Der Tennisverein Grün-Weiß Fulda - hier: Karsten Aßmann (links) und Luca-Eline Dietz - konnte trotz Corona das ganze Jahr trainieren.
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Der Tennisverein Grün-Weiß Fulda - hier: Karsten Aßmann (links) und Luca-Eline Dietz - konnte trotz Corona das ganze Jahr trainieren.

Neue Runde mit Mannschaftsrekord

Tennis und Corona: Karsten Aßmann von Grün-Weiß Fulda zieht Bilanz eines Jahres (fast) ohne Einschränkungen

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Mitgliederzuwachs, ausgebuchte Plätze, Avancen aus Bayern und Mannschaftsrekord: Von Coronakrise ist beim Tennis-Club Grün-Weiß Fulda wenig zu spüren. Lediglich der Rundenstart wird infrage gestellt.

Fulda - Karsten Aßmann hat allen Grund zufrieden zu sein. Während viele Sportarten wegen der Corona-Pandemie seit einem Jahr mehr oder weniger eine Zwangspause einlegen müssen, gehört der Tennissport zu einer privilegierten Minderheit. „Wir hatten fast keine Einschränkungen, insgesamt lief das Jahr bei uns sehr gut“, sagt der Vorsitzende des TC Grün-Weiß Fulda.

Denn der größte Tennisverein in der Region Fulda kann mit einem Pfund wuchern: Er besitzt drei Hallenplätze. Und die waren fast komplett ausgebucht. Vor allem die Bayern rannten dem TC die Tür ein. „In Bayern waren die Hallen dicht, da haben sie uns die Hallenplätze im Buchungssystem zugepflastert“, erzählt Aßmann. Aus Regensburg, Bamberg, Ingolstadt und sogar aus München seien Spielerinnen und Spieler angereist.

Tennis-Club Grün-Weiß Fulda: Hallenzeiten komplett ausgebucht - überrannt von den Bayern

Als immer weniger Trainingszeiten für die Mitglieder übrigblieben, schob Aßmann dem Ganzen einen Riegel vor. „Nur Mitglieder konnten noch unbegrenzt Kontingente buchen, die Gäste nicht mehr.“ Doch die waren findig, stellten Mitgliedsanträge, die allerdings keine Berücksichtigung fanden. „Mitglieder sollten eine emotionale Bindung zum Verein haben und nicht das Ziel verfolgen, billig an Hallenzeiten zu kommen“, hat Aßmann eine klare Meinung. Außerdem sei er kein Freund des Corona-Tourismus.

Auch ohne bayerische Unterstützung wuchs der Verein von 460 auf 490 Mitglieder. Dies seien in erster Linie Rückkehrer und Wiedereinsteiger gewesen, die mit der Familie Tennis spielen wollten. Mit zehn Außenplätzen, die ab Mitte April hergerichtet sein sollen, und drei Hallenplätzen sei der Verein zwar gut bestückt, viel mehr Mitglieder dürften es aber nicht mehr werden, erläutert Aßmann, schickt allerdings hinterher, von einem Aufnahmestopp sei der Verein noch weit entfernt.

Lediglich einen Tag blieb die Halle von Grün-Weiß in Coronazeiten verschlossen: „Das war der 5. November 2020“, blickt Aßmann zurück. Zu Beginn des zweiten Lockdowns hatte das Land Hessen jeglichen Amateursport auf Sportanlagen untersagt. „Ab dem 6. November gestattete das Land Hessen wieder Einzeltraining“. Dass keine Doppel gespielt werden dürfen, ist für Aßmann „kein Drama“. So sähen es die meisten.

Tennis in Coronazeiten: Training von Dreier- auf Einergruppen umgestellt

Die Umstellung des Trainingsbetriebs bei Grün-Weiß ging geordnet über die Bühne. Aus Dreiergruppen mit Trainer wurden Einergruppen. Leistungsspieler erhielten ausreichend Trainingsmöglichkeiten, was sich auf die Meldungen für die kommende Runde niederschlägt. „Das wird auf jeden Fall ein Rekord“, erläutert Aßmann. Ursprünglich waren 31 Teams und eine U8 gemeldet, so viel wie nie.

Allerdings werde wohl die zweite Herren-70-Mannschaft und die dritte Herren 50 abgemeldet, der Corona-Risikogruppe ist der Einstieg ins Wettkampfgeschehen nicht ganz geheuer. Aber 29 Teams und eine U 8 stellten ebenfalls Vereinsrekord dar. Zudem sei der Verein mit den Herren 60 in der Regionalliga, dem Herrenteam in der Verbandsliga und einer Damenmannschaft, die erstmals seit zwölf Jahren wieder in der Verbandsliga aufschlägt, qualitativ sehr gut aufgestellt.

Tennis in Hessen: Karsten Aßmann von Grün-Weiß Fulda zweifelt an Rundenstart im Mai

In dieser Woche soll die beauftragte Kasseler Firma die zehn Außenplätze aufbereiten. Der Vorsitzende geht davon aus, dass die Tennisspielerinnen und -spieler ab Mitte April auf die Plätze können – so wie in jedem anderen Jahr auch.

Ob die Punktrunde am 8./9. Mai beginnen wird, daran glaubt Aßmann allerdings nicht unbedingt. Der Hessische Tennis-Verband halte zwar vorerst an dem Termin fest, habe aber einen Plan B in der Tasche. Aßmann geht eher davon aus, dass es Mitte Juni wird, so wie im vergangenen Jahr. Aber Hauptsache, es wird überhaupt gespielt.

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