Verpasste mit 18,01 Metern den Endkampf der zwölf Besten um drei Zentimeter: Sara Gambetta. Foto: David J. Phillip/AP/dpa
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Olympia und 19 Meter bleiben das Ziel von Sara Gambetta.

Kugelstoßerin aus Schlitz-Rimbach

Studium statt Wettkampf: Sara Gambetta muss pausieren

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Bis vor zwei Wochen war die Leichtathletik-DM im August noch das Ziel von Sara Gambetta. Wegen Problemen mit der Bizepssehne disponierte die 27-jährige Kugelstoßerin aus Schlitz-Rimbach um: keine Wettkämpfe in diesem Jahr.

Schlitz - „Während des Trainingslagers vorletzte Woche in Kienbaum haben wir die Entscheidung getroffen“, erläutert Sara Gambetta. Die Sehne am Ellenbogen bereite leichte Probleme, daran laboriere sie seit einiger Zeit rum. „Die Gefahr ist zu groß, dass ich mir doller wehtue“, umschreibt sie. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr sei es nicht sinnvoll, jetzt was zu riskieren und die Vorbereitung ab Herbst zu gefährden. Zumal sie hohe Ansprüche an sich hat. „Wenn ich in einen Wettkampf gehe, will ich zu 100 Prozent fit sei. Das ist derzeit definitiv nicht der Fall.“

NameSara Gambetta
Alter27 Jahre
GeburtstortLauterbach
DisziplinKugelstoßen
Bestleistung18,46 Meter

Das heißt aber nicht, dass die Athletin des SV Halle pausiert. „Bis zum 22. August wird trainiert, dann mache ich drei bis vier Wochen Urlaub, um ab Mitte September mit der Vorbereitung auf die nächste Woche zu beginnen“, schildert die Lehramtsstudentin den Plan. Das Urlaubsziel verrät sie: „Es geht nach Südtirol. Ein bisschen wandern, Rad fahren und im See entspannen.“

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Sara Gambetta: Olympia in Tokia 2021 bleibt das Ziel

Durch die Corona-Krise und alle damit verbundenen Schwierigkeiten ist Sara Gambetta gut gekommen. Man müsse das Positive rausziehen, lautet ihr Motto. So blieb ihr mehr Zeit für ihr Lehramtsstudium. „Ich habe viele Module belegt und konnte viele abschließen.“ Dass sie in der Regelstudienzeit von neun bis zehn Semestern ihr Sport- und Biologiestudium für Gymnasien abschließe, sei schon alleine wegen der Doppelbelastung illusorisch, aber in ihrem sechsten Semester habe es einen gehörigen Schub nach vorne gegeben. Den hatte sie sich zudem für das Kugelstoßen erhofft.

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Sportlich lief es anfangs sehr gut. „Im M��rz war ich richtig gut drauf“, blickt die WM-13. zurück. Die Absage der Wettkämpfe und der Olympischen Spiele haute allerdings eine Bremse rein. Der Kopf spiele eine große Rolle im Training, erklärt sie: „Das Ziel für dieses Jahr war plötzlich weg.“ Technisch lief es nicht mehr rund. Der Spannungsverlust machte sich bemerkbar, das könne schnell zu Verletzungen führen, weiß sie aus Erfahrung. Aber so wie ihr gehe es vielen Athletinnen und Athleten. So zieht Sara Gambetta das Positive für sich raus: In diesem Jahr habe sie dem Körper etwas mehr Ruhe gönnen können, sie musste nicht von Wettkampf zu Wettkampf hetzen.

Das Ziel, an die 19 Meter ranzukommen, verschiebt Sara Gambetta (Bestleistung 18,46 Meter) um ein Jahr. Drei Startplätze für Tokio 2021 besitzt der DLV im Kugelstoßen. Einen davon hat die 27-Jährige fest im Blick. Bei ihren dann zweiten Olympischen Spielen soll mehr als ein „Touristenticket“ herausspringen, der Einzug in den Endkampf steht oben auf dem Wunschzettel. Diesem Ziel ordnet sie ab Herbst alles unter.

Auch die Marathon-Zwillinge Anna und Lisa Hahner haben die Olympia-Qualifikation im Visier.

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