Den Titel im Visier: Im Stabhochsprung klappte es für Friedrich Schulze nach Wunsch, die 3,60 Meter bedeuteten Rang zwei in dieser Disziplin.
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Den Titel im Visier: Im Stabhochsprung klappte es für Friedrich Schulze nach Wunsch, die 3,60 Meter bedeuteten Rang zwei in dieser Disziplin.

DM in Halle

14-Jähriger Petersberger Friedrich Schulze ist deutscher Neunkampf-Meister

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Punktlandung zum Saisonhöhepunkt: Friedrich Schulze hat sich in der Königsdisziplin der Leichtathletik erstmals die Krone geholt. Als Jahresbester zur Neunkampf-DM nach Halle gereist, gewann der 14-jährige Petersberger mit neuem Hessenrekord von 5551 Punkten.

Fulda - Seine Punktzahl verbesserte er dabei um sagenhafte 175 Zähler. „Ich bin einfach nur platt, glücklich, erleichtert und freue mich auf eine trainingsfreie Woche.“ Zwei Stunden nach Wettkampf-Ende realisiert Friedrich Schulze so langsam, was er geleistet hat und sagt mit Blick auf Titel und Medaille. „Das ist schon ein cooles Gefühl.“ Die Schar der Gratulanten war groß, unter ihnen sogar der Bundestrainer, „der mich für den Kader nominieren will“.

Corona-Jahr endet mit Happy-End

Für Friedrich Schulze endete das schwierige Corona-Jahr mit einem Happy-End. Der 14-Jährige belohnte sich für seinen Trainingsfleiß in schwierigen Zeiten. Der Wechsel zum TV Gelnhausen hat sich zudem ausgezahlt, sein Leistungssprung ist immens. Im vergangenen Jahr noch DM-Fünfter, katapultierte sich Friedrich nun an die Spitze in Deutschland und bildet mit Heimtrainerin Miriam Merx und Mehrkampf-Landestrainer Philipp Schlesinger ein erfolgreiches Trio.

Wettkampf war kein Selbstläufer

„Den Hessenrekord um 109 Punkte zu verbessern, ist schon eine Hausnummer“, zeigt sich Schlesinger sehr angetan. Lediglich im Speerwurf lief es für Schulze ein bisschen schlechter als gewohnt, ansonsten habe Friedrich in allen anderen Disziplinen Bestleistungen erzielt oder sei nahe dran gewesen. Ein Selbstläufer war der Wettkampf keinesfalls. Aus einem spannenden Dreikampf zwischen Schulze, Amadeus Gräber und Loke Elias Sommer, die in der Meldeliste nur 55 Punkte trennten, entwickelte sich nach dem Hochsprung ein Zweikampf. Vier Disziplinen gewann Friedrich Schulze zwar – den Weitsprung, das Kugelstoßen, den Diskuswurf mit fantastischen 49,13 Metern und den Hochsprung mit eingestellter Bestleistung von 1,92 Metern –, doch Gräber ließ sich nicht abschütteln, zumal er Schulze im Speerwurf gute vier Meter abnahm. Schulzes Vorsprung vor dem abschließenden 1000-Meter-Lauf schmolz auf 40 Punkte, was sechs Sekunden entspricht.

„Ich wollte nur dranbleiben“

„Eine Taktik brauchten wir nicht, Friedrich musste sich nur an ihn dranhängen“, erklärt Schlesinger. Und sein Schützling, die Goldmedaille vor Augen, mobilisierte die letzten Kraftreserven, klebte förmlich an Gräber, hatte das Rennen zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle und kam mit 0,11 Sekunden Rückstand auf den neuen Vizemeister als Deutscher M15-Meister ins Ziel. „Die Zeit war mir egal, ich wollte nur dranbleiben, habe am Ende noch einen Schlussspurt hingelegt und ihn fast noch eingeholt“, sagt Schulze zufrieden.

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