Platzwart Josif Simon walzt beim Grün Weiß Fulda den Tennisplatz.
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Platzwart Josif Simon walzt beim Grün Weiß Fulda den Tennisplatz.

Strenge Hygieneregeln

Tennisfreunde in Osthessen hoffen nach Corona-Lockdown auf baldige Öffnung der Plätze

  • Ann-Katrin Hahner
    vonAnn-Katrin Hahner
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„Klare Entscheidungen für den Sport“ hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für den 6. Mai angekündigt. Freunde des Tennissports hoffen daher auf eine baldige Öffnung der Plätze. Wie die Lage auf den hiesigen Plätzen ist, berichten vier Funktionäre aus dem Tenniskreis Fulda.

Martin Zentgraf, Vorsitzender Tenniskreis Fulda: „Ich kann nicht für alle Vereine sprechen, aber nach meinem Wissen hat der Großteil seine Plätze fertig präpariert und wir könnten durchaus anfangen zu trainieren und Spielpraxis zu sammeln. Die Spieler im Kreis scharren schon regelrecht mit den Hufen“, sagt Tenniskreis-Vorsitzender Martin Zentgraf.

Martin Zentgraf, Vorsitzender Tenniskreis Fulda

In Sachen Training seien die Jugendlichen des Tenniskreises dank des Einsatzes von Kreistrainer Koloman Grgic gut versorgt gewesen. „Er hat den Kids immer Trainingsaufgaben für zu Hause zukommen lassen und stetig Kontakt mit ihnen gehalten“, so Zentgraf.

Die Punktrunde, da ist sich der Kreisvorsitzende sicher, könnte nach dem Okay durch die Regierung innerhalb einer Woche, in der sich die Vereine auf die Regelungen einstellen könnten, Fahrt aufnehmen. Abstand halten, kein Doppel und spezielle Regeln für die Gastronomie – all das seien Auflagen, mit denen sich die Clubs für die Wiederaufnahme des Betriebs anfreunden müssten.

„Was in meinen Augen aber noch der Klärung bedarf, ist die Gesamtanzahl der Personen, die sich auf einer Anlage aufhalten darf. Dazu hat sich der Hessische Tennisverband noch nicht geäußert.“

Klaus Ohlendorf, 1. Vorsitzender TC BW Hünfeld: Netze aufhängen, Rundmail an die Mitglieder versenden und dann könnte es laut Klaus Ohlendorf, dem Vorsitzenden beim TC BW Hünfeld, eigentlich direkt mit dem Tennisspielen in seinem Club losgehen.

Klaus Ohlendorf, 1. Vorsitzender TC BW Hünfeld

„Die Medenrunde ist für mich dabei eher sekundär. Ganz wichtig ist, dass unsere über 300 Mitglieder überhaupt wieder die Plätze nutzen können“, so der Vorsitzende.  Um den Betrieb wieder aufnehmen zu können, ist man bereit, in Hünfeld alle Hygienemaßnahmen umzusetzen – wenn auch die Corona-Problematik in Ohlendorfs Augen langsam „irrationale Blüten“ treibt.

„Mit den Vorschlägen für Regelungen geht es ins Groteske. Nach wie vor ist die Tröpfcheninfektion entscheidend, aber ich frage ernsthaft:Wie will ich mich zum Beispiel an einem Tennisball, den beide Spieler anfassen, infizieren? Aber Ängste und tägliche Diskussionen haben uns in diesen sechs bis acht Wochen auf diese irrationale Schiene gebracht.“

Er wünsche sich von der Politik mehr Vertrauen in Richtung der Sportvereine. „Wir Ehrenamtlichen werden immer gelobt. Dennoch traut man uns seit Wochen nicht zu, mit der Problematik verantwortungsvoll auf unseren Sportstätten umzugehen.

Boris Scheffer, 1. Vorsitzender TC RW Eiterfeld: Auch beim TC RW Eiterfeld sind die Plätze seit Anfang April fertig und warten eigentlich nur darauf, dass die RW-Teams, allen voran die Gruppenliga-Damenmannschaft, mit dem Spielen beginnen.

Boris Scheffer, 1. Vorsitzender TC RW Eiterfeld

Laut Boris Scheffer, dem 1. Vorsitzenden des TC Eiterfeld, waren die Damen über den gesamten Winter mit Hallenzeiten komplett im Training – bis es zur Sperrung der Sportstätten im März kam. Würde in den nächsten Tagen oder Wochen die Öffnung der Plätze erfolgen, könnte diese ohne große Vorlaufzeit in Eiterfeld umgesetzt werden.

„Die Vorgaben vom HTV für die eigenen Plätze, wie die Duschen zu schließen oder keine Doppel zu spielen, könnten wir ohne Probleme für das Training befolgen.“ Der Punktrunde blickt man in Eiterfeld hingegen eher mit gemischten Gefühlen entgegen.

„Die Aktiventeams haben Anfahrten bis nach Südhessen oder Wiesbaden, die sie wohl nicht gemeinsam in einem Auto unternehmen könnten. Ökologisch und kostentechnisch ist so etwas Wahnsinn.“ Auch die Auf- und Abstiegswertung der Runde spielt für Scheffer eine wichtige Rolle: „Für eine „just for fun“-Runde ohne Auf- und Abstieg wäre uns der Aufwand zu groß.“

Karsten Aßmann, 1. Vorsitzender TC GW Fulda: „Fix und fertig“, antwortet GW Fuldas 1. Vorsitzender Karsten Aßmann auf die Frage, wie der Aufbereitungsstand der zehn Freiplätze beim Fuldaer Club ist. „Das trockene Wetter war für die Plätze ideal. Wenn man uns heute sagen würde, dass der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, könnten wir Übermorgen loslegen“, so Aßmann.

Karsten Aßmann, 1. Vorsitzender TC GW Fulda

Bei allem Verständnis für die Corona-Maßnahmen sei es aber ärgerlich, dass die Schließung der Sportstätten auch die Ballwand bei Grün-Weiß betreffe. „Alleine hätte man dort ein wenig trainieren können. So haben die Spieler versucht, sich zu Hause mit Laufen, Trockenübungen und Beispielvideos ihrer Trainer fit zu halten. Das ist aber wie Schwimmen ohne Wasser.“

Um den Infektionsschutz zu gewährleisten, hält Aßmann den Verzicht auf Doppelspiele für sinnvoll. „Da noch nicht final geklärt ist, wie sich das Virus auf Oberflächen verhält, müssten Spieler zudem unterschiedliche Bälle verwenden und diese kennzeichnen. Das macht es um einiges umständlicher und bestimmte Trainingsformen müssten wegfallen. Aber der einzige verbleibende Berührungspunkt beim Tennis wären die gemeinsam genutzten Bälle.“

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