Ein Pokal, der sich sehen lassen kann. Der gebürtige Dipperzer Felix Schütz (Bildmitte) präsentiert die „Regional-Champion-Trophy“.
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Ein Pokal, der sich sehen lassen kann. Der gebürtige Dipperzer Felix Schütz (Bildmitte) präsentiert die „Regional-Champion-Trophy“. Links von ihm ist sein Mitbewohner Brandon Osterholt aus Ohio zu sehen, rechts mit Jakob David ein weiterer Deutscher.

Felix Schütz

„German Mountain“ in Indianapolis - Gebürtiger Rhöner geht sportlichen Weg in den USA

  • Tobias Konrad
    VonTobias Konrad
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„Eine unschlagbare Alternative.“ Jene Worte kamen Felix Schütz im März dieses Jahres des Öfteren über die Lippen, als er von seinem Schritt in die USA erzählte. Neun Monate später hat er erste Erfahrungen in den Staaten gesammelt. An seiner Wortwahl hat sich nichts geändert.

Indianapolis/USA - „Es ist fordernd. Ich muss schauen, dass nichts auf der Strecke bleibt. Aber ich kann beides auf hohem Niveau machen“, sagt Schütz. Die „unschlagbare Alternative“ sei eben anstrengend, doch er habe es so erwartet und konnte sich darauf einstellen.

Was er meint? Zum einen kann er an einem guten College seinen Bachelor absolvieren, zum anderen auf einem hohen Level Fußball spielen. Schütz weilt seit Juli im US-Bundesstaat Indiana, genauer gesagt in der Hauptstadt Indianapolis. Das Fazit nach wenigen Monaten? Rundum positiv! Zu großen Teilen liegt dies am erfolgreichen sportlichen Werdegang. (Lesen Sie hier: Riccardo Basile ist osthessischer Exportschlager)

Rhön: Gebürtiger Dipperzer Felix Schütz geht in den USA sportlichen Weg

Doch von vorne. Noch im Frühjahr dieses Jahres musste der gebürtige Dipperzer aus dem Kreis Fulda entscheiden, ob es für ihn nach Orlando/Florida oder Indianapolis ans College gehen sollte. Das Klima in Florida sagte Schütz mehr zu, letztlich entschied er sich dennoch für Indianapolis. Dort nämlich bekam er ein Voll-Stipendium, finanziell hat er somit viel mehr Spielraum. Außerdem spiele das Fußballteam auf einem höheren Niveau. Anlaufzeit brauchte er nach seiner Ankunft nicht, zumal Zeit ohnehin kaum zur Verfügung stand.

Die Saison begann just nach Schütz’ Ankunft. Von Sommer bis Winter geht diese. Erst 14 Spiele in der Conference gegen Teams aus den benachbarten Bundesstaaten Ohio, Illinois und Missouri. Zu Auswärtsspielen nicht selten neun Stunden Busfahrt. Schütz und Co. dominierten die Liga, in den anschließenden Play-offs setzte es drei weitere Siege und somit die Teilnahme am NCAA-Tournament – ein amerikaweites Turnier.

Aufgrund der guten Saisonstatistiken genoss Indianapolis in den drei weiteren Partien Heimrecht. Erneut war das Schütz-Team nicht zu bremsen. Der Lohn: das Final-Four. In Colorado Springs ging es gegen die besten Teams des Landes. Im Halbfinale endete die Reise mit einer bitteren Pleite im Elfmeterschießen. Zuvor bereitete der „German Mountain“ das 1:0 vor. Als „Deutschen Berg“ betitelten ihn mal die Kommentatoren bei einem Spiel.

Ehemaliger Barockstädter zählt in Fußballteam zum Stammpersonal

Der ehemalige Barockstädter zählte zum Stammpersonal in der mit einer U23 zu vergleichenden Mannschaft. Das individuelle Niveau in der Truppe sei gut, wenngleich ein etwas anderer Fußball als in Europa gespielt würde. Ab und an bekam er eine Pause, der Spielplan war mit einer Partie am Freitag und Sonntag eng getaktet. Deshalb blieb bislang kaum Zeit für Partys oder Freizeit.

Zu strukturiert sahen die Wochen aus. Fünf Trainingseinheiten unter der Woche, hinzu kommt der normale Lernstoff. „Als Athlet ist es an einem College sowieso anders. Wenn wir am Wochenende spielen, verpasst man bei Auswärtsspielen die Vorlesungen am Donnerstag und Freitag“, sagt er. Einzig montags hatte er bislang Zeit zum Durchschnaufen, der Wochenstart ist immer frei.

German Mountain aus der Rhön kann sich Rückkehr nicht vorstellen

Fortan, in der bis Mai andauernden Off-Season, hat er mehr Zeit für sich, möchte die Facetten des Landes kennenlernen. Und es bleibt Zeit fürs College. Er studiert „Business Administration und Management“. „Es wird super gefördert“, sagt Schütz, der in dieser Woche die finalen Prüfungen schrieb, über Weihnachten die Heimat besucht, ehe es ins zweite Semester geht. Im Sommer, nach einem Jahr, möchte er ein Fazit ziehen.

Die Frage wird sein, ob er weitere Jahre bleibt oder zurückkehrt. Das Studium könnte er problemlos fortführen, eine Rückkehr kann er sich derzeit nicht vorstellen. Denn Heimweh hatte er bislang kaum, durch die vielen Aufgaben vor Ort ziehe die Zeit schnell vorbei. „Manchmal sehnt man sich nach Familie und Freunden. Aber hier gibt es eine andere Kultur, die ich mag und noch aufsaugen möchte“, schildert der German Mountain aus der Rhön.

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