegen mache ich vorerst weiter“, äußert sich Pohl zu seinen Zukunftsplänen, zu denen eventuelle Starts bei den hessischen und süddeutschen Meisterschaften gehören. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (von Christian Appel)

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