Schiedrichterobmann Gerd Schugard aus Dipperz am Mikrofon
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Schiedrichterobmann Gerd Schugart aus Dipperz (Archivbild).

Internes Schreiben

Fällt die nächste Fußball-Saison ersatzlos aus?

Die aktuelle Saison könnte sich bis zum Ende dieses Jahres ziehen – und somit auch Auswirkungen auf die kommende Spielzeit 2020/21 haben: In einem internen Schreiben bezieht der Dipperzer Verbandsschiedsrichterobmann Gerd Schugard dazu sehr viel konkreter Stellung als es der Hessische Fußball-Verband in einer am selben Tag veröffentlichten Pressemitteilung – oder bislang überhaupt – getan hat.

  • Planungen für die aktuelle Saison könnten erhebliche Auswirkungen für die nächste Spielzeit haben
  • Der Dipperzer Schiedrichterobmann Gerd Schugard bezieht konkret Stellung
  • Hessischer Verband hält sich bedeckt

„Ich habe unterschätzt, welche Außenwirkung das annimmt, und habe für dieses Schreiben sehr viel Schelte bezogen, sehe aber keine Veranlassung, es zu widerrufen. Ich möchte betonen, dass es sich dabei alleine um meine eigenen Vorstellungen handelt. Ich habe im Bezug auf die auch und gerade unter den Schiedsrichtern diskutierte Fragestellung, was nach der Beendigung des offiziell bis 30. April befristeten Spielverbots geschieht, den Schiedsrichtern der Hessenliga und Verbandsligen ein Szenario aufgezeigt, das ich für realistisch halte“, sagt Gerd Schugard.

Geregelter Spielbetrieb erst wieder 2021/22?

Der Schiedsrichterchef positioniert sich in dem Schreiben von Sonntag sehr deutlich: „Es ist davon auszugehen, dass vor dem 31. August kein Spielbetrieb unterhalb der 3. Liga stattfinden kann.“ Weiter heißt es: „Abbruch beziehungsweise Annullierung des Spieljahres 2019/20 gelten aus vielerlei Gründen, auch haftungsrechtlicher Art, als unwahrscheinlich.“ Wie es weitergehen dürfte, artikuliert Schugard so deutlich wie bislang noch kein Verbandsmitarbeiter vor ihm: „Zumindest für den Herrenbereich ist ein Abschluss des Spieljahres vor dem 31. Dezember auszuschließen. Somit müssten auch 2021 Spiele des momentanen Spieljahres zur Austragung kommen. Dadurch wäre der Beginn des Spieljahres 2020/21 infrage gestellt. Aus diesem Grund wird in den Regionalverbänden die Frage diskutiert, ob das Spieljahr 2020/21 ersatzlos gestrichen werden soll. Der geregelte Spielbetrieb würde dann erst wieder ab 1. Juli 2021 mit dem Spieljahr 2021/22 aufgenommen.“

Verband will keine Spekulationen anheizen

Ebenfalls am Sonntag hatte der HFV eine Pressemitteilung versandt. Der Verband wolle behördliche Entscheidungen abwarten und keine Spekulationen anheizen. „Die Ministerpräsidenten haben vereinbart, am 30. April über das Thema Sportveranstaltungen zu sprechen. Der Zeitplan des HFV sieht vor, die Ergebnisse des Termins abzuwarten. Daher wurde für den 2. Mai bereits der HFV-Verbandsvorstand zu einer weiteren Beratung einberufen.“

Matthias Gast, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, erklärte auf Anfrage dieser Zeitung, er wolle keine Stellung dazu beziehen, warum und wie Schugard sich geäußert habe – zumal ihm Schugards Schreiben nicht vorliege: „Ich kann nur sagen, dass in der Pressemitteilung die Meinung und Sichtweise des Hessischen Fußball-Verbandes widergespiegelt ist.“ Dass Schugards Mail an die Öffentlichkeit gelangte – ebenso wie zuvor bereits das ebenfalls interne Schreiben des Vorsitzenden des Verbandsausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung, Frank Illing, an die Trainer (wir berichteten) – überrasche nicht, sagt Gast: „Es ist klar, dass diese Sachen bei der Presse landen.“

Bayern hat sich positioniert

Klar ist auch: Schugards Vorstellungen sind so praxisfern nicht. In diesem Sinne hat sich etwa der Bayerische Fußball-Verband geäußert. Eine abwartende Haltung wie die des HFV wird nicht allerorten praktiziert.

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