Explosion zur rechten Zeit: Kugelstoßerin Sara Gambetta wird mit neuer Bestleistung Olympia-Achte in Tokio.
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Explosion zur rechten Zeit: Kugelstoßerin Sara Gambetta wird mit neuer Bestleistung Olympia-Achte in Tokio.

Erfolg für Athletin aus Schlitz

Kugelstoßerin Sara Gambetta aus dem Vogelsberg wird bei Olympia Achte - mit neuer Bestleistung

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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Kugelstoßerin Sara Gambetta ist sensationell mit neuer Bestleistung Olympia-Achte geworden. Die 28-Jährige aus Schlitz-Rimbach im Vogelsberg stieß im Finale bei den Olympischen Spielen in Tokio 18,88 Meter weit und legte ihren bislang besten Wettkampf hin.

Tokio - Als einzige deutsche Kugelstoßerin hatte es Sara Gambetta bei ihren zweiten Olympischen Spielen ins Finale geschafft. Dafür hatten der 28-Jährigen vom SV Halle, die aus Schlitz-Rimbach im Vogelsberg kommt, in der Qualifikation in Tokio 18,57 Meter gereicht. Ex-Weltmeisterin Christina Schwanitz (35) vom LV 90 Erzgebirge hatte hingegen wie ihre Klubkameradin Katharina Maisch das Finale der besten Zwölf verpasst.

Im Kugelstoß-Finale, das nach deutscher Zeit in der Nacht zu Sonntag stattfand, steigerte sich Sara Gambetta nochmals und legte ihren bislang besten Wettkampf hin. „Ich weiß, dass meine Familie wach ist, alle sind wach und aufgestanden. Ich bin unendlich dankbar, dass mich alle supporten“, schickte Sara Gambetta einen Gruß in die Heimat.

Olympia 2021: Kugelstoßerin Sara Gambetta mit Bestleistung Achte

Im Hause Gambetta im Schlitzer Stadtteil Rimbach knallten am frühen Sonntagmorgen die Sektkorken. „Sensationell! Was für ein toller Wettkampf. Wir sind so mega, mega stolz auf Sara“, freut sich Mutter Cornelia Gambetta über den grandiosen Erfolg ihrer Tochter. Der achte Platz sei perfekt. „Bei den Olympischen Spielen Achte der Welt zu sein ...“, sagt sie immer wieder, kann es kaum fassen.

„Alle Verwandte, Freunde und Bekannte sind für Sara aufgestanden“, freut sich Cornelia Gambetta über die Resonanz und die vielen Gratulationen hinterher. Schon der Auftakt morgens um 3.35 Uhr (MESZ) in das Olympia-Finale war für Sara Gambetta (SV Halle) mit 18,37 Metern mit der Vier-Kilogramm-Kugel gut. Zeitweise sah es so aus, als könne das schon für die Runde der besten Acht reichen. Beim dritten Stoß legte Sara Gambetta dann mit 18,88 Metern noch zwei Zentimeter auf ihre rund drei Monate alte Bestleistung drauf.

„Olympisches Finale. Bestleistung. Achter Platz. Ich kann mir gerade nichts Besseres vorstellen“, jubelte Sara Gambetta, die ihre alte Bestleistung als Siegerin des Werfer-Europacups in Split geschafft hatte. Dank der neuen persönlichen Bestleistung bei Olympia schaffte es die Leichtathletin aus dem Vogelsberg im Finale sogar unter die letzten Acht und sicherte sie sich drei weitere Versuche.

Bei diesem Platz und dieser Weite sollte es dann aber für die Osthessin bleiben. Es war bereits der vierte Wettkampf, in dem die 28-Jährige in diesem Jahr weiter stieß als je zuvor, betonte auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die Leistungsexplosion von Sara Gambetta. Vor der Olympia-Saison lag die persönliche Bestleistung von Sara Gambetta noch bei 18,47 Meter.

Es „ging eine Gänsehaut-Welle durch mich durch und ich wusste: Der war aggressiver, der war schneller, der war gut. Und es hat gereicht“, beschrieb Sara Gambetta ihre Gefühlslage vor dem dritten Versuch, der mit einer neuen persönlichen Bestleistung endete. „Ich habe es mir heute bewiesen, ich habe es mir in der Quali bewiesen, dass ich verdammt noch mal hierher gehöre. Und da bin ich stolz drauf“, freute sich die einstige Mehrkämpferin.

Video: Noch eingeholt - Wellbrock holt Bronze über 1500m Freistil

„Wir sind aufgesprungen und haben geschrien wie blöd“, hieß es nach dem dritten Versuch aus dem Wohnzimmer in Schlitz-Rimbach. Das Quintett im Gambettaschen Wohnzimmer ist seitdem im Freudentaumel, der noch lange anhält. Gold in Tokio ging am Sonntag mit 20,58 Metern und neuer persönlicher Bestleistung an die zweimalige Weltmeisterin Lijiao Gong (China).

Raven Saunders aus den USA holte Silber (19,79 Meter), Bronze die 36 Jahre alte Olympiasiegerin von 2008 und 2012, Valerie Adams aus Neuseeland (19,62 Meter). Bei den Olympischen Spielen in Rio im Jahr 2016 hatte die 28-Jährige aus Schlitz Rimbach zwar die besten 20 erreicht - eine Finalteilnahme blieb ihr damals als am Ende 13. jedoch verwehrt. 

Auch andere Athleten aus der Region waren zuvor bei Olympia in Japan schon erfolgreich: Bei den Olympischen Spielen in Tokio hat Sarah Köhler aus Bruchköbel mit einem formidablen Auftritt über 1500 Meter Freistil Bronze geholt. Und ein weiterer Erfolg mit Verbindung in die Region konnte bei Olympia gefeiert werden: Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl, die Frau des Großcousins von Max von Bredow aus Fulda, holte Gold.

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