Die beiden Chef-Challenger Andreas Nann (links) und Jürgen Stumpf.
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Die beiden Chef-Challenger Andreas Nann (links) und Jürgen Stumpf.

Organisatoren im Interview

Halbzeit bei der virtuellen RhönEnergie-Challenge - „Wir haben uns von Corona nicht runterziehen lassen“

  • Laurenz Hiob
    vonLaurenz Hiob
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Halbzeit bei der virtuellen RhönEnergie-Challenge. Corona hat den beliebten Volkslauf in Fulda ausgebremst – aber nicht zum Stehen gebracht. Denn die Organisatoren um Jürgen Stumpf (65) und Andreas Nann (52) sind mit einem alternativen Konzept angetreten, das viele Menschen in Bewegung bringt.

Fulda - Die RhönEnergie-Challenge findet in diesem Jahr zwar virtuell statt, das beliebte hellgrüne Handtuch gibt es aber analog als Belohnung. Am Donnerstag, 17. September, hat die Ausgabe der flauschigen Sammlerstücke begonnen. Noch bis zum 10. Oktober 2020 können die Teilnehmer sich ihr Handtuch im Rosenbad abholen. Die Ausgabe ist donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr möglich. Wer eine Strecke absolviert und auf dem Portal der Veranstalter hochgeladen hat, bekommt per E-Mail einen Bestätigungs-Link. Damit kann man sich zur Abholung anmelden.

Die beiden Organisatoren Jürgen Stumpf und Andreas Nann sprechen im Interview über den bisherigen Verlauf der RhönEnergie-Challenge.

Haben Sie schon ein Fass aufgemacht?
Nein, wieso? Sollten wir?
Die Teilnehmerzahlen entwickelten sich nach Bekanntgabe des alternativen Konzepts sehr schleppend. Kurz vor dem Start am 1. September und in der ersten Septemberwoche schnellten die Zahlen förmlich in die Höhe. Aktuell sind 1933 Läufer angemeldet. Hat Sie das nicht gefreut?
Stumpf: Ich hatte nur mit 1000 Teilnehmern gerechnet, aber offensichtlich kommt das Gesamtkonzept wirklich gut an und begeistert unsere Fans. Die Idee für eine Alternativveranstaltung kam übrigens von AndreasFrau Jutta, und die perfekte Ausführung mit vielen tollen Details wurde dann von der Sportagentur Speed, also dem Team um Heide Aust, umgesetzt.
Nann: Wir sind sehr positiv überrascht von dem großen Zuspruch. Gleichzeitig zeigt das wieder einmal, dass unsere Region für unkonventionelle Ideen immer zu haben ist. Das begann bereits vor mehr als zehn Jahren, als wir entschieden, eine Laufveranstaltung ohne Zeitnahme und sportlichen Wettbewerb zu machen. Ziemlich einzigartig in Deutschland.
Waren Sie selbst denn schon auf den Strecken?
Stumpf: Eigentlich hatten wir in diesem Jahr geplant, dass wir gemeinsam eine der Laufstrecken angehen. Ich wäre vermutlich mit dem Rad gefahren, da mein Knie leider läuferische Belastungen nicht mehr mag. Dies wäre eine einmalige Chance gewesen, mal ganz entspannt die RhönEnergie-Challenge zu genießen. Seit vorigen Mittwoch ist unser Urlaubsgebiet Hotspot, und ich muss nach dem Urlaub in Quarantäne. So bleibt die Challenge für mich im wahrsten Sinne des Wortes ein rein virtuelles Erlebnis.
Nann: Durch Corona hat sich meine berufliche Reisetätigkeit massiv reduziert, und ich kann in der Region viel laufen. Ich war bereits auf mehreren Strecken. Mit meiner Frau und unserer jüngeren Tochter sind wir den FZ-Trail gelaufen. Alle waren von der Strecke begeistert, weshalb wir sie direkt in unsere regelmäßigen Strecken aufgenommen haben.
Wie ist Ihr Eindruck nach gut zwei Wochen?
Stumpf: Ich bin weiterhin begeistert, insbesondere vom einfachen Anmeldesystem.
Nann: Der große Zuspruch sagt eigentlich alles. Gleichzeitig bin ich begeistert über die Spendenbereitschaft der Teilnehmer. Wir hatten lange überlegt, wie wir unsere Summe für die FZ-Spendenaktion „Ich brauche Deine Hilfe“ schaffen könnten. Am Ende sind wir bei einem freiwilligen Aufruf gelandet. Und sogar hier zeigt sich der tolle Spirit in der Region.

Organisatoren der RhönEnergie-Challenge: Wir haben uns von Corona nicht runterziehen lassen

Anmeldung

14 Strecken haben die Veranstalter in und um Fulda ausgewiesen. Alle Strecken sind in der Tracking-App „komoot“ angelegt, die von Challenge-Startern kostenfrei genutzt werden kann. Gewertet werden alle Strecken über sechs Kilometer, die gemeldete Starter zwischen dem 1. und 30. September auf der Meldeplattform hochladen. Jeder Läufer darf vier Strecken einstellen.

Eine Registrierung für die Challenge ist auf der Internetseite immer noch möglich – bis Monatsende. Jeder Läufer muss sich einzeln registrieren, startet aber für sein Unternehmen, seinen Verein oder seine Schule.

Auf der Website steht ein Booklet mit den 14 Strecken zur Verfügung. Eine Startgebühr wird nicht erhoben.

Gab es Rückmeldungen von Teilnehmern?
Nann: Bislang haben wir viel Positives über die Planung, die abwechslungsreichen Strecken und die Einfachheit der Abwicklung gehört.
Haben Sie mit so positiven Reaktionen gerechnet?
Nann: Natürlich freut es uns sehr. Und es zeigt einmal mehr, wie professionell das Team um Heide Aust eine solche Veranstaltung vorbereiten und durchführen kann.
Erwarten Sie in der zweiten Hälfte noch einen Sprung der Zahlen? Vielleicht kurz vor dem Abschluss am Monatsende?
Stumpf: Bei diesem herrlichen Laufwetter in Deutschland kann ich mir eine Steigerung durchaus vorstellen.
Nann: Schon jetzt sind wir mit dem Erreichten mehr als zufrieden. Aber man weiß ja nie.
Alle Sponsoren sind an Bord geblieben. Musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden?
Stumpf: Wir haben uns von Corona nicht runterziehen lassen und eine innovative Alternative angeboten. Unsere Partner gehen den neuen Weg gerne mit uns.
Nann: Die Partner haben sich schon häufig als besonders kreativ und experimentierfreudig gezeigt. Ohne Ausnahme haben alle spontan zugesagt, als wir das Konzept vorgestellt haben.
Haben Sie schon mal an 2021 gedacht? Ist der traditionelle Termin Ende Mai überhaupt ein Thema?
Stumpf: Natürlich denken wir schon an die nächste RhönEnergie-Challenge und haben schon mit der Stadt gesprochen. Wegen des Hessentags kommt nur der 12. Juni infrage. Aber die Entscheidung, ob eine solche Veranstaltung überhaupt gefahrlos für die Teilnehmer durchgeführt werden kann, liegt nicht in unserer Hand. Es stimmt uns schon bedenklich, dass es 2021 keine Fastnachtsveranstaltungen geben wird. Trotzdem bleiben wir optimistisch.
Nann: Und im Zweifelsfall haben wir ja nun eine Alternative, falls wir noch ein Jahr überbrücken müssen.
Wie beurteilen Sie die Chancen, dass im Rosenbad gefeiert werden kann?
Stumpf: Wird schon klappen. Und das Rutschen zum Abschluss wird dann hoffentlich der Schlussstrich unter die Coronaperiode sein.
Nann: Das ist keine Frage des Ob, sondern nur des Wann.

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