Handball 2019-2020/Landesliga Nord 2019-2020/HSG Großenlüder-Hainzell (blau) - Hünfelder SV (weiss) 34:32
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Wollen endlich ihr erstes Spiel in der Oberliga absolvieren: Die Männer der HSG Großenlüder/Hainzell um Benedikt Dimmerling (rechts).

Lagebericht in Osthessen

Zwischen Ungewissheit und Optimismus: Handballer starten Ende Oktober in die Saison

  • Sabine Kohl
    VonSabine Kohl
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Während die Fußballer Mitte August in die Saison starten, warten die Handballer noch bis Ende Oktober. Trainiert wird allerdings bereits fast überall wieder fleißig. Ein Lagebericht aus den osthessischen Teams.

FT Fulda: „Wir merken, dass wir alle etwas eingerostet sind und trainieren noch nicht Hardcore“, berichtet Alice Vogler, die als Trainerin vor einigen Wochen das Männer-BOL-Team von FT Fulda übernommen hat. „Wir betreiben noch keine aktive Saisonvorbereitung, sondern tasten uns erst mal wieder langsam an den Handball heran.“ Für sie als Neu-Übungsleiterin sei es außerdem zunächst wichtig, ihre Mannschaft kennenzulernen.

Anschließend gehe es darum, die Stärken zu optimieren und an den Schwächen zu arbeiten. „Motiviert sind bei uns alle. Die Jungs sind einfach froh, wieder Handball spielen zu dürfen.“ Für den späten Saisonstart erhofft die Trainerin des FT Fulda sich, dass es besser läuft als im vergangenen Jahr, als nach dem ersten Spieltag der Lockdown folgte. „Die Sorge, dass es ähnlich läuft, ist schon etwas im Hinterkopf.“ Die Ligateilung hält Vogler für „keine verkehrte Lösung“. Es sei nach den Erfahrungen aus der letzten Saison „ein Versuch“. Die Lockerungen nutzt sie für einige Test- und Freundschaftsspiele in den nächsten Wochen.

Osthessen: Handballer starten Ende Oktober in die Saison - Ein Lagebericht

HSG Großenlüder/Hainzell: Matthias Deppe und seine Oberliga-Mannschaft der HSG Großenlüder/Hainzell sind seit einigen Wochen wieder im Training, mittlerweile stehen vier Übungseinheiten pro Woche auf dem Programm. Denn obwohl die Zeit bis zum Saisonstart ungewöhnlich lang ist, ist das regelmäßige Training nach der langen Corona-Pause nötig.

Deppe freut sich, dass seine Mannschaft nach acht Monaten Stillstand gesund und motiviert ins Training zurückgekehrt ist. „Wir müssen die Zeit nutzen, um unsere Spielfähigkeit wiederherzustellen“, sagt Deppe. Denn auch wenn die Ausdauer kaum gelitten habe, wie der Trainer lobend feststellt, fehle in Sachen Ballhandling und Zusammenspiel doch einiges an Gefühl. Vor allem der in der Oberliga ab der neuen Saison erlaubte Einsatz von Haftmitteln will geübt werden.

Mit seinem Kader ist Deppe zufrieden, auch die Teilung der Liga nimmt er gelassen hin. „Ich bin optimistisch für die Saison.“ Die Nordgruppe sei zwar eine starke, dennoch spricht der Trainer bereits einen Wunsch für das Saisonziel aus: „Platz vier wäre gut, dann haben wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun.“

Hünfelder SV: „Der Wiedereinstieg ist eigentlich ganz gut verlaufen“, berichtet Christian Krätzig, Torwart des Landesligisten vom Hünfelder SV. Es habe ein paar kleinere Blessuren gegeben nach der langen Pause, aber nichts Wildes. Derzeit trainieren die HSV-Handballer noch mit Individualplänen, erst in zwei Wochen werden sie ins Hallentraining einsteigen. „Ein paar Einheiten mit dem Ball hatten wir aber auch schon“, so Krätzig. Dabei habe man gemerkt, dass die Spieler ihren Sport natürlich nicht verlernt hätten, die Präzision aber dennoch gelitten habe. Die müsse jetzt erst wieder erarbeitet werden.

Den späten Einstieg in die Saison hält Krätzig für „eher ungünstig, aber verständlich mit Blick auf die Vorbereitungszeit“. Auf der anderen Seite schauten bereits jetzt wieder alle auf die Inzidenzen. Krätzig sieht dementsprechend die Gefahr, dass der Handball erneut ausgebremst wird.

Die Teilung der Ligen habe sein Verein mitgetragen. „Eine reguläre Saison wäre natürlich schöner gewesen, aber die Teilung ist vielleicht eine Lösung, die funktioniert.“

Handballer vom TV Flieden wollen Anfang August ins Training einsteigen

TV Flieden: Fliedens Trainer Jakub Kowacki will mit seiner Bezirksoberliga-Mannschaft vom TV Flieden Anfang August wieder richtig ins Training einsteigen. „Bisher machen wir leichtes Bewegungstraining, seit Mitte Juli sind wir in der Halle“, berichtet der Übungsleiter, der die Mannschaft im Sommer 2020 übernommen hat. „Nach einer so langen Pause, in der für viele Spieler andere Dinge wichtig waren und ihre beruflichen und privaten Verhältnisse sich zum Teil verändert haben, müssen wir erst mal unseren Rhythmus als Mannschaft wiederfinden.“

Die Entscheidung, erst Ende Oktober in die Saison zu starten sowie die Teilung der Ligen hält Kowacki für „schon in Ordnung“. „Wenigstens wissen wir in diesem Jahr, woran wir sind“, sagt der BOL-Trainer. Dies gebe ihm und seiner Mannschaft genug Zeit, das Gefühl für den Handball zurückzugewinnen.

Was den Kader angeht, kann Kowacki noch nichts Konkretes sagen. „Wir werden vermutlich mit einem kleinen Kader spielen. Es ist aber noch vieles offen.“ Die Corona-Lage habe konkrete Planungen nicht zugelassen.

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