Romeo Schäfer steht nun bei Mönchengladbachs Frauen an der Seite.
+
Romeo Schäfer steht nun bei Mönchengladbachs Frauen an der Seite.

Erst Fortuna, jetzt Borussia

Romeo Schäfer übernimmt Frauenmannschaft eines Traditionsvereins in der Regionalliga West

  • Steffen Kollmann
    vonSteffen Kollmann
    schließen

Zwei Jahre ist es her, dass Romeo Schäfer die Region Richtung Nordrhein-Westfalen verließ. Seitdem hat der 34-Jährige seine Vita mächtig aufgehübscht: Nach einem Engagement bei Fortuna Düsseldorf arbeitet Schäfer seit wenigen Wochen bei Borussia Mönchengladbach.

Mönchengladbach - Der A-Lizenz-Inhaber hat die zweite Frauenmannschaft des Traditionsvereins in der Regionalliga West übernommen. „Ich hatte mich zuvor nie wirklich mit Frauenfußball beschäftigt. Die ersten Wochen im neuen Amt haben mir aber mein Gefühl bestätigt, dass dieser Trainerjob jetzt genau der richtige für mich ist“, betont Schäfer.

Im Juni 2018 hatte der 34-Jährige, der den hiesigen Fußball noch immer aufmerksam verfolgt, sein Traineramt bei der SG Ehrenberg kurzfristig niederlegen müssen, da sich dem Sporttherapeuten in Mönchengladbach eine große berufliche Chance bot. Als Co-Trainer der U 12 von Fortuna Düsseldorf blieb Schäfer dem Fußball treu. Doch bereits nach einer Saison war offensichtlich, dass der Aufwand – besonders die Fahrerei in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt – zu groß war. Die vergangene, von Corona geprägte Saison pausierte der in Müs und Michelsrombach aufgewachsene Osthesse.

„Die Wertschätzung war enorm“

Vor einigen Monaten bemühte sich dann der Sportliche Leiter der Borussen-Frauenabteilung, Peter Hansen, intensiv um Schäfer, fuhr zu Gesprächen sogar extra nach Fulda. „Die Wertschätzung war enorm, wir saßen drei Stunden zusammen im Café. Ich habe gemerkt, dass mir jemand gegenüber sitzt, der Fußball genauso liebt wie ich.“ Und da das Trainingsgelände der Frauen gerade einmal zwölf Minuten vom Wohnort des 34-Jährigen entfernt liegt und sich Familie, Job und Fußball gut vereinbaren lassen, folgte die Zusage.

„Das Angebot kam ja nicht von einem 08/15-Verein, sondern einem der vier größten Clubs in Deutschland. In Mönchengladbach dreht sich alles um Borussia, der Verein ist ein riesiger Magnet“, sagt Schäfer. Zwar sind die Anlagen von Männer- und Frauenabteilung räumlich getrennt, trotzdem hat der Familienvater schon viele positive Facetten beim VfL kennengelernt. „Trotz der Größe des Vereins geht es total familiär zu, das hätte ich nicht erwartet.“

Engagement der Spielerinnen imponiert dem Coach

Und noch etwas anderes imponiert dem Coach: das Engagement seiner Spielerinnen. „Mit welcher Leidenschaft die Mädchen dem Fußball nachgehen, hat mich beeindruckt. Wir haben zum Beispiel viele Holländerinnen in der Mannschaft, die 100 Kilometer Strecke zum Training auf sich nehmen, nur um bei Borussia spielen zu können – wohlgemerkt ohne einen einzigen Cent zu verdienen. Da bekommt man als Trainer ganz viel zurück.“

Sein Team Gegner in der Regionalliga sind zum Beispiel die Zweitvertretungen des 1. FC Köln und Bayer Leverkusen – kommt fast einer U 19 gleich, da der Großteil der Akteurinnen erst im Sommer aus der Juniorinnen-Bundesliga aufgerückt sind. Der Altersschnitt liegt zwischen 18 und 19 Jahren, großes Ziel ist es deshalb, einige Spielerinnen an die erste Mannschaft heranzuführen. Diese spielt in der Zweiten Liga, hat aber sogar schon Bundesliga gespielt – zuletzt in der Saison 2018/19.

Während der Corona-Pause von niemandem getrennt

Der Kader ist mit 28 Spielerinnen ziemlich groß, was daran liegt, dass sich der Club während der Corona-Pause von niemandem getrennt hat. Aber nicht nur aufgrund des Aufgebots verändert sich für den A-Lizenz-Inhaber im Vergleich zu seinen vorherigen Stationen einiges: „Man sollte Männer- und Frauenfußball grundsätzlich nicht miteinander vergleichen. Bei den Frauen liegt der Fokus mehr auf dem technischen Fußball. Gleichzeitig ist die Verletzungsprävention für mich ein großes Thema: Es gibt viele Spielerinnen, die schon mal einen Kreuzbandriss hatten, manche sogar zwei.“

Lesen Sie auch: 14-Jähriger Petersberger Friedrich Schulze ist deutscher Neunkampf-Meister und Wird das „Träumchen vom Aufstieg“ wahr? Tennisspielerin Luca Eline Dietz will Heimsieg gegen Offenbach

Das könnte Sie auch interessieren